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Heimstark: Nashville trifft auf Winnipeg

Starke Defensivreihen und zwei unterschiedliche Goalies

von Christian Rupp @IamCR1 / NHL.com/de Autor

Hochspannung verspricht die Serie zwischen den Nashville Predators und den Winnipeg Jets im Conference-Halbfinale der Stanley Cup Playoffs 2018 in der Western Conference. Die beiden heimstarken Rivalen aus der Central Division verfügen über gute Defensivreihen und viel Tiefe in der Offensive. Machen am Ende die Goalies den Unterschied aus? Zwischen beiden Startern liegt immerhin ein Altersunterschied von elf Jahren.

Der Weg ins Conference-Halbfinale

Nashville ging als turmhoher Favorit in die Serie gegen die Colorado Avalanche und brauchte am Ende sechs Spiele zum Weiterkommen (4:2). Die Avs schafften es, das enorme Tempo der Preds über weite Strecken mitzugehen und stellte die Truppe aus Tennessee phasenweise vor Probleme. Verteidiger P.K. Subban sah daraus einen gestärkten Teamgeist wachsen: "Selbst als es schwer wurde, waren wir gut, sind nicht aufeinander losgegangen oder haben uns angemeckert. Wir sind eng zusammengerückt und ihr konntet sehen, was passiert, wenn man zusammenhält."

 

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Die Winnipeg Jets setzten sich in fünf Spielen gegen die Minnesota Wild durch (4:1). Dabei gewannen die Kanadier alle drei Heimspiele im Bell MTS Place, in dem die Fans traditionell in den Playoffs komplett in Weiß erscheinen. Damit wird ein Wetter-Phänomen nachgeahmt, das in Polar-Gebieten mit viel Schnee vorkommt. Da nur noch Weiß zu sehen ist, verschwinden Kontraste und Konturen, was zu Desorientierung und Angstzuständen führt. In der 1. Runde hat das Zusammenspiel von Fans und Mannschaft jedenfalls bestens funktioniert. "Ich muss einfach lächeln, es ist eine spannende Zeit", zeigt sich Jets-Center Mark Scheifele begeistert.

Heimstarke Teams - Spieler erwarten enge Serie

Heimstark sind allerdings beide Klubs: Nashville stellte das viertbeste Heim-Team in der regulären Saison (28-9-4). Die komplett in Gelb gehüllte Bridgestone Arena gilt als eine der lautesten Hallen in der NHL. Die beste Mannschaft auf eigenem Eis stellt aber Winnipeg (32-7-2). So verwundert es nicht, dass jedes der fünf Hauptrunden-Duelle an das Heim-Team ging. Die Predators gewannen drei (5:3, 6:5, 3:1), die Jets zwei Vergleiche (6:4, 5:4 n.P.). Eng waren die Begegnungen immer - und mit 8,4 Treffern pro Partie zudem sehr torreich.

Video: WPG@NSH: Preds erzielen zwei Shorthander in 34 Sek.

Entsprechend erwarten auch die Spieler eine spannende Serie. "Beide Mannschaften sind sehr ausgeglichen", sagt Jets-Verteidiger Tyler Myers. "Beide Teams können treffen, beide Teams können verteidigen. Es wird eine gute Serie mit vielen Checks", so Stürmer Adam Lowry. "Die Hockey-Philosophie und der Spiel-Stil sind sehr ähnlich", meint Winnipegs Coach Paul Maurice.

Offensive: Center als wichtiger Faktor - Scheifele eiskalt

Nashville stellt mit 22 Toren die viertbeste Offensive im Wettbewerb, hat aber im Powerplay noch Luft nach oben (15,8, 11.). Die Predators verfügen über viel Tiefe und sind nicht mehr abhängig von ihrer erneut dominant aufspielenden "JoFA"-Reihe mit Ryan Johansen, Filip Forsberg und Viktor Arvidsson (zusammen acht Tore, sechs Assists). Das beste Beispiel hierfür ist die dritte Sturmreihe um Colton Sissons, Nick Bonino und Austin Watson (neun Tore, zehn Assists). Über besonders viel Tiefe verfügt Smashville auf der Center-Positon, wo mit Johansen (59,6 Prozent), Kyle Turris (51,5), Bonino (65,2), und Mike Fisher (75,5 Prozent) starke Bully-Spieler gesetzt sind. Die Preds haben mit 59,1 Prozent die beste Faceoff-Quote im laufenden Wettbewerb.

Auch Winnipeg verfügt über Tiefe im Angriff. Die Speerspitzen in der Offensive heißen Scheifele (vier Tore, ein Assist, Schuss-Effizienz 30,8 Prozent) und Patrik Laine (zwei Tore, zwei Assists, 13,3 Prozent Effizienz), die immer für ein Tor gut sind. "Gegen Winnipeg müssen wir gutes, defensives Hockey spielen. Sie sind eines der besseren Teams in dieser Liga, sie haben in der Offensive viel Talent und Firepower", warnt Preds-Goalie Pekka Rinne vor den Jets. "Es wird auf die Schützen ankommen", erwartet auch Maurice angesichts zweier defensivstarker Teams.

Video: MIN@WPG, Sp5: Scheifele schließt perfektes PP-Tor ab

Defensive: Preds als Puckeroberer - Jets teilen Checks aus

Die eigentlich klangvolle Defensive in Music City reagierte ein wenig überrascht vom schnellen Offensivspiel der Avs und ließ in der 1. Runde 15 Gegentore zu (6.). In der Verteidigung ist Nashville dank exzellenter Blueliner wie Schweizer Roman Josi, Subban oder Ryan Ellis stark. Auch die Stürmer helfen durch aggressives Forechecking und dem gefürchteten "Neutral Zone Trap" aktiv mit. Mit Johansen (sieben, 2.), Watson (sieben, 2.), Schweizer Kevin Fiala (sechs, 5.) und Forsberg (fünf, 10.) wissen die Predators gleich vier der besten zehn Play-off-Puckeroberer in ihren Reihen. Insgesamt schon 56 Takeaways bedeuten den Spitzenwert. Auch das Penalty Killing kann sich sehen lassen (90 Prozent).

Winnipeg verfügt über eine physisch gewaltige Abwehr mit bislang überzeugenden Shutdown-Fähigkeiten (erst vier Gegentreffer, 4.). Die Verteidiger-Hünen Dustin Byfuglien (1,95 Meter groß, 118 Kilogramm schwer, fünf Hits pro Spiel) und Ben Chiarot (1,91 Meter groß, 99 Kilogramm schwer, 4,4 Hits/Partie) räumten bislang ordentlich auf. Dringend steigern müssen sich die Jets in Unterzahl (76,9 Prozent).

 

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Tor: Routinier Rinne gegen Debütant Hellebuyck

Nashvilles Torwart Pekka Rinne startete mit einem Gegentorschnitt von 2,6, 90,9 Prozent Fangquote und einem Shutout solide in die Playoffs 2018. Der 35-jährige Finne zählt nicht zuletzt dank seiner Erfahrung zu den besten Keepern der Liga. In seinen 7. NHL-Playoffs zeigte sich Rinne bislang auf der Fanghand-Seite (neun von 14 Gegentoren) verwundbar.

Sein Gegenüber Connor Hellebuyck startete stark in seine ersten NHL-Playoffs überhaupt, ließ nur 1,94 Gegentore/Spiel zu, zeigte eine Fangquote von 92,4 Prozent und kommt auf zwei Shutouts. Anfällig zeigte sich der 24-jährige US-Amerikaner lediglich auf der Stockhand-Seite (sieben von neun Gegentreffern). "Wir haben einen der besten Torhüter der Liga", betont Lowry.

Nashville gewinnt, weil…

…die Predators mehr Geschwindigkeit haben, den Gegner mit ihrer aggressiven Spielweise überfordern und als Presidents'-Trophy-Gewinner Heimrecht besitzen.

Winnipeg gewinnt, weil…

…die Jets mit ihrer enormen Physis Schaden anrichten und die Preds vom Whiteout geblendet werden.

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