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Yannick Weber will mit Nashville den Titelgewinn

Person of Interest: Yannick Weber will trotz Verletzungspech seinen Beitrag zum Erfolg der Predators leisten

von Alexander Gammel / NHL.com/de Autor

In der Rubrik "Person of Interest" widmet NHL.com/de jeden Dienstag einem Spieler oder einer anderen Persönlichkeit aus der NHL-Familie eine Story abseits des aktuellen Tagesgeschehens.

In dieser Ausgabe: Yannick Weber (Nashville Predators)

Der Schweizer Verteidiger Yannick Weber befindet sich in seiner dritten Saison mit den Nashville Predators und hat mit dem Team große Erfolge gefeiert. Bereits in seiner ersten Spielzeit bei dem Team aus Tennessee, stand er erstmals in seiner Karriere im Finale der Stanley Cup Playoffs. In der nächsten Saison folgte der Gewinn der Presidents' Trophy als punktbestes Team der NHL. Auch in der laufenden Saison starteten sie wieder hervorragend und führten lange die Western Conference an, was auch daran liegt, dass die Predators mit nur 103 Gegentoren die zweitbeste Abwehr der Liga stellen.

Video: NSH@DAL: Weber zieht ab und trifft

"Ich denke, ein großer Teil davon ist das System", analysierte Weber die Stärke des Teams. "Ohne ein gutes System kann man keinen Erfolg haben. Unsere Verteidigung ist seit einigen Jahren so stark. Ich spiele hier seit drei Jahren und es funktioniert einfach. Wenn man sich unsere Verteidigung anschaut, steckt da viel Erfahrung drin. Ich bin ja auch schon seit einigen Jahren in der Liga. Klar, man redet viel von der Offensivqualität, aber auch wenn einige unserer Verteidiger, wie Roman Josi, eher offensiv eingestellt sind, sind sie alle sehr stark in der Defensive."

Zu dieser Defensivleistung, trägt auch Weber tatkräftig bei. Mit 36 Checks ist er der zweitbeste Verteidiger der Mannschaft, nur Anthony Bitetto stürzt sich in mehr Zweikämpfe. Diese bissige Haltung macht den gegnerischen Stürmern das Leben schwer und erleichtert den Job von Torwart Pekka Rinne.

"Das liegt auch an meiner Rolle im Team", erklärt der 30-jährige "Ich spiele nicht im Powerplay, da kommt meine Offensivstärke nicht so zum Zug und ich konzentriere mich mehr auf die Defensive. Gerade am Anfang meiner Karriere, war ich eher als Offensivverteidiger bekannt. Ich habe viel im Powerplay gespielt und Punkte gemacht. Jetzt habe ich eine defensivere Rolle inne, das gehört dazu und so kann ich meine Stärke im Zweikampf zeigen."

Dennoch ist Weber auf Kurs zu seiner punktbesten Saison bei den Predators. Vergangene Saison kam er in 47 Spielen auf zwei Tore und drei Assists, in seiner ersten Saison in Nashville waren es ein Tor und sieben Vorlagen in 73 Partien. In der aktuellen Spielzeit steht er bereits bei zwei Toren und fünf Assists.

"Ich hatte in den letzten Jahren viele Verletzungen und da ist es schwer wieder ins Spiel zu finden. Diese Saison bin ich wieder angekommen. Ich bin jetzt mein drittes Jahr hier und habe meine Rolle im Team."

Video: NSH@NJD: Weber überwindet Kinkaids Fanghand

Genau dieses Verletzungspech, das er ansprach, hat ihn nun jedoch wieder eingeholt. Weber verließ das Spiel gegen die Boston Bruins am 22. Dezember vorzeitig mit einer unbekannten Verletzung und kehrte nicht zurück. Seit dem 26. Dezember steht er auf der Verletztenliste und kam nicht mehr zum Einsatz. Diese Verletzung kam ausgerechnet während einer ungewöhnlichen Schwächephase der Predators. Vor ihrem 6:3-Auswärtssieg gegen die Washington Capitals am Silvesterabend, steckten sie sechs Niederlagen in Folge ein (0-5-1). Damit verdoppelten sie ihre bisher längste Saison-Niederlagenserie aus dem November.

Das Ziel für diese Saison ist klar, die Predators wollen nach den verpassten Chancen in den letzten beiden Jahren den Stanley Cup gewinnen und gelten nach wie vor als einer der großen Favoriten. Für Weber wäre es zwar der erste Titel in der NHL, aber nicht der erste seiner Karriere. Mit der U20 des SC Bern gewann er 2005 die Meisterschaft in der Schweiz, 2008 holte er mit den Kitchener Rangers die Meisterschaft in der Ontario Hockey League und 2006 schaffte er mit der Nationalmannschaft als Erster der Junioren-WM der Division I den Aufstieg.

Mit ihrer starken Abwehr, haben die Predators trotz der Niederlagen in letzter Zeit immer noch beste Chancen zum ersten Mal in der Franchise-Geschichte den begehrten Cup zu holen. Mit Weber, Kapitän Roman Josi und Offensivtalent Kevin Fiala, würden in diesem Fall gleich drei Schweizer den Stanley Cup gewinnen, ein noch nie dagewesenes Ereignis.

 

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"Ich hatte immer das Glück mit anderen Schweizern zusammen zu spielen. Aber die Situation hier in Nashville ist schon sehr speziell, besonders mit Roman Josi. Er ist ein Freund aus meiner Kindheit, wir kennen uns aus dem Nachwuchs des SC Bern und haben in der Junioren-Nationalmannschaft zusammen gespielt. Es ist schön andere Schweizer im Team zu haben und auch mal Deutsch sprechen zu können. Das ist wirklich etwas Besonderes."

Die Tage zusammen mit Josi im Nationalteam liegen für Weber schon ein paar Jahre zurück, das bedeutet jedoch nicht, dass er den Nachwuchs der Eidgenossen aus den Augen verloren hat. Er behält die Entwicklung seines Sports in der Heimat und auch das Geschehen bei der U20 Junioren-Weltmeisterschaft im Auge, bei der das Team aus der Schweiz im Viertelfinale auf Schweden treffen wird.

"Die Mannschaft ist wieder richtig stark. Ich war damals selbst dabei, das war für mich die erste Gelegenheit, in Kanada Eishockey zu spielen", erinnert sich der Routinier. "Es war wirklich etwas Besonderes. Es ist wichtig für die Schweiz, eine Mannschaft auf diesem Niveau zu haben. Für viele Spieler ist das der Start einer großen Karriere. Hier kann man sich vor den Augen der NHL beweisen und zeigen, dass auch die Schweiz große Talente hat. Wir sind natürlich immer der Underdog, aber bei sieben Spielen in so wenigen Tagen, kann man mit einer guten Form auch für Überraschungen sorgen."

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