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Predators um den Lohn gebracht

Nashville agierte undisziplinierter als gewohnt und heimste sich zu viele Strafzeiten ein

von Bernd Rösch / NHL.com/de Chefautor

Die Nashville Predators stehen weiterhin mit leeren Händen da. Das Team von Cheftrainer Peter Laviolette musste sich auch in Spiel 2 des Stanley Cup Finales geschlagen geben. Mit 1-4 Toren unterlagen sie den Pittsburgh Penguins in der PPG Paints Arena von Pittsburgh und liegen nun in der Finalserie mit 0-2 hinten.

Drei unachtsame Minuten zu Beginn des dritten Spielabschnitts, in denen sie drei Gegentreffer kassierten, brachten die Gäste aus Tennessee um den Lohn ihrer Mühen. Zwei Drittel lang waren sie ein mehr als ebenbürtiger Gegner für den amtierenden Stanley Cup Champion gewesen und mit einem durchaus verdienten 1-1 Unentschieden in die zweite Pause gegangen.

Der Schweizer Verteidiger Roman Josi gab gegenüber NHL.com/de zu, dass sie sich sehr geärgert haben: "Wir haben in den ersten zwei Spielabschnitten gut gespielt und dann unterlaufen uns ein paar dumme Fehler. Das war sehr ärgerlich. Wir waren in fünf der bisherigen sechs Drittel die bessere Mannschaft gewesen und gehen voller Selbstvertrauen in die nächste Partie." 

Obwohl nach dem 'Dreifachschlag' der Penguins noch gut 16 Minuten zu absolvieren waren, machte sich Frust bei den Predators breit. Der Glaube an eine Spielwende schien verloren. Als Folge daraus kassierten sie weitere unnötige Strafzeiten, die einer Aufholjagd im Schlusspurt keineswegs dienlich waren. Pontus Aberg, Nashvilles Torschütze zur 1-0 Führung, musste wegen eines Stockschlags ebenso zwei Minuten auf der Strafbank Platz nehmen, wie Cody McLeod in den letzten 119 Sekunden bis zum Ertönen der Schlusssirene. Selbst Predators Verteidigerstar P.K. Subban leistete sich ein Scharmützel mit Evgeni Malkin.

Video: NSH@PIT, Sp2: Murray stoppt Aberg und Forsberg

Wurden hier bereits die Claims für Spiel 3 am Samstagabend in Nashville abgesteckt?

Subban wiedersprach gegenüber NHL.com/de, dass sich bei ihnen Überdruss eingestellt hatte: "Es gibt keinen Frust. Wir müssen aus diesen zwei Niederlagen lernen. Es gibt keinerlei Zweifel in der Kabine. Wir werden von unseren Fehlern lernen und besser werden. Wir sehen sehr zuversichtlich Spiel 3 entgegen. Es sind die Stanley Cup Finals, da reicht es eben nicht aus gut zu spielen, sondern man muss überragend spielen - und das werden wir."

Subban erklärte auch wie es zu dem kleinen Schlagabtausch mit Malkin gekommen war: "Er stand häufig gegen mich auf dem Eis und das hat ihm wohl nicht so gut geschmeckt. Er hat mir etwas auf Russisch gesagt. Ich verstehe auch etwas Russisch und es hat mir gar nicht gefallen." Einem echten Sportsmann würdig ließ sich Subban nicht entlocken, um welche Worte es sich gehandelt hat, die ihn so erzürnt hatten.

Die Predators haben sich in den diesjährigen Stanley Cup Playoffs durch ihre disziplinierte Spielweise ausgezeichnet. Auch wenn sie gestern Abend alle sieben Unterzahlsituationen schadlos überstanden, ihrem Spielsystem ist es keineswegs dienlich, wenn sie zu oft mit einem Mann weniger auf dem Eis stehen. Auf ihrem Weg in das Stanley Cup Finale heimsten sich die Predators nur in zwei Partien mehr als vier Strafzeiten ein, in Spiel 2 und in Spiel 5 gegen die St. Louis Blues. In beiden Begegnungen mussten sie sich geschlagen geben.

Über die vielen Strafen war auch Laviolette keineswegs erbaut: "Wir haben darüber gesprochen. Wir machen Sachen, durch die wir in die Kühlbox müssen. Wir müssen verantwortungsvoller agieren. Es darf nicht sein, dass wir so häufig auf der Strafbank sind. Bei 5-gegen-5 sind wir richtig gut, doch wir verlieren den Spielfluss wenn wir in Unterzahl spielen. Auch wenn sie [Pittsburgh] nicht getroffen haben, die Strafen beeinflussen das Spiel."

Das nächste Aufeinandertreffen zwischen den Nashville Predators und Pittsburgh Penguins findet am Samstag in der Bridgestone Arena von Nashville statt (2 p.m. ET).

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