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Vorschau auf die zweite Playoff-Runde im Osten

In der Eastern Conference kommt es zum Kräftemessen der großen Außenseiter

von Robin Patzwaldt @RobinPatzwaldt / NHL.com/de Autor

Die Eastern Conference entpuppte sich zum Auftakt der Stanley Cup Playoffs als wahre Wundertüte. Wer hätte schon ernsthaft damit gerechnet, dass es in der zweiten KO-Runde zum direkten Duell der großen Außenseiter New York Islanders und Carolina Hurricanes kommen wird? Und auch mit dem Duell der Boston Bruins gegen die Columbus Blue Jackets hätten sicherlich nur die risikofreudigsten Tipper gerechnet. NHL.com/de hat die vier Teams, die um den Einzug ins Conference-Finale kämpfen, für die Vorschau unter die Lupe genommen.

New York Islanders - Carolina Hurricanes

Der Weg in die zweite Runde: Erstmals in der langen Geschichte der Liga wird es in den Playoffs zu diesem Duell kommen. Die New Yorker triumphierten völlig überraschend mit 4:0-Siegen über die hoch gehandelten Pittsburgh Penguins. Die Hurricanes benötigten gute Nerven und viel Kraft, um sich gegen den Titelverteidiger, die Washington Capitals, nach sieben Begegnungen mit 4:3-Siegen durchzusetzen. Beide Teams sind zuletzt nicht gerade erfolgsverwöhnt gewesen, wenn es in der NHL in die KO-Phase ging. Erstmals seit 2009 überstand Carolina wieder eine erste Runde. Den Islanders gelang dieses Kunststück letztmals im Jahre 2016.

Die Stärken beider Teams: Die Islanders haben sich seit der Amtsübernahme von Coach Barry Trotz vor allem im Defensivbereich gesteigert. Im Vorjahr noch die Schießbude der Liga, überzeugten die New Yorker in der abgelaufenen Hauptrunde schon durch eine deutlich stabilere Abwehr. Diese Tendenz hat sich in der Playoffrunde gegen Pittsburgh bestätigt. Lediglich sechs Gegentore in vier Spielen gegen eine mit Topstars à la Sidney Crosby und Evgeni Malkin gespickte Angriffsmaschinerie des Gegners, das zeugt schon von Klasse. Hinzu kommt die enorme Ausgeglichenheit des Kaders, der den Abgang von Superstar John Tavares im vergangenen Sommer sehr gut kompensiert hat. Bester PO-Torschütze und Punktelieferant der Islanders ist bislang Jordan Eberle. Ihm gelangen gegen die Penguins vier Tore und sechs Vorlagen.

 

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Die Hurricanes ihrerseits überzeugten in erster Linie in der Offensive, konnten gegen Washington 21 Treffer sammeln. Das ist ein Durchschnitt von drei Toren pro Spiel. Zu verdanken haben die Hurricanes diese guten Zahlen auch der Produktion ihrer Blue Line-Spezialisten. Jaccob Slavin und Dougie Hamilton verbuchten gemeinsam 15 Zähler. Slavin ist der Teamleader in Sachen Punkte, kommt auf beachtliche neun Assists. Hamilton verbuchte bislang sechs Zähler (3 Tore, 3 Assists).  

Die Schwächen beider Teams: Wenn ein Team in Runde eins einen Sweep hinlegt, mag man von Schwächen in diesem Zusammenhang gar nicht sprechen, aber zu verbessern ist bei den Islanders sicherlich die Offensivausbeute. Solange jedoch Robin Lehner so zu überzeugen weiß wie in Runde 1, reicht die aktuelle Produktivität in der Offensive aus.

Für die Hurricanes gilt es gegen die Islanders ihren Gegentorschnitt zu senken. Petr Mrazek im Tor hat mit einer Fangquote von lediglich 89,9 Prozent gegen Washington einen wunden Punkt offenbart. Im Vergleich zu Lehners 95,6 Prozent könnte dies der entscheidende Schwachpunkt der Mannschaft aus Carolina sein.

Die Prognose: Nach einem langen und kräfteraubenden 7-Spiele-Duell gegen die Titelverteidiger aus Washington bleiben den Hurricanes nur wenige Stunden, um ihre Batterien wieder aufzuladen, bevor es am Freitag zum ersten Kräftemessen mit den Islanders kommt. Hier stellt sich wie immer bei solchen Gelegenheiten die Frage, was für ein Team besser ist, eine lange Pause, so wie sie die New Yorker genießen durften, oder aber ein durchgängiger Spielrhythmus, wie Carolina ihn durchleben muss. Hiervon wird in den kommenden Tagen auch abhängen, welches der beiden Außenseiterteams den Sprung in das Finale der Eastern Conference schafft. Konnten die Islanders ihre Konzentration aufrechterhalten, dürften sie sich gegen schon sieben Mal extrem geforderte Kontrahenten durchsetzen. Hat sie die Spielpause jedoch eher irritiert, haben die Spieler von Coach Rod Brind'Amour gute Chancen auf ein Weiterkommen.

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Der X-Faktor: Eine große Unbekannte in diesem Vergleich ist sicherlich die Tatsache, dass die Islanders zwischen Runde 1 und 2 ihre Heimstätte wechseln werden. Fanden die Heimspiele der ersten Runde gegen Pittsburgh noch im altehrwürdigen Nassau Coliseum statt, empfangen die New Yorker die Gäste aus Raleigh im Barclays Center zu Brooklyn. Dort hatten sie in der Hauptrunde eine Ausbeute von 12-6-2 aufzuweisen.

Boston Bruins - Columbus Blue Jackets

Der Weg in die zweite Runde:  Auch mit der zweiten Begegnung in Playoff-Runde 2 in der Eastern Conference haben so wohl nur die allerwenigsten Fans und Experten gerechnet. Kaum zu glauben, dass sich hier nun die Columbus Blue Jackets und die Boston Bruins gegenüberstehen werden. Während die Bruins einen 2:3-Serienrückstand gegen die hoch gehandelten Toronto Maple Leafs mit Glück und Geschick in einen 4:3-Erfolg umwandeln konnten, setzten sich die Blue Jackets sensationell glatt mit 4:0 gegen die Überflieger der Hauptrunde 2018/19, die Tampa Bay Lightning, durch.

 

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Die Stärken beider Teams: Schon der Verlauf der ersten Runde verdeutlicht, mit welchen Vorzügen die Kontrahenten wuchern können. Columbus verstärkte sich zur Tradedeadline Ende Februar mit hochkarätigem Personal. So kamen unter anderem Spieler wie Matt Duchene oder Ryan Dzingel frisch zum Team. Es dauerte einige Zeit, bis sich der neue Kader gefunden hatte. Nach einer mageren Ausbeute von 5-7-1 steigerte sich die Blue Jackets zum Hauptrundenende in einen echten Lauf, der auf den letzten Drücker noch eine Playoff-Teilnahme für den Kader von Coach John Tortorella ermöglichte. Der Auftakt in die KO-Phase setzte diese Tendenz beeindruckend fort. 11 Siege aus 12 Spielen stehen derzeit in den Statistiken. Das Momentum ist also klar auf der Seite der Blue Jackets.

Boston andererseits kann in erster Linie mit den Statistiken seiner Offensivkräfte punkten, die das Team über die Hürde Toronto gebracht haben. Brad Marchand führt die Rangliste der Punktelieferanten in Boston an. Er kommt bisher auf 9 Zähler (4 Tore, 5 Assists). Auch auf David Pastrnak (2 Tore, 4 Assists) und Patrice Bergeron (3 Treffer, 2 Vorlagen) war einmal mehr Verlass, als es für die Bruins darauf ankam. 20 Punkte für diese drei, das spricht schon eine eindeutige Sprache.

Die Schwächen beider Teams:  Ähnlich wie in der anderen Partie, wo die Islanders mit einen Sweep in die zweite Runde einzogen, fällt es ebenso im Falle der Blue Jackets schwer, eine Schwäche zu benennen. Blickt man allerdings auf die Hauptrunde zurück, könnte sich die mangelhafte Konstanz von Torhüter Sergei Bobrovsky als eine solche entpuppen. Gegen Tampa Bay glänzte er mit einer Fangquote von 93,2 Prozent und einem Gegentorschnitt von 2,01, doch waren seine Leistungen in den Wochen zuvor häufig zu inkonstant.

Boston seinerseits kann sich in Heimspielen deutlich steigern. Zwei Heimspiele gingen zuletzt gegen die Leafs verloren, so dass ein Weiterkommen nur über Auswärtssiege möglich wurde. In Spiel sechs stand das Team daher sogar schon vor dem Aus. Gegen Columbus sollte sich dies nicht wiederholen, wenn ein Einzug in das Conference Finale Realität werden soll.

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Die Prognose: Diese Serie erscheint fast unmöglich vorherzusagen. Hier stellt sich ebenfalls die Frage, wie die Blue Jackets die zehntägige Pause seit ihrem letzten Spiel verkraftet haben. Konnten sie neue Kräfte sammeln, oder aber sind sie aus dem Spielrhythmus gekommen? Columbus wird mit dem Schwung der letzten Wochen in die nächste Runde kommen, wenn sie die Konzentration und die erforderliche Spielschärfe nicht verloren haben. Die Bruins haben durch die zwei Siege gegen Toronto, bei denen sie schon mit dem Rücken zur Wand standen, das Momentum auf ihrer Seite. Wenn Columbus nur ein Stück weit nachlässt, wird hingegen Boston siegen.

Der X-Faktor: Bei diesem Kräftemessen wird es einige besonders emotionale Heimkehrer geben. So wuchs zum Beispiel Sean Kuraly, der für Boston zum großen Helden in Spiel 7 der ersten Runde wurde, in Columbus auf. Auf der anderen Seite stammt Blue Jackets Coach Tortorella aus Boston. Erfahrungsgemäß motiviert eine solche Rückkehr immer besonders. Wer davon am Ende einen Vorteil hat, das bleibt abzuwarten.

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