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Washington auf der Suche nach Perfektion

von Stefan Herget / NHL.com

Was macht man, wenn man drei Mal kurz vor dem Einzug in das Eastern Conference Finale steht, also nur noch ein Sieg fehlt und dann den Kürzeren zieht und ausscheidet? Man verpflichtet Spieler, mit denen man hofft, dass es besser wird bzw., die ein gewisses Siegergen im Körper haben.

Klar, es ist nur ein Versuch, denn jedes Jahr läuft anders und die Spiele in den Playoffs sind eng, so dass Kleinigkeiten und häufig auch Verletzungen über den Ausgang entscheiden. Doch die Verzweiflung gerade bei den Washington Capitals wird von Jahr zu Jahr größer.

Im NHL Draft 2004 wurde Alex Ovechkin als erster Zug verpflichtet und der Wunderspieler sollte dafür sorgen, dass sich die Hauptstadt mit einem Stanley Cup Gewinn schmücken kann. Der Russe hat seitdem als sechster Spieler der NHL-Geschichte sechs Spielzeiten mit mehr als 50 Toren absolviert, aber wenn es in den Playoffs um einen der ältesten Sportpokale der Welt ging, dann war regelmäßig frühzeitig Schluss. In den Jahren 2009, 2012 und 2015 fehlte jedes Mal nur ein Sieg zum Conference Finale.

Luke Adam

Alex Ovechkin

Karrierestatistik
TORE: 475 | ASSISTS: 420 | PKT: 895
SCHÜSSE: 3.830 | +/-: 57

Nun wird Ovechkin am 17. September schon 30 Jahre, was heißt, dass seine besten Jahre als Eishockeyprofi bald vorbei sein könnten. „Ich dachte das Zeitfenster, in dem wir mit ihm gewinnen wollten, war zehn Jahre“, sagte Capitals Eigentümer Ted Leonsis im Juli. „Er ist ein fantastischer Spieler. Er spielt immer hart und ich glaube ich habe meine Verpflichtung ihm gegenüber noch nicht erfüllt, dass wir eine Mannschaft aufstellen, die in der Lage sein wird, Stanley Cups zu gewinnen. Der Unterschied zwischen Sieg und Niederlage ist einfach so klein, also glaube ich nicht, dass sich unser Fenster als Organisation schon schließt.“

Es liegt an General Manager Brian MacLellan die besten Spieler an die Seite Ovechkins zu stellen, um endlich den großen Coup zu landen. Ein deutlicher Schritt in dieser Richtung ist wohl die Verpflichtung des dreimaligen Stanley Cup Siegers und Gewinner der Conn Smythe Trophy als wertvollster Spieler der Playoffs 2014 Justin Williams. Ein weiteres Plus von ihm ist, dass er mit geholten 14 Punkten in seinen absolvierten sieben siebte Spiele der erfolgreichste Akteur der NHL-Geschichte ist und er ist in diesen Partien immer siegreich geblieben.

„Justin ist ein ausgewiesener Sieger und wir glauben, dass er eine großartige Ergänzung für unseren Klub sein wird“, sagt MacLellan. „Wir glauben es war wichtig für unsere Mannschaft einen seines Kalibers hinzuzufügen, als Eishockeyspieler und eine erfahrene Führungspersönlichkeit.“

Zweite wichtige Neuverpflichtung war die von T.J. Oshie, der am 2. Juli von den St. Louis Blues geholt wurde. Beide, sowohl Williams, als auch Oshie könnten in der Topreihe zusammen mit Ovechkin und Nicklas Backstrom auflaufen.

Erfreulich aus deutscher Sicht ist die Tatsache, dass Torhüter Philipp Grubauer nach seiner Unterschrift unter einen neuen Zwei-Jahres-Vertrag wohl als Backup von Braden Holtby dauerhafter Bestandteil der Capitals sein wird.

Holtby selbst hatte nach langem Tauziehen einen Vertrag über fünf Jahre unterschrieben und soll Washington in dieser Zeit mit seinen Paraden dem Stanley Cup näher bringen. „Ich glaube die Sicherheit ihn in unseren Reihen zu haben für die nächsten … was immer wir für eine Zeit haben werden, das Fenster eine Meisterschaft zu gewinnen, ist das, worüber wir erfreut sind ihn verpflichtet zu haben“, erzählt MacLellan. Dies war den Verantwortlichen insgesamt 30,5 Millionen Us-Dollar wert. Mehr als sie ursprünglich zahlen wollten und die Spielräume für weitere Deals einengte.

Während die Stürmer Jay Beagle und Evgeny Kuznetsov sich entschlossen ihre Verträge zu verlängern, mussten die Capitals mit Verteidiger Mike Green ein Urgestein und ihren Topverteidiger zu den Detroit Red Wings ziehen lassen. Weitere Abgänge sind Joel Ward und Eric Fehr, sowie im Oshie Trade Troy Brouwer, die alle wichtige Unterzahlspieler waren.

Die neue Saison wird zeigen, ob MacLellan gute Arbeit gemacht hat, die richtigen Puzzleteile um Ovechkin gefunden zu haben. Ob die kritischen Stimmen irgendwann verhallen werden, die behaupten, dass Washingtons Taktik zu sehr auf Ovechkin ausgelegt sei und deswegen der Titel nur schwer zu gewinnen sein wird? Sehr wahrscheinlich erst dann, wenn der Stanley Cup in der Hauptstadt stehen würde.

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