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Weekes über die wichtigsten Entwicklungen

von Kevin Weekes / NHL.com

Über die Saison hinweg schreibt der frühere NHL-Goalie und jetzige NHL-Experte Kevin Weekes über Spieler, Mannschaften, Spiele und Trends, die ihm ins Auge stechen.


Detroit Red Wings

Die Red Wings haben eine ganze Weile unter ihren Möglichkeiten gespielt. Dadurch ist ihre Chance, zum 25. Mal in Folge in die Stanley-Cup-Playoffs einzuziehen in Gefahr geraten. Detroits Bilanz von 4-6-1 in den vergangenen elf Spielen hat zur Folge, dass sie um einen der Wildcard-Plätze in der Eastern Conference kämpfen müssen.

Verlassen können sich die Red Wings auf ihre Goalies Petr Mrazek und Jimmy Howard, was nicht heißt, dass beide zuletzt wirklich gut gespielt haben. Das ist ein Problem, das mit anderen Schwierigkeiten im Team zusammenfällt.

Stürmer-Rookie Dylan Larkin hat am Donnerstag gegen die Winnipeg Jets zum ersten Mal seit 13 Begegnungen wieder getroffen. Aber eine solch lange Ladehemmung kommt einmal vor in einer so langen Saison.

Die Offensive der Red Wings lässt insgesamt zu wünschen übrig, trotz guter Leute wie Pavel Datsyuk und Henrik Zetterberg. Es fällt der Mannschaft schwer, Druck im Angriff zu erzeugen. Das sieht man am mäßigen Powerplay, das mit der vergangenen Saison nicht zu vergleichen ist. Alles Dinge, die man in den vergangenen Jahren von den Red Wings nicht kannte.

Eine andere Sache ist das Fehlen eines dynamischen Verteidigers. Man hat Mike Green geholt, der aber nicht an seine Leistungen in Washington anknüpft. Die Red Wings benötigen dringend einen Punkteproduzenten vom Schlage eines P.K. Subban oder Erik Karlsson. Wie gesagt: Detroits Verteidigung braucht einen offensivstarken Mann – ein Problem, das nicht erst seit gestern besteht. Nicklas Lidstrom bildete da die große Ausnahme in den vergangenen Jahren.

Carolina Hurricanes

Carolina ist echt eine gute Geschichte. Die Hurricanes waren eigentlich schon aus dem Rennen im Kampf um die Playoffs.

Doch auf einmal sind sie wieder da. Und das sogar, nachdem sie Eric Staal abgegeben haben, um ihn später nicht als Free Agent zu verlieren.

Jeff Skinner ist fitter und trifft wieder so wie man es von ihm kennt. Er bringt jeden Goalie in Verlegenheit.

Übrigens nicht nur durch Distanzschüsse, sondern auch durch gescheite Aktionen vor dem Tor. Besonders eindrucksvoll, dass er in dieser Saison zweimal den Ausgleich erzielt hat, als jeweils noch weniger als zehn Sekunden zu spielen waren.

Beide Male gewannen die Hurricanes am Ende. Sie stecken eben nie auf.

Die jungen Stürmer Elias Lindholm und Viktor Rask haben positiv überrascht.

Darüber hinaus überzeugten auch die beiden Torhüter Eddie Lack und Cam Ward. Die Checks der Mannschaft sind in jeder Lage besser geworden. Ich bin wirklich überrascht vom Fortschritt der Hurricanes und wo sie jetzt stehen. Sie sind viel weiter vorne als von manchem Experten vermutet.

Los Angeles Kings

In einer engen Division und Conference, in der man ständig gefordert ist, haben sich die Kings bislang herausragend geschlagen.

Eben genauso, wie sie es wollten. Sie bezwangen am Mittwoch Spitzenreiter Washington Capitals mit 4-3 nach Verlängerung in einem Match, das schon Playoff-Charakter besaß.

Sie gaben im letzten Drittel eine 3-0-Führung aus der Hand und siegten trotzdem. Vor allem die Art und Weise war beeindruckend.

Drew Doughty bekam den Puck, blickte über die Schulter und sah, dass die Capitals wechselten. Dann leitete er mit einem tollen Pass den Spielzug ein, die zum entscheidenden Treffer von Jeff Carter führte.

Milan Lucic tut den Kings ebenfalls gut. Ich weiß, er kam nur langsam in die Gänge, aber insgesamt macht er seine Sache wirklich gut. Er ist maßgeschneidert für die Spielweise der Kings.

Vincent Lecavalier hat bewiesen, dass er noch Reserven hat. Obwohl er in Los Angeles nicht die Hauptrolle spielt, nimmt er doch immer noch Einfluss aufs Geschehen. Lecavalier hat nicht umsonst in seiner NHL-Karriere über 900 Punkte erzielt und den Stanley Cup gewonnen.

Trotz seiner Erfolge ist er immer noch darauf aus, zu spielen und vor allem zu gewinnen. Ein weiterer guter Schachzug der Kings war die Verpflichtung von Stürmer Kris Versteeg bei der Trading Deadline.

Philadelphia Flyers

Philadelphia ist ein klasse Ort zum Spielen, vor allem im Frühjahr.

Wenn das Team weiter mit so viel Spielfreude auftritt, führt der Weg sicher noch ein paar Stufen nach oben.

Beide Torhüter halten klasse, wobei Steve Mason in den letzten Spielen begonnen und damit Michal Neuvirth seinen Platz als Nummer eins streitig gemacht hat.

Claude Giroux, Wayne Simmonds, Braden Schenn (22 Tore) und Rookie Shane Gostisbehere haben sich gesteigert, vor allem Gostisbehere, der – wie ich meine – die Franchise verändert hat.

Wenn man einen Verteidiger besitzt, der in der Lage ist, gute Pässe zu spielen, verändert das dein ganzes Spiel.

Das wirkt sich bei den Flyers in der Offensive, dem Powerplay und sogar in den Verlängerungen aus, wo Gostisbehere schon vier entscheidende Treffer erzielte.

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