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Vorschau Spiel 2: Leichter Vorteil Sharks

von Bernd Rösch und Stefan Herget / NHL.com

Mit einem knappen 3-2 dank eines späten Treffers von Nick Bonino in der 58. Minute gewannen die Pittsburgh Penguins Spiel 1 des Stanley Cup Finals gegen die San Jose Sharks und nutzten im ersten Schritt ihren Heimvorteil.

Die erste Begegnung hielt vieles, was wir uns alle vorab versprochen hatten: Schnelligkeit, Einsatz, Kampf und vor allem Spannung bis zum Schluss. Es hat Spaß und Vorfreude auf mehr gemacht, was da noch kommt. Spiel 2 findet am Mittwoch um 8 pm ET (Do. 2:00 Uhr MESZ) erneut in Pittsburgh statt.

Zwei Redakteure von NHL.com/de blicken voraus und ein bisschen zurück, in welchen Bereichen ihrer Meinung nach die Teams zulegen müssen, was sie gut und was sie schlecht gemacht haben.

Stürmer

Herget: Die Penguins waren im ersten und dritten Drittel die offensiv überlegene Mannschaft, die Sharks kamen im zweiten besser ins Spiel. Genau in diesen Phasen trafen dann auch beide. 2-0 für Pittsburgh nach dem ersten, 2-2 Unentschieden nach dem zweiten und 3-2 für Pittsburgh am Ende. Die HBK Reihe der Penguins schlug durch Bonino wieder entscheidend zu. Connor Sheary und Bryan Rust zeigten erneut die Tiefe im Kader der Pens. Ihre Schnelligkeit hat sich weitgehend gegen die Sharks durchgesetzt, auch wenn San Jose seine Möglichkeiten hatte das Spiel trotzdem für sich zu entscheiden.

Vorteil: Penguins

Rösch: Es gibt keine Zweifel daran, dass die Sharks das erste Drittel von Spiel 1 völlig verschlafen haben und nach vorne kaum Akzente setzen konnten. Unbestritten ist aber auch, dass San Joses ausgefuchste Stürmer nur wenige Tormöglichkeiten brauchen - ihre Effektivität zeichnet sie besonders aus. Auch wenn Joe Pavelski der ersten Finalpartie noch nicht seinen Stempel aufdrücken konnte, wer zweifelt daran, dass er im nächsten Match wieder punkten wird. Zwei Partien hintereinander ohne Scorerpunkt blieb der 31-jährige Center zuletzt am 3. und 5. Mai in der zweiten Runde gegen die Nashville Predators. Unter den sechs besten Scorern der Playoffs befinden sich mit Logan Couture, Pavelski, Brent Burns und Joe Thornton vier Sharks, aber mit Phil Kessel nur ein Penguin. San Joses beide Torschützen von Montagabend, Tomas Hertl und Patrick Marleau, sind nicht unter den sechs Besten - das nenne ich Tiefe in der Offensive.

Vorteil: Sharks

Verteidiger

Herget: Es war symbolisch, dass das 3-2 der Penguins ausgerechnet fiel, als Sharks Verteidiger Brent Burns seinen Schläger verlor und nur noch verzweifelt versuchte einzugreifen. Er konnte Kris Letang nicht am Passen hindern und Bonino verwertete. Burns bereitete wieder beide Treffer in der Offensive vor. Der Mann ist ein Phänomen! Pittsburghs Abwehrreihen verrichteten eine gute Arbeit im Stören des Aufbauspiels und sie spielten ihre Stärke im Blocken von Schüssen 21 Mal aus.

Vorteil: Penguins

Rösch: Spricht man über die Defensive der Sharks fällt sofort der Name Burns. San Jose verfügt aber noch über ganz andere Abwehrrecken, die gute Arbeit verrichten. Marc-Edouard Vlasic weist mit +11 den besten +/-Wert aller Verteidiger in den Playoffs aus und Paul Martin ist mit +10 zweitbester Blueliner vor Burns (+8), der sich den dritten Platz mit Penguins Ian Cole teilt. Man darf davon ausgehen, dass sich die Defensive der Sharks nicht ein zweites Mal so überrumpeln lässt wie in Spiel 1. Crosby & Co. wird es nicht mehr so leicht fallen, so schnell durch die neutrale Zone zu kommen wie am Montag.

Vorteil: Sharks

Torhüter

Herget: Pittsburghs Matt Murray hatte einen ruhigeren Abend mit 26 Torschüssen, die er auf sein Tor bekam. In den entscheidenden Phasen war er zur Stelle, zeigte im dritten Drittel einige gute Paraden, aber bei 1-2 durch Tomas Hertl sieht er auch nicht gut aus, als er den Puck aus schlechtem Winkel durch die Beine bekommt. Sharks Martin Jones zeigte 38 Saves und hielt seine Farben überhaupt so lange im Spiel. Das Vertrauen vom San Jose Team in seinen Schlussmann ist enorm groß und das ist auch zu spüren.

Vorteil: Sharks

Rösch: Mit Jones hat San Jose einen Torhüter, auf den es sich verlassen kann. Überragend war seine Vorstellung im ersten Stanley Cup Finale. Trotz der drei Gegentreffer kam er noch auf eine Fangquote von 92,7 Prozent. Sein Gegenüber Murray zeigte einige Schwächen im Tor der Gastgeber (Fangquote 92,3%). Wer weiß, ob nicht wieder die Torwartfrage in Pittsburgh gestellt worden wäre, hätten die Penguins nicht noch kurz vor Spielende das Siegtor erzielt und eventuell in der Verlängerung verloren?

Vorteil: Sharks

Special Teams:

Herget: Die Penguins wollten von der Strafbank wegbleiben, weil sie das gute Powerplay von San Jose fürchteten. Das gelang ihnen weitgehend, doch eine von zwei Situationen konnten die Sharks verwerten. Bei der wichtigen zweiten Möglichkeit kurz nach dem 3-2 versagten sie jedoch und Pittsburgh brachte den Vorsprung über die Runden. Diese konnten drei Überzahlsituationen in keinen Treffer ummünzen und wurden von San Jose gekillt.

Vorteil: Sharks

Rösch: Bei den Special Teams liegt San Jose ganz klar vor seinem Finalrivalen. 18 Powerplaytreffer konnten die Sharks bereits in den Playoffs erzielen. Nahezu jede dritte Überzahlsituation beenden die Kalifornier mit einem Treffer (27,7%). Pittsburgh weist eine Erfolgsquote im Powerplay von 22,4% aus. Im Penalty Killing nehmen sich die Stanley Cup Finalisten nur wenig. Die Unterzahlformationen der Kontrahenten haben jeweils zehn Gegentreffer kassiert. Pittsburgh liegt mit einer Erfolgsquote von 82,5% nur knapp vor den Sharks mit 81,5%.

Vorteil: Sharks

Zusammenfassung:

Herget: Die Penguins führen 1-0 in der Serie, dadurch haben sie natürlich den Vorteil. Klar, dass sich der Druck auf die Sharks, nicht frühzeitig vorentscheidend in Rückstand zu geraten erhöht, doch auch Pittsburgh ist gefordert, den Heimvorteil zu halten und wird deswegen auch in Spiel 2 nicht befreit aufspielen können.

Vorteil: Penguins

Rösch: Da man davon ausgehen kann, dass die Sharks nicht ein zweites Mal die gleichen Fehler begehen wie in Spiel 1 und nun auch die aufgeladene Atmosphäre im Consol Energy Center kennen, sehe ich sie leicht im Vorteil. Einen weiteren Ausrutscher auf fremden Eis sollten sie sich aber nicht leisten. Das wissen auch die Spieler der Sharks ganz genau und werden hochkonzentriert den Hausherren das Leben schwer machen, und zwar von der ersten Spielminute an.

Vorteil: Sharks

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