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Warum die Sharks zuversichtlich sein können

von Bernd Roesch / NHL.com

Nach den Partien vom Samstag stehen drei Serien der Stanley Cup Playoffs 2-0, bei vier Serien konnte jedes Team jeweils einen Sieg für sich verbuchen und die Nashville Predators und Anaheim Ducks (Stand: 1-0) sind bisher erst einmal gegeneinander angetreten.

Die einzige Mannschaft, die bisher zwei Auswärtssiege feiern konnte sind die San Jose Sharks. Es ist ausgerechnet jene Franchise, die den Ruf hat keine Playoffmannschaft zu sein. Seit der Saison 1997/98 haben sich die Sharks nur zweimal (2003, 2015) nicht für die Playoffs qualifizieren können. 15 Mal zogen die Sharks in diesen 18 Jahren in die Playoffs ein. Sechsmal war für sie bereits in der ersten Runde und sechsmal in der zweiten Runde der Traum von einem Titelgewinn ausgeträumt.

Die Fans der Sharks üben sich in vorsichtigem Optimismus nach den zwei Auswärtstriumphen ihrer Mannschaft im Staples Center von Los Angeles gegen den Tabellenzweiten der Pacific Division. Ein Optimismus, der durchaus seine Rechtfertigung hat. In den Stanley Cup Playoffs 2013 und 2014 ist San Jose jeweils an den Kings in sieben Spielen gescheitert, doch die Sharks von heute sind nicht mit diesen von damals zu vergleichen.

Trainer Pete DeBoer hat einen deutlich ausgeglicheneren Kader zur Verfügung als sein Vorgänger Todd McLellan ihn hatte. Am Donnerstag in Spiel 1 war Joe Thornton der einzige Stürmer der Sharks der keinen Torschuss verbuchen konnte. Auch San Joses vierte Sturmreihe kam zu reichlich Einsätzen und Eiszeit. Center Tommy Wingels landete sieben Checks in Spiel 1 und vier in der Nacht von Samstag auf Sonntag im zweiten Aufeinandertreffen.

DeBoer erklärte im Anschluss an die Partie seine Spielphilosophie: "Ich bin der festen Meinung, dass man vier Reihen braucht, um in den Playoffs zu gewinnen. Mit dieser Überzeugung bin ich verheiratet."

Ein weiterer Faktor, der die Sharks zuversichtlich stimmen kann, ist ihre Fähigkeit späte Führungen zu verteidigen. Die Sharks haben in der regulären Saison 93,3 Prozent ihrer Spiele gewonnen, bei denen sie in der zweiten Pause vorne gelegen waren (28-0-2). Im Vergleich dazu waren es bei den Kings nur 83,8 Prozent (31-5-1). Auch in der gestrigen Partie gingen die Nordkalifornier mit einer Führung in den letzten Spielabschnitt und verteidigten diese furios, so dass DeBoer voll des Lobes über sein Team war: "Das war ein harter Kampf. Es gab viel Kontakt, viele Zweikämpfe und unsere Jungs haben diese physische Spielweise angenommen und einen guten Job gemacht."

Joe Pavelski, der sich bereits im ersten Aufeinandertreffen am Donnerstag als zweifacher Torschütze hat auszeichnen können und dem bereits in der vierten Minute von Spiel 2 das 1-0 für die Gäste gelungen war, hob hervor welche Bedeutung dieser Treffer für den weiteren Spielverlauf hatte: "Es ist immer gut, wenn du in Führung gehst und dann merkst wie jeder den anderen puscht. Alle unsere Reihen haben Torchancen kreiert und es hat sich bei uns eine Eigendynamik entwickelt." DeBoer ist der Meinung, dass vor allem gegen Los Angeles eine Führung enorm wichtig ist: "Es war ein wichtiges Tor unseres Kapitäns. So gut wie [Kings] die verteidigen, möchtest du in Führung gehen. Es war entscheidend, das Erste zu schießen, das hielt uns im Spiel."

Im Spiel hielt die Sharks auch ihr Schlussmann Martin Jones, dessen NHL-Karriere in der Spielzeit 2013/14 bei den Kings begonnen und für die er in zwei Spielzeiten 34 Partien bestritten hatte. Beim 2-1 Sieg am Samstag hielt Jones dem Angriffsdruck der Hausherren stand, die ihn allein im Schlussdrittel 13 Mal prüften. Zwar musste er beim ersten Aufeinandertreffen drei Gegentore hinnehmen und kam dadurch nur auf eine Rettungsquote von 87,5 Prozent, dieser Wert täuscht aber darüber hinweg, dass den 26-Jährigen keinerlei Schuld an den Gegentoren traf. Zweimal wurde die Scheibe unglücklich abgefälscht und auch bei dem präzisen Schuss von Trevor Lewis, nach einem Alleingang bei Unterzahl, gab es für Jones nichts zu halten. DeBoer ließ durchblicken, dass Jones ihm auch eine wichtige Hilfe dabei sei Interna über die Kings zu erfahren: "Ich habe mit ihm gesprochen. er ist uns eine wertvolle Quelle."

Jetzt gilt es für die Sharks das Momentum aus den zwei Auswärtspartien auch in das heimische SAP Center, wo am Montag das dritte Aufeinandertreffen mit den Kings stattfindet, mitzunehmen. Die Sharks können sich darauf einstellen, dass Los Angeles noch einmal richtig Gas geben wird, um in der Serie nicht schon fast aussichtslos mit 0-3 ins Hintertreffen zu geraten. Man darf darauf gespannt sein, ob San Jose wieder eine Antwort parat haben wird und sich sogar noch einmal steigern kann.

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