Skip to main content

Warum die Stanley Cup Playoffs besonders sind

Im Vergleich zu anderen Sportarten bietet Eishockey gerade in der K.-o.-Runde im Gegensatz zur regulären Saison mehr

von Stefan Herget / NHL.com/de Chefautor

In wohl keiner anderen Sportart unterscheidet sich die reguläre Saison von den Playoffs so stark wie im Eishockey. Eine These, die Fans vom Basketball und Baseball oder American Football möglicherweise anders sehen, doch deutliche Fakten sprechen dafür, dass es so ist.

 

[Hol dir die aktuellsten Nachrichten zu den Stanley Cup Playoffs über Twitter auf @NHLde]

 

Alleine das Reglement des Eishockeys lässt es zu, dass die Partien der Stanley Cup Playoffs sich zumeist deutlich von denen der regulären Saison unterscheiden. Es ist schließlich nur beim Kampf um den Puck möglich, noch härter zu spielen, als dies in gewöhnlichen Spielen ohnehin der Fall ist. Der Körperkontakt ist explizit erlaubt, wenn gewisse Regeln eingehalten werden, und kann deswegen in wichtigen Spielen noch einmal intensiviert werden.

Doch warum bieten das die Akteure nicht auch vorher schon? Die Antwort liegt klar auf der Hand. Die reguläre Saison umfasst für jede Mannschaft 82 Spiele in ungefähr sechs Monaten. In dieser Saison mussten die Spieler sie, abzüglich der drei Tage Weihnachtspause und der vier Tage All-Star Break, in 179 Tagen absolvieren. Das bedeutet, annähernd jeden zweiten Tag im Einsatz zu sein und dazu noch weite Strecken zu reisen. Kein Athlet der Welt würde das verkraften, wenn die Intensität der Playoffs die komplette Zeit über vorherrschen würde.

Für einen überschaubaren Zeitraum von maximal zwei Monaten und insbesondere dann, wenn es um den Titel und den Triumph geht, den Stanley Cup als eine der ältesten und, vielfach behauptet, am schwersten zu erringende Sporttrophäe der Welt zu gewinnen, lässt sich dies schon eher bewerkstelligen.

 

[Ähnliches: Kurze Wege und hohe Spannung im Westen]

 

Ein wesentlicher Unterschied zwischen der Hauptrunde und den Playoffs liegt darin begründet, dass aufgrund der zu absolvierenden großen Spielanzahl von Oktober bis April ein einzelner oder mehrere Siege sowie Niederlagen nicht so stark ins Gewicht fallen, wie dies in einer Best-of-7-Serie der Fall ist. In der sind vier bis maximal sieben Spiele für Siegen oder Fliegen entscheidend. Dementsprechend kommt jeder einzelnen Begegnung eine größere Bedeutung zu und das wiederum potenziert die Spannung und Nervosität bei allen Beteiligten und den Zuschauern.

Gesteigert wird das ganze dadurch, dass in jedem Spiel eine Entscheidung fallen muss. Bei einem unentschiedenen Spielstand abzuwarten und darauf zu hoffen, dass die Uhr schneller herunterläuft, um am Ende der regulären Spielzeit einen Punkt mit nach Hause zu nehmen, bringt in den Playoffs wenig. Das Spiel geht in die Sudden-Death-Overtime, in der so lange gespielt wird, bist ein Tor fällt.

Darin liegt eine weitere Besonderheit beim Eishockey, die zusätzlichen Nervenkitzel einbringt. Während in anderen Sportarten um eine bestimmte Zeit oder Dauer verlängert wird, ist der Ausgang im Eishockey völlig offen. Es kann schnell passieren, wie bei Brian Skrudland, der im Stanley Cup Finale 1986 das Spiel 2 bereits nach 1,9 Sekunden für die Montreal Canadiens entschied und damit das schnellste Tor zum plötzlichen Tod in den Playoffs der NHL erzielte. Oder es kann lange dauern, wie bei Mud Bruneteau, der am 24. März 1936 nach 16:30 Minuten der sechsten Verlängerung das 1:0 der Detroit Red Wings gegen die Montreal Maroons im längsten Spiel der NHL-Geschichte markierte.

 

[Ähnliches: Vorschau auf die erste Playoff-Runde im Osten]

 

Diese Tatsache führt dazu, dass im Eishockey auch Spieler aus den hinteren Reihen zu Helden werden können. Denn ein Trainer muss zwangsläufig auf alle Reihen zurückgreifen, um mit den Kräften seiner Spieler zu haushalten, während es in anderen Sportarten zumeist die Stars sind, die in diesen Momenten eingesetzt werden und glänzen.

Bestes Beispiel dafür ist Bruneteau, ein damals 21-jähriger Rookie-Stürmer, der mit zwei Toren aus 24 Spielen in seine ersten Playoffs startete und sich durch seinen flachen Schuss an Maroons-Torhüter Lorne Chabot vorbei ins Netz bis heute unsterblich gemacht hat.

Freuen wir uns also auf unterhaltsame und spannende Stanley Cup Playoffs, in denen vielleicht neue Helden geboren werden, die die Zuschauer von den Sitzen reißen.

Mehr anzeigen

Die NHL verwendet Cookies, Web Beacons und andere ähnliche Technologien. Durch die Nutzung der NHL Websites oder anderer Online-Dienste stimmen Sie den in unseren Datenschutzrichtlinien und Nutzungsbedingungen beschriebenen Praktiken einschließlich unserer Cookie-Richtlinien zu.