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Weckruf zur rechten Zeit für die Penguins

Pittsburgh atmet nach Sieg im ersten Finalspiel tief durch und stellt bessere Leistung am Mittwoch in Aussicht

von Axel Jeroma / NHL.com/de Autor

PITTSBURGH - Tief durchatmen. Das dürfte neben aller Freude die überwiegende Reaktion der Pittsburgh Penguins auf den 5:3-Sieg im ersten Finalspiel um den Stanley Cup gegen die Nashville Predators gewesen sein. Der Titelverteidiger hatte bei seinem Auftritt in der PPG Paints Arena nämlich mächtig Dusel.

Nach der 3:0-Führung hatten die Penguins ihre Offensivbemühungen komplett eingestellt und brachten 37 Minuten lang keinen einzigen Torschuss mehr zustande. Die Gäste aus Tennessee schafften prompt den Ausgleich und hätten die Partie beinahe zu ihren Gunsten gedreht. In den letzten Minuten erinnerte sich Jake Guentzel von den Penguins doch wieder daran, was er und seine Stürmerkollegen eigentlich erledigen wollten und schlenzte den Puck unter die Latte des Nashville-Gehäuses. Nick Bonino besorgte wenig später mit einem Empty-Net-Goal den Endstand.

Ganze zwölf Torschüsse wies der Spielberichtsbogen am Ende für den Gewinner aus. Noch nie in der Geschichte der NHL hatte ein Team mit einer derart lausigen Ausbeute ein Finalspiel um den Stanley Cup für sich entschieden. Wenn man es gut mit den Penguins meint, könnte man von der Effektivität eines Champions sprechen. Genau darauf zielte die Verteidigungsrede von Kapitän Sidney Crosby für die wenig berauschende Vorstellung über weite Strecken der Partie ab. "Wir haben uns unsere Chancen erspielt und getroffen. Das ist das Wichtigste", sagte er am Dienstag im Anschluss an das Training zu NHL.com/de. Für das zweite Spiel stellte er eine Leistungssteigerung der gesamten Belegschaft in Aussicht.

Das Negative abhaken und das Positive mitnehmen lautet die Strategie von Torschütze Guentzel. "Wir wissen, dass wir besser spielen können", betonte er. Zugleich verwies er darauf, dass es sich bei den Predators um einen starken Konkurrenten handele. Besonders wichtig in dieser Phase der Saison sei die Präsenz von Kapitän Crosby. "Sid ist ein Vorbild für alle, wie er sich verhält, was er sagt und tut. Er macht einfach alles", lobte Guentzel.

Video: NSH@PIT, Sp1: Guentzel mit der späten Führung

Ein besonderes Kunststück fabrizierte Nick Bonino am Montagabend. Er schoss zwei Tore, ohne dabei den gegnerischen Goalie bezwungen zu haben. Beim ersten Treffer erledigte das ein Verteidiger der Predators für ihn mit dem Stock, vor dem zweiten hatte Pekka Rinne seinen Platz zwischen den Pfosten zugunsten eines weiteren Feldspielers geräumt.

Für Bonino war Nashvilles Aufholjagd ein Weckruf zur rechten Zeit. "Wir wussten, dass sie nach dem Rückstand kommen würden. Wir hätten jedoch nicht damit gerechnet, dass wir einen Drei-Tore-Vorsprung verspielen würden. Dann hat uns Jake zum Glück aus der Patsche geholfen", sagte Bonino. "Trotz der klaren Führung muss man weiter konzentriert bleiben und hart spielen. Aber es ist ja nochmal gutgegangen."

Selbstkritisch zeigte sich Stürmer Carter Rowney. "Nächstes Mal müssen wir besser auftreten. Immerhin ist es das Stanley-Cup-Finale. Das sollte Motivation genug sein", meinte er. Zufrieden zeigte er sich mit der Chancenverwertung. Fünf Tore gegen einen defensivstarken Gegner zu schießen sei nicht so schlecht. "Leider haben wir auch einige Fehler gemacht, die zu Gegentreffern geführt haben. Das darf uns am Mittwoch nicht wieder passieren", fügte er hinzu.

Ein weiteres Manko bei den Penguins in der Partie am Montag war das Penalty-Killing. Zwei von drei Überzahlspielen der Predators führten zu Toren. In der gesamten Serie gegen die Ottawa Senators im Conference-Finale hatte es nur einmal im Gehäuse der Penguins bei Unterzahl geklingelt. Tom Kuhnhackl wird dies aufmerksam registriert haben. Er steht wieder voll im Training und wartet auf seine Einsatzchance im Finale. Gerade im Penalty-Killing erwies Kühnhackl den Penguins durch sein robustes Auftreten oft wertvolle Dienste in dieser Saison.

Ein intensiveres Forechecking mahnt Verteidiger Ron Hainsey für die nächste Partie an. Da sei man den Predators unterlegen gewesen. "Darüber hinaus gilt es, den Puck schneller in die Angriffszone zu bekommen. Unser Umschaltspiel hat nicht so geklappt, wie wir uns das vorgestellt haben", erläuterte Hainsey.

Wenn es nach Coach Mike Sullivan geht, sollen Fans und Spieler beim nächsten Auftritt einen entspannteren Abend verbringen. "Wir wissen, dass wir in der Lage sind, besser zu spielen als am Montag. Wir werden dieses Match analysieren und die richtigen Schlüsse daraus ziehen", sagte er nach dem Morning Skate am Dienstag. Zu möglichen personellen Veränderungen äußerte er sich nicht.

Das zweite Spiel der Finalserie zwischen den Penguins und den Predators findet am Mittwoch erneut in der PPG Paints Arena in Pittsburgh statt. Beginn ist um 20 Uhr Ortszeit (Donnerstag/2 Uhr MESZ).

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