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Vorschau Spiel 3: Pittsburgh mit Vorteilen

von Stefan Herget und Axel Jeroma – Eishockey.com / NHL.com

Die Pittsburgh Penguins haben ihre beiden Heimspiele des Stanley Cup Finales gegen die San Jose Sharks, wenn auch knapp, gewonnen und treten mit einer 2-0 Führung in der Serie ihre Auswärtsspiele am Samstag und Montag an.

Das macht die Aufgabe nicht leichter für die Sharks, denn 44 von 49 Mannschaften, die seit der Einführung des Best-of-Seven Modus 0-2 zurücklagen, verloren auch die Serie. Zuletzt konnten die Boston Bruins 2011 einen Rückstand dieser Art im Stanley Cup Finale drehen.

Zwei Redakteure von NHL.com/de blicken voraus auf Spiel 3 und präsentieren ihre Meinung zu den einzelnen Mannschaftsteilen.

Stürmer

Herget: Die Penguins hatten erneut die produktivere Offensive, konnten mehr Akzente setzen und schossen mehr auf das gegnerische Tor. Sowohl die HBK Reihe überzeugte, als auch Sidney Crosby, der dirigierte. San Jose Starspieler Joe Thornton, Joe Pavelski und Logan Couture hatten zusammen nach 40 Minuten nur einen Torschuss. Positiv Tomas Hertl, der unglücklich drei Mal nur den Pfosten traf.

Vorteil: Penguins

Jeroma: Es ist paradox: Mit Logan Couture (8 Tore/18 Vorlagen/26 Punkte), Joe Pavelski (13/9/22) und Brent Burns (6/16/22) liegen drei Stürmer der Sharks in der Playoff-Scorerwertung auf den Rängen 1 bis 3. Doch ausgerechnet in der Finalserie scheint das Pulver der Sharks nass geworden zu sein. Drei Tore nach 120 bisher gespielten Minuten muten nehmen sich recht bescheiden aus und sind zu wenig für ein Team, das nach dem Stanley Cup greifen will. Auf der anderen Seite sprühen die HBK Reihe und Sidney Crosby im Moment geradezu vor Spielfreude. Die Schussbilanz von 71-48 zugunsten der Penguins nach den zwei Begegnungen manifestiert das derzeitige Kräfteverhältnis in der Offensive. Hinzu kommt der wohl wichtigste Fakt: Die Pens haben bislang immer ein Tor mehr gemacht als sie bekommen haben.

Vorteil: Penguins

Verteidiger

Herget: Die Verteidigung der Sharks warf alles in die Waagschale und der Einsatz stimmte. Zu häufig verließen sie sich allerdings auf ihren Torhüter Martin Jones. Offensiv konnten die Verteidiger um Brent Burns kaum in Geltung treten. Dagegen verrichtete die Defensive von Pittsburgh um Kris Letang eine hervorragende Arbeit und limitierte die Angriffe von San Jose auf ein Mindestmaß. Sie konzentriert sich stark auf den Puck anstatt auf die kräftigen Körper der Gegner. Das Konzept geht bislang auf.

Vorteil: Penguins

Jeroma: Die Verteidigung der Sharks erwischte am Mittwoch nicht den besten Abend. Allen voran Brendon Dillon hatte mehrfach mit Unsicherheiten zu kämpfen. So auch vor dem ersten Treffer durch Phil Kessel, als die Penguins ihn und seinen Nebenmann Roman Polak unter Druck setzten und die beiden Sharks-Verteidiger leichtfertig die Scheibe verloren. Zu allem Überfluss fälschte Polak Sekunden später den Puck auch noch unglücklich ab, so dass Kessel nur noch ins leere Tor einschieben musste. Justin Braun betrieb zumindest ein wenig Ehrenrettung für die Verteidiger-Paare der Sharks. Allerdings im Spiel nach vorne. Vier Minuten vor Ende der regulären Spielzeit erzielte er den zwischenzeitlichen Ausgleich.

Die Defensive der Penguins arbeitete bislang in der Finalserie hart und diszipliniert. Sie kassierten in beiden Matches zusammen lediglich vier Strafzeiten. Sollte Pittsburgh erneut nicht mehr als zwei Gegentore zulassen, bestehen gute Aussichten auf den dritten Sieg in Folge.

Vorteil: Penguins

Torhüter

Herget: Pittsburghs Matt Murray spielt gut, aber erneut war es Jones, der die Sharks lange im Spiel hielt und sogar in die Verlängerung führte und ihnen die Chance auf den Sieg gab. Bei beiden Gegentreffern war er machtlos, wie Murray bei seinem.

An Jones liegt es nicht, dass San Jose mit zwei Niederlagen nach Hause kommt.

Vorteil: Sharks

Jeroma: Die beiden jungen Torleute Matt Murray und Martin Jones haben in der Finalserie mehrfach ihre Klasse unter Beweis gestellt. Jones verbuchte am Mittwoch 28 Saves und überzeugte mit einer Fangquote von 95,5 Prozent. Einziger Wermutstropfen war, dass er einmal mehr hinter sich greifen musste, als sein Gegenüber Matt Murray (21 Saves/93,3 Prozent Fangquote). Der hatte zudem bei mehreren Eisentreffern der Sharks das nötige Quäntchen Glück auf seiner Seite.

Vorteil: Sharks

Special Teams:

Herget: Die Special Teams kamen bei lediglich drei Strafzeiten, zwei gegen die Sharks, eine gegen die Penguins, in Spiel 2 kaum zur Entfaltung. Alle drei Überzahlspiele wurden gekillt. Bisher hat sich das starke Unterzahlspiel der Penguins gegen das vorher starke Powerplay der Sharks durchgesetzt.

Vorteil: Penguins

Jeroma: In den beiden Begegnungen gab es bislang lediglich ein Powerplaytor. Dies erzielte Tomas Hertl für die Sharks zum zwischenzeitlichen 1-2 in Spiel 1. Es bleibt abzuwarten, ob die Sharks die Penguins in den beiden nun anstehenden Heimspielen stärker unter Druck setzen können und mehr Gelegenheiten in Überzahl bekommen. Tritt dieser Fall ein, dürften es die Penguins schwerer haben, als zuletzt daheim in Pittsburgh.

Vorteil: Sharks

Zusammenfassung:

Herget: Pittsburgh führt 2-0 in der Serie und geht gestärkt in die Auswärtsspiele in San Jose. Für die Sharks wird es kein leichtes Unterfangen die Serie wieder zu drehen, aber jedes Spiel muss erst gespielt werden. Der Vorteil liegt nicht nur wegen der Statistik erst einmal ganz klar auf Seiten der Penguins.

Vorteil: Penguins

Jeroma: Die Penguins haben es in der Hand, sich mit einem Auswärtssieg in den beiden Spielen am Samstag und Montag einen entscheidenden Vorteil zu verschaffen oder die Serie sogar komplett für sich zu entscheiden. Sie sind derzeit in der Offensive und Defensive einen Tick stärker als die Sharks. Die Historie des Stanley Cups spricht ebenfalls - wie eingangs erwähnt - für die Penguins.

Vorteil: Penguins

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