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Ein Team im Umbruch: Rieder und die Arizona Coyotes

Die Arizona Coyotes verjüngen ihr Team weiter und Tobias Rieder ist plötzlich einer der erfahreneren Spieler

von Alexander Gammel / NHL.com/de Autor

Bei einigen NHL Teams hat sich diesen Sommer bereits viel bewegt, auch das Team der Arizona Coyotes will einen Neustart wagen. Erst vergangenen Dienstag stellten sie ihren neuen Cheftrainer, Rick Tocchet, vor. Tocchet, der selbst drei Saisons im Trikot der Phoenix Coyotes verbrachte, will das Team, das in den letzten Jahren das untere Tabellenende hütete, wieder konkurrenzfähig machen und dafür sind Veränderungen nötig.

"Die individuelle Arbeit mit den einzelnen Spielern wird in den nächsten zwei, drei Monaten sehr wichtig sein", sagte Tocchet. "Die Spieler werden mich kennenlernen und ich sie. Das ist denke ich eine wichtige Aufgabe für mich, denn ich kommuniziere gerne und ich will sicher gehen, dass die Spieler keine Angst haben zu mir zu kommen."

Seine Arbeit im Sommer wird extrem wichtig, denn die Coyotes befinden sich im Umbruch und das sieht man deutlich, wenn man einen Blick auf ihren Kader wirft. Besonders einen Namen sucht man überraschenderweise vergeblich. Shane Doan brachte zwar nicht mehr die Leistung, die man aus seinen großen Tagen gewöhnt war, doch ein Coyotes Team ohne ihn kann man sich nur schwer vorstellen. Seit 1996 bestritt er 1466 reguläre Saisonspiele für die Coyotes und stand dabei auch mit Tocchet auf dem Eis. Doch sein Vertrag wurde im Rahmen des Neustarts nicht verlängert. Stattdessen baut man jetzt auf Jugend und Schnelligkeit. Das könnte auch einem deutschen Spieler entgegen kommen.

Tobias Rieder hat, anders als Doan noch einen Vertrag bei den Coyotes bis 2018. Der 24-jährige Landshuter ist zwar noch jung, doch in den letzten drei Jahren trug er bereits 234 Spiele in den Farben Arizonas aus. Dabei erzielte er 43 Tore und 92 Punkte. Nur Oliver Ekman-Larsson und Shane Doan machten in dieser Zeit mehr Punkte und Tore als er. Nur drei Stürmer der Coyotes standen bereits öfter in der NHL auf dem Eis, Jamie McGinn (522 Spiele), Brad Richardson (607) und Neuzugang Derek Stepan (515).

Video: ARI@CBJ: Rieder haut den Puck im PP rein

"Wenn man mit jungen Spielern Arbeitet, muss man viel Optimismus ausstrahlen", sagte Tocchet. "Sie müssen daran glauben, dass sie jedes Mal, wenn sie das Eis betreten, eine Chance haben zu gewinnen. Diese Einstellung brauchen wir. Wir werden jedes Mal, wenn wir auf das Eis gehen, versuchen uns zu verbessern, ob durch Videoanalyse, Training, Ernährungsweise, Trainingsweise, oder Reiseabläufe. Das alles kommt mit dem Erfolg und dieses Wissen will ich mit den Jungs teilen."

 

Zwar war Rieder in den letzten Jahren bereits eine der Zentralen Figuren der Mannschaft, doch durch die Verjüngung des Teams könnte er nun noch mehr Verantwortung und Eiszeit bekommen. Er ist einer der fähigsten Torschützen und Scorer im Team und einer der erfahreneren Spieler. Er dürfte wieder einen Platz in einer der ersten beiden Reihen bekommen, womöglich an der Seite von Stepan, um mit ihm die Speerspitze der Offensive zu bilden. Stepan ist ein guter Vorbereiter, wovon Rieder in der nächsten Saison profitieren dürfte, falls sich Tocchet entscheidet, die beiden in einer Reihe einzusetzen. Mit mehr Eiszeit und Fähigen Partnern, die gut in Form sind, wäre eine deutliche Steigerung von Rieders Zahlen denkbar.

Video: NYR@OTT, Gm2: Stepan trifft hoch unter die Latte

Der dritte im Bunde könnte Max Domi sein, ein junger Linksaußen, der letzte Saison zwar nur zu 59 Einsetzen kam, dabei aber neun Tore und 38 Punkte verbuchen konnte. Diese drei wären eine denkbare Kombination, die sich gegenseitig von Nutzen sein könnte. Domi ist ein talentierter junger Spieler, Stepan ein erfahrener Scorer, der sowohl selbst treffen, als auch das Spiel gestalten kann und Rieder bringt einen guten Torinstinkt und auch defensive Qualitäten mit sich.

Der Neuaufbau dürfte für den jungen Landshuter auf jeden Fall eine Chance sein, seine Stellung im Team und seinen Ruf weiterhin zu verbessern und seinen Marktwert zu steigern. Nun gilt es diese Chance auch zu nutzen und den Coyotes in der nächsten Saison aus dem Tabellenkeller zu helfen.

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