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Vorschau: Eastern Conference Finale

von Bernd Roesch / NHL.com

Pittsburgh Penguins (2. Metropolitan, 104 Pkt.) - Tampa Bay Lightning (2. Atlantic, 97 Pkt.)

Mit den Tampa Bay Lightning und den Pittsburgh Penguins stehen jene zwei Mannschaften im Eastern Conference Finale, die im Osten in den diesjährigen Stanley Cup Playoffs kämpferisch, aber auch spielerisch, am meisten überzeugen konnten.

Besonders beeindruckend waren Tampas letzte vier Auftritte in der zweiten Playoffrunde gegen die New York Islanders.

Nachdem die Lightning Spiel 1 zuhause mit 3-5 Toren verloren hatten, konnten sie vier Siege in Folge einfahren und zogen am Sonntag mit einem 4-0 Heimtriumph als erste Mannschaft in diesem Jahr in das Conference Finale ein. Auch die Penguins mussten in ihrer Serie gegen die Washington Capitals, dem punktbesten Team der regulären Saison, nicht über die volle Distanz von sieben Spielen gehen. Sie gewannen am Dienstag Spiel 6 nach Verlängerung mit 4-3 Toren. In drei der sechs Partien fiel die Entscheidung erst in der Overtime.

Pittsburgh gewann zwei Overtimes im heimischen Consol Energy Center und Tampa konnte zweimal im Barclays Center nach Verlängerung das Eis als Sieger verlassen. Für Tampa ist es die zweite Conference Finalteilnahme in Folge. Die Penguins standen zum letzten Mal im Jahre 2013 in einem Finale, in dem sie den Boston Bruins in fünf Spielen unterlagen.

Das letzte und bisher einzige Aufeinandertreffen in den Playoffs gab es zwischen den Penguins und Lightning im Conference Viertelfinale 2011. Damals gewann die Franchise aus Florida mit 4-3 Siegen, nachdem sie in der Serie bereits mit 1-3 hinten gelegen waren.

Die Penguins genießen in der kommenden Finalserie zunächst das Heimrecht aufgrund der mehr erreichten Punkte in der regulären Spielzeit - ein Vorteil, der nicht zu unterschätzen ist. In den diesjährigen Playoffs konnte das Team von Headcoach Mike Sullivan, genauso wie ihr kommender Gegner, fünf von sechs Partien vor heimischer Kulisse gewinnen.

Spiel 1 findet bereits in der Nacht von Freitag auf Samstag um 2:00 Uhr MESZ in Pittsburgh statt.

Die Penguins sind in den laufenden Playoffs das offensivstärkste Team. Im Schnitt erzielten sie 3,36 Tore pro Spiel.

In der ersten Runde gegen die New York Rangers waren Teamkapitän Sidney Crosby und Center Evgeni Malkin mit acht bzw. sieben Scorerpunkten noch ihre punktbesten Akteure, gegen die Capitals zeichneten sich dann die Flügelstürmer Carl Hagelin und Phil Kessel als Punktelieferanten aus. Der 28-jährige Kessel und der ein Jahr ältere Schwede Patric Hornqvist sind mit fünf Toren Pittsburghs erfolgreichste Playoff-Torschützen. Erfreulicherweise hat sich auch Tom Kuhnhackl einen Stammplatz im Kader der Penguins erkämpft.

Der deutsche Stürmer kam in den elf Playoffpartien auf zwei Tore und drei Vorlagen.

Pittsburghs Topverteidiger sind Kris Letang und Trevor Daley, die auch unheimlich viel für das Offensivspiel machen. Im Tor setzten die Penguins auf ihren jungen Schlussmann Matt Murray. Der 21-Jährige, der über noch keinerlei NHL-Playofferfahrung verfügte, überraschte durch ganz solide Vorstellungen in seinen neun Auftritten, kam auf eine Rettungsquote von 93,5 Prozent und konnte sogar in Spiel 2 gegen die Rangers einen Shutout für sich verbuchen.

Trotz dieser eindrucksvollen Werte von Murray sind die Lightning auf der Torhüterposition stärker einzuschätzen. Ben Bishop hat in den ersten zwei Runden unter Beweis gestellt, dass er zu den Besten seines Fachs zählt. In seinen zehn Auftritten wehrte der 29-Jährige 93,8 Prozent aller Torschüsse ab, die auf sein Tor kamen, hielt zweimal seinen Kasten sauber und weist mit einem Gegentrefferschnitt von 1,89 den besten Wert aller in den Playoffs noch vertretenen Torhütern aus.

Die Defensivabteilung der Lightning, angeführt von Victor Hedman und Jason Garrison, konnte insgesamt überzeugen. Keine andere Mannschaft, die in der zweiten Playoffrunde stand, kassierte weniger Gegentore als die Lightning.

Tampas Torefabrik trägt einen Namen - Nikita Kucherov. Der 22 Jahre junge Stürmer ließ den Ausfall von Kapitän Steven Stamkos verschmerzen, traf viermal in der Erstrundenserie gegen die Detroit Red Wings und zeichnete sich in vier von fünf Partien gegen die Islanders als Torschütze aus. Zusammen mit Center Tyler Johnson (4 Tore, 9 Vorlagen) weist Kucherov mit +11 den höchsten +/-Wert aller Spieler der Lightning aus.

Bei den Special Teams trifft das beste Penalty Killing auf das erfolgreichste Powerplay. Die Lightning überstanden 88,4 Prozent aller Unterzahlsituationen schadlos und mussten mit einem Mann weniger auf dem Eis nur fünf Gegentore hinnehmen. Zwei mehr kassierten die Penguins, ihre Unterzahlquote beträgt 83,3 Prozent. Dem entgegensetzen kann Pittsburgh ein starkes Überzahlspiel: In 40 Überzahlsituationen gelangen ihnen elf Powerplaytreffer (27,5%).

Die Lightning standen 43 Mal mit mindestens einem Mann mehr auf dem Eis und trafen siebenmal ins Schwarze (16,3%).

Mein Tipp: Penguins gewinnen die Serie mit 4-3 Siegen

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