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Wer begibt sich wohl diesen Sommer in den Ruhestand?

Jedes Jahr müssen sich Teams und Fans von Veteranen verabschieden, wen trifft es wohl dieses Jahr?

von Alexander Gammel / NHL.com/de Autor

Es gibt Spieler, ohne die kann man sich die NHL kaum noch vorstellen. Jaromir Jagr, zum Beispiel, spielte schon in der besten Liga der Welt, als viele der jüngeren Generation, noch lange nicht geboren waren und laut eigenen Aussagen, will der 45-jährige noch mindestens fünf weitere Jahre der Liga seinen Stempel aufdrücken und er ist wohl der einzige Spieler, dem das auch tatsächlich zuzutrauen ist. Doch eine Ausdauer wie die von Jagr ist alles andere als normal, nicht jeder altert in Zeitlupe. Der Zahn der Zeit und die Verletzungen, die ein Profi im Eishockey über seine Karriere hinweg erleidet, zwingen jedes Jahr langjährige Veteranen, mit schwerem Herzen ihren Abschied zu nehmen. Auch nächste Saison, werden die Fans einige Gesichter schmerzlich vermissen.

Pittsburgh Penguins Stürmer Matt Cullen ist einer der wahrscheinlichen Kandidaten. Mit seinen 40 Jahren gehört er zum alten Eisen in der Liga, auch wenn er weiterhin stark spielt. Er ist einer der Nomaden der Liga und bestritt in seinen 19 Saisons in der NHL 1366 reguläre Saisonspiele und 123 Playoffspiele für acht Teams. Nach seinem Stanley Cup Sieg mit den Carolina Hurricanes 2006, hoffte er mit dem Wechsel zu den Pittsburgh Penguins vor zwei Jahren auf eine weitere Chance den Titel zu holen. Das gelang ihm sogar zwei Mal in Folge und nun könnte der Abschied auf dem Höhepunkt folgen, was ein Verlust für die Pens und die NHL wäre, nicht nur auf dem Eis, sondern auch in der Kabine. Seine Mitspieler nennen ihn liebevoll 'Dad' und jeder im Team, selbst erfahrene Stars wie Crosby und Malkin sagten, sie hätten viel von ihm gelernt.

Auch beim Finalgegner, den Nashville Predators, wird über den Ruhestand eines wichtigen Spielers spekuliert. Mike Fisher stand mit seinen 37 Jahren in 17 Spielzeiten für die Ottawa Senators und sein aktuelles Team, die Nashville Predators auf dem Eis. Er hatte die Hoffnung, dieses Saison den Stanley Cup zu holen und seine Karriere möglicherweise auf dem Höhepunkt abzuschließen. Doch kurz vor dem Ziel vermiesten ihm die Pens dieses Vorhaben. Nun überlegt Fisher derzeit, ob er die Schlittschuhe an den Nagel hängt, oder noch eine Saison dranhängt. Der Fakt, dass Fishers Vertrag ausläuft und er am 1. Juli zu einem Unrestricted Free Agent werden kann, könnte für den Ruhestand sprechen.

Video: STL@NSH: Fisher erzielt eiskalt die Führung

Einige Spieler, die ihren 35. Geburtstag längst hinter sich gelassen haben, gaben bereits bekannt, dass sie nicht vorhaben, sich zur Ruhe zu setzen. Jarome Iginla (39), Andrei Markov (38) und Zdeno Chara (40) planen nicht, ihre Karriere diesen Sommer zu beenden. Gute Nachrichten für die Fans, für die diese Spieler längst zum Inventar der Liga gehören. Viele Fans können sich kaum noch an eine Zeit erinnern, als diese Spieler nicht in der NHL übers Eis flitzten.

Doch ein weiteres solches Urgestein könnte sich von den Arizona Coyotes in die wohlverdiente Rente verabschieden. Shane Doan wurde 1995 von den Winnipeg Jets gedraftet, wechselte zur folgenden Saison nach Phoenix und schloss nun seine 20. Saison bei den Coyotes ab. Er gab im April zu, dass er bereits die gesamte Saison überlegt, ob er seine Karriere nach dieser Saison beenden soll. Sein Vertrag läuft aus und seine Punkt- und Torausbeute litt letzte Saison deutlich, was für den Ruhestand sprechen könnte.

Ein weiteres Fragezeichen schwebt über Brian Gionta, dem Kapitän der Buffalo Sabres. Der Vertrag des 38-jährigen läuft nach einer enttäuschenden Saison für die Sabres aus. Zwar sagte Gionta, er würde seine Saison gerne für die Sabres fortsetzen und auch das Management bekundete Interesse, schränkte jedoch ein, es müsste ein einjähriger Vertrag sein und das Geld müsse für den Verein stimmen.

Der Schweizer Mark Streit ist ein weiterer Spieler fortgeschrittenen Alters, dessen Vertrag ausläuft, genau wie sein Teamkollege Ron Hainsey. Allerdings ist es in der Gerüchteküche um die beiden recht ruhig, es bleibt abzuwarten, was am 1. Juli passiert, wenn sie auf dem freien Markt landen, falls die Pens ihre Verträge bis dahin nicht verlängern. Um Mitspieler Chris Kunitz gab es zwar Gerüchte, der bekräftigte aber seinen Willen, seine Karriere weiter fortsetzen zu wollen.

Video: SC Sieger: Mark Streit

Bei einigen Spielern ist schwer vorherzusehen, ob es weiter geht, oder nicht, auch ein Jaromir Jagr gab schon einmal seinen Abschied von der NHL bekannt und konnte dann doch nicht ohne sie leben. Man kann nur abwarten, was rund um den 1. Juli geschieht, wenn manche Verträge auslaufen, andere verlängert werden und man sieht, bei welchen Spielern die Teams auf dem Free Agent Markt anbeißen.

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