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Die Capitals müssen an ihrem Powerplay arbeiten

Wenn das Team aus Washington in den vergangenen Wochen eine Schwäche hatte, dann war es das Überzahlspiel

von Robin Patzwaldt @RobinPatzwaldt / NHL.com/de Freier Autor

Die Washington Capitals können mit dem bisherigen Saisonverlauf sehr zufrieden sein. Der Stanley Cup Champion 2018 liegt in der Spielzeit 2019/20 sehr gut im Rennen und rangiert mit 65 Punkten aus 45 Spielen auf Platz eins unter Berücksichtigung aller 31 Teams. 

Nach 30 Siegen, bei zehn Niederlagen ohne Punktgewinn sowie fünf in Verlängerung oder Penaltyschießen erlittenen, wodurch zumindest ein Punkt heraussprang, beträgt der Vorsprung auf die ersten Verfolger, die Boston Bruins (25-8-11) und St. Louis Blues (27-10-7), vier Zähler.

Doch ein augenfälliger Schwachpunkt trat bei den Capitals zuletzt zu Tage. Das Powerplayspiel ist eines Titelanwärters derzeit nicht würdig und war auch am Mittwoch einer der Gründe, warum das Spiel im Wells Fargo Center gegen die Philadelphia Flyers mit 2:3 verlorenging.

 

Washington vermochte es nicht eine einzige ihrer fünf Überzahlgelegenheiten zu einem Erfolgserlebnis zu verwerten. Eine Problematik, die das Team jetzt schon seit einiger Zeit begleitet. Auch der sonst gerade mit einem Mann mehr treffsichere Kapitän Alex Ovechkin hat Ladehemmung.

In den Monaten Oktober und November war das Powerplayspiel noch eines der besten der Liga, doch mittlerweile sind sie in dieser Statistik deutlich abgerutscht. Lag die Erfolgsquote der Capitals zu Saisonbeginn noch bei 25,3 Prozent (5. Platz), weist sie seit dem 1. Dezember nur 13,7 Prozent (5 von 51) aus, was für den vorletzten Platz in diesem Zeitraum bedeutet. Ovechkin konnte in den 17 Spielen nur einmal in Überzahl treffen.  

Eine Entwicklung, die ihnen in der Tabelle bisher nicht schadet, denn auch mit diesen offenkundigen Problemen reichte es seither zu einer respektablen Bilanz von 11-6-0. Der Punkteschnitt von 0,647 pro Spiel ist der neunbeste in dieser Spanne. Doch die Tendenz beim Powerplay ist besorgniserregend. 

Wollen sich die Capitals ab April erfolgreich mit den Besten in den Stanley Cup Playoffs messen, muss auch das Powerplay, welches sich im bisherigen Saisonverlauf so merklich verschlechterte, wieder wesentlich besser funktionieren. 

Im Spiel gegen Philadelphia war es ein Tor von Kevin Hayes im zweiten Drittel, das die Niederlage besiegelte. Zu diesem Zeitpunkt agierten die Capitals sogar mit einem Mann mehr auf dem Eis.

Video: WSH@PHI: Hayes nutzt Breakaway zum Unterzahltor

Das war für die Situation der Mannschaft ein bezeichnendes Ereignis. Nicht nur, dass es den Gastgebern gelang, sämtliche Powerplaysituationen des Gegners erfolgreich zu überstehen, sie siegten sogar durch einen Shorthander gegen den Ligaprimus und sicherten sich so den ersten doppelten Punktgewinn nach zuvor vier sieglosen Spielen (0-3-1).

Da half es Ovechkin und seinen Mitstreitern in der Endabrechnung auch nicht, dass es am Tag nach dem souveränen 6:1-Erfog gegen die Ottawa Senators auf eigenem Eis, Tore durch Nicklas Backstrom und Jakub Vrana zu bejubeln gab. Die drei Spiele umfassende Erfolgsserie endete für die Capitals unsanft in Philadelphia.

Kraftverschleiß war, das gaben die Protagonisten unumwunden zu, nicht der Grund für die Niederlage. "Sie waren in der gleichen Situation", räumte Vrana ein. "So ist das eben manchmal. Mit diesen Umständen musst du klarkommen. Wir sind erfahren genug, um uns entsprechend darauf einzustellen. Das können wir nicht als Entschuldigung für die Niederlage anführen."

Ungünstig war zudem der Zeitpunkt des spielentscheidenden Gegentores kurz vor dem Drittelende. Eine Tatsache, die Trainer Todd Reirden erzürnte: "Du gehst mit einem Plan in diese Spiele. Wir versuchen immer die Dinge in die Waagschale zu werfen, die uns das ganze Jahr über erfolgreich gemacht haben. Eine dieser Stärken ist unsere Fähigkeit, Tore zu Beginn und kurz vor dem Ende eines Spieldrittels zu erzielen. Heute haben wir ihnen in genau dieser Phase gestattet, sich das Momentum auf ihre Seite zu holen."

 

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Am Thema Überzahlspiel kam Reirden in seiner Analyse ebenfalls nicht vorbei. "Die Special Teams sind immer entscheidend. Wir haben ihnen ein Unterzahltor ermöglicht. Diese beiden Tatsachen, in Kombination mit einem persönlichen Fehler beim ersten Gegentor, haben uns heute das Leben schwergemacht. Das war schon sehr enttäuschend", gab er sich verstimmt.

Torhüter Braden Holtby war mit dem Gesehenen hingegen nicht ganz so unzufrieden wie seine Kollegen und der Trainer. "Es war ein ausgeglichenes Spiel. Sie haben eine gute Mannschaft. In einigen Situationen hatten sie das Glück auf ihrer Seite", sah er kein grundsätzliches Problem im Team.

Die nächste Gelegenheit zu zeigen, dass es auch in Überzahl bei den Capitals deutlich besser laufen kann, bekommt das Team am Samstag, wenn die New Jersey Devils ihre Visitenkarte in Washington abgeben werden (So. 1 Uhr MEZ; NHLt.v).

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