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WCOH: Seidenberg und Draisaitl freuen sich

von Axel Jeroma / NHL.com

Mit Stanley-Cup-Sieger Dennis Seidenberg von den Boston Bruins und dem deutschen Stürmer Leon Draisaitl von den Edmonton Oilers stehen zwei deutsche Spieler im vorläufigen Kader des Team Europa beim World Cup of Hockey 2016. Das mit Superstars aus der NHL gespickte Turnier findet vom 17. September bis 1. Oktober in Toronto/Kanada statt. Die Europa-Auswahl trifft dabei in der Gruppe A auf Gastgeber und Top-Favorit Kanada, die USA und Tschechien.

Für die beiden Deutschen ist die Nominierung eine nach allgemeiner Einschätzung verdiente Anerkennung ihrer guten Leistungen in der NHL. Seidenberg und Draisaitl freuen sich nach eigenem Bekunden riesig auf die Herausforderung und wollen den höher eingeschätzten Mitstreitern in der Gruppe das Leben so schwer wie möglich machen.

"Es ist eine große Ehre, für dieses Team nominiert worden zu sein und an einem solchen Megaevent teilhaben zu dürfen", sagt Draisaitl laut einer Pressemitteilung des Deutschen Eishockey-Bundes. So mancher Fachkundige hatte damit gerechnet, dass der deutsche Nationalspieler das Vertrauen von Coach Ralph Krueger genießt. Der Cheftrainer der europäischen Auswahl hatte Draisaitl nämlich bereits bei den Edmonton Oilers unter seinen Fittichen.

Die Nominierung fußt jedoch sicher nicht auf den guten Beziehungen Kruegers zu seinem Ex-Club, sondern basiert auf klaren Fakten. Denn Draisaitls Darbietungen bei den Oilers in der laufenden Saison sind stark. Bislang bestritt er 64 Begegnungen in der Hauptrunde. Dabei kam der Mittelstürmer auf 48 Punkte (18 Tore, 30 Vorlagen). "Ich freue mich auf dieses Turnier, weil ich dort viel lernen kann und die Jungs, mit denen ich zusammenspiele, alle einen ähnlichen Weg gegangen sind, wie ich ihn noch vor mir habe", gibt sich Draisaitl trotz seines Erfolges in diesem Jahr bescheiden.

Besonders freut er sich auf die gemeinsame Eiszeit mit Anze Kopitar von den Los Angeles Kings. Der Slowene ist das Vorbild des 20-jährigen Deutschen. "Mit ihm bald in einem Team zu stehen, ist eine große Sache. Er war schon immer einer meiner Lieblingsspieler. Außerdem habe ich einen ganz ähnlichen Spielstil wie er", so Draisaitl weiter.

Zur Einschätzung, wie weit es für Team Europa beim World Cup gehen kann, äußerte er sich zurückhaltend. Für eine konkrete Zielsetzung sei es zum jetzigen Zeitpunkt noch zu früh. "Das muss man abwarten. Sowohl wir als auch alle anderen Mannschaften haben ja noch nicht den kompletten Kader beisammen. Unsere Gruppe hat es aber schon jetzt in sich", meinte der gebürtige Kölner.

Wenn die Teamleitungen am 1. Juni ihr komplettes Aufgebot bekannt geben, hofft er, dass noch der ein oder andere seiner Landsleute aus der NHL dabei ist. "Das wäre natürlich toll für das deutsche Eishockey", betont Draisaitl.

Dennis Seidenberg war nach eigenen Worten überglücklich, als er von seiner Berufung in den Kader der Europa-Auswahl erfahren hatte. "Es ist eine große Ehre für mich, für so ein gutes Team spielen zu dürfen. Das wird sicher eine super Erfahrung. Und ich glaube, dass wir alle viel Spaß haben werden", sagte er in einem Exklusivinterview mit nhl.com.

In der europäischen Mannschaft stünden viele gute Leute. "Wichtig ist, dass wir im Turnier alle schnell zueinander finden", fügt der 34-jährige Verteidiger hinzu.

Im Moment sind seine Gedanken jedoch weniger beim World Cup, sondern vielmehr bei den Bruins und dem Kampf um die Playoff-Plätze. "Wir wollen unbedingt die Playoffs erreichen. Das ist die beste Zeit im Eishockey, auf die sich jeder freut", sagt Seidenberg. Bei den Bruins kam der Defensivspieler bislang in der Hauptrunde in 56 Partien zum Einsatz. Dabei erzielte er ein Tor und gab elf Vorlagen.

Für Franz Reindl, den Präsidenten von Team Europa, ist die Benennung des deutschen Duos eine tolle Sache, weil sie es aus einem Pool von über 50 Spielern gleich in der ersten Runde in den Kader geschafft hätten. Ob weitere deutsche Namen dabei sind, wenn die verbleibenden sieben Akteure bekannt gegeben werden, wollte sich Reindl nicht festlegen. "Die Auswahl an Spielern ist sehr groß und wir als Verantwortliche arbeiten auf Hochtouren daran, das Team nach unseren Vorstellungen zusammenzustellen."

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