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Vorschau auf die Teams der Central Division

von Stefan Herget / NHL.com

Gut eine Woche vor dem Start der Saison 2015-16 blicken wir in einer Serie auf alle Mannschaften. Wo und wie haben sich die Teams verstärkt? Was ist von ihnen zu erwarten? Unsere Vorschau gibt eine Analyse, was zu erwarten ist. Wir begannen am Dienstag mit der Pacific Division, heute folgt die Central Division, am Donnerstag die Metropolitan Division und am Freitag die Atlantic Division.

(2014-15: 51 Siege - 24 Niederlagen - 7 OT/SO Niederlagen, 1. Central)

In St. Louis geht das Gespräch häufig über den Misserfolg in den Playoffs. Seit ein paar Jahren werden die Blues als Titelkandidat gehandelt, doch das frühe Scheitern in der KO-Runde war bisher Programm. Wie jedes Jahr gilt es erst einmal die Qualifikation zu schaffen, in der Vergangenheit das kleinste Problem.

Eine starke Mannschaft hat Trainer Ken Hitchcock zusammen und daran hat sich im Sommer nicht viel geändert. T.J. Oshie wurde in einem Trade mit den Washington Capitals abgegeben, doch im Gegenzug kam mit Troy Brouwer ein adäquater Ersatz, wenn gleich er ein anderer Typ von Spieler ist. Ein klasischer Brecher, der keinen Zweikampf vor dem Tor scheut und so vor allem David Backes zur Seite stehen soll.

Der Vertrag mit Torhüter Jake Allen wurde am 3. Juli um zwei Jahre verlängert. Er wird beweisen müssen, dass er eine gute Nummer 1 ist und den Konkurrenzkampf gegen Brian Elliott annimmt.

In den Playoffs erhielt Allen den Vorzug, doch die 2-4 Niederlage in der Serie gegen die Minnesota Wild konnte er nicht verhindern.

Hitchcock hält seine Mannschaft für sehr talentiert, aber er mekt an, dass Talent noch keine Spiele gewinne. Der alte Fuchs weiß, wie der Hase läuft.

Er und die Blues wissen um die schwere Aufgabe sich zunächst in der Central Division für die Playoffs zu qualifizieren.

(2014-15: 47 Siege - 25 Niederlagen - 10 OT/SO Niederlagen, 2. Central)

Die Nashville Predators haben unter Trainer Peter Laviolette in die Erfolgsspur gefunden und eine starke reguläre Saison 2014-15 gespielt. Ihren zweiten Platz in der Division hatten zumindest nicht viele auf der Rechnung.

Es wird auch schwer werden, diesen Erfolg zu wiederholen, wenn gleich die Mannschaft weitgehend zusammen blieb und punktuell noch verstärkt wurde.

Stürmer Cody Hodgson bringt weitere Qualität in die Offensive. Pech für ihn, dass er sich in der Vorbereitung verletzte und erst jetzt den Anschluss suchen muss. Für das Schweizer Talent Kevin Fiala ist hingegen erst einmal wieder Warten angesagt, denn er wurde vorerst in die AHL geschickt, wo er sich neu beweisen muss.

Vor dem von Pekka Rinne gehüteten Tor wollen die Predators weiter dem wieder genesenen Shea Weber und dem Schweizer Roman Josi vertrauen, die viel Eiszeit abspulen.

Für Entlastung sollen zunehmend Jungstar Seth Jones und Neuzugang Barret Jackman sorgen. Letzterer soll mehr körperliche Präsenz in die Defensive einbringen.

Die Predators sehen sich auf einem guten Weg um den Stanley Cup mitspielen zu können. Vorher muss aber erst die Division erfolgreich bestritten werden. Ein Unterfangen, das zum Stolperstein werden kann.

(2014-15: 48 Siege - 28 Niederlagen - 6 OT/SO Niederlagen, 3. Central)

Der Titelverteidiger steht nach seinem dritten Stanley Cup Gewinn in den vergangenen fünf Jahren erneut vor einem kleinen Neubeginn. Bereits nach den Titelgewinnen 2010 und 2013 mussten aufgrund von Problemen mit der Gehaltsobergrenze Schlüsselspieler abgegeben werden, doch General Manager Stan Bowman hat den Spagat stets gut hinbekommen. Dieses Mal auch?

Mit der Verpflichtung von Trevor Daly aus Dallas wurde ein guter Fang gemacht und der Abgang von Johnny Oduya kompensiert. Bei den Abgängen von Patrick Sharp und Brandon Saad wurden gute Spieler akquiriert, die weniger Gehalt auf dem Zettel haben.

So zum Beispiel Center Artem Anisimov oder der 20 Jahre junge Flügelstürmer Marko Dano.

Das Gerüst der Mannschaft um Kapitän Jonathan Toews, Patrick Kane, Marian Hossa und in der Defensive Duncan Keith, Brent Seabrook und Niklas Hjalmarsson, sowie Torhüter Corey Crawford blieb erhalten.

Auch konnte der Vertrag mit dem talentierten und soliden Schweden Marcus Krueger verlängert werden.

Chicago wird durch die Abgänge nicht ins Mittelmaß verfallen. Eine Topplatzierung in der Central Division ist aber kein Selbstläufer.

(2014-15: 46 Siege - 28 Niederlagen - 8 OT/SO Niederlagen, 4. Central)

Nicht viel hat sich bei den Minnesota Wild im Sommer getan. Offenbar eine Reaktion darauf, dass die Mannschaft einen furiosen Schlussspurt in der regulären Saison hingelegt hat und erneut in die zweite Runde der Playoffs eingezogen ist.

Nun wird die vierte Qualifikation in Serie angestrebt.

Ziel muss es sein besser zu treffen, denn die 227 erzielten Tore waren nur der 12. Platz in der NHL. Einige der Spieler, wie Jason Pominville, Thomas Vanek, Jason Zucker oder Nino Niederreiter haben Luft nach oben und könnten so das Manko beseitigen.

Ryan Suter war in der Verteidigung mit im Schnitt über 29 Minuten Eiszeit der Marathonmann der NHL. Trainer Mike Yeo hat bereits angekündigt, dass er entlastet werden soll. Vor allem auf Jared Spurgeon und Jonas Brodin soll ein größerer Part zukommen.

Aber auch Marco Scandella, der in der zweiten Hälfte der Spielzeit stark auftrumpfte, steht im Fokus. Mit seinem guten Schuss kam er auf elf Treffer und könnte mehr Zeit in Überzahl bekommen.

Ein Schlüsselfaktor bleibt Torhüter Devan Dubnyk. Fraglich, ob er seine Höchstform von einem Gegentorschnitt von nur 1,78 und einer Fangquote von 93,6 Prozent seit seinem Wechsel aus Arizona Mitte Januar bestätigen kann.

Doch notfalls stehen ein guter Darcy Kuemper und Niklas Backstrom, der allerdings seine Ellbogenverletzung erst auskurieren muss, ebenfalls noch in der Hinterhand bereit.

Die Wild haben einige Unsicherheitsfaktoren, aber wenn vieles passt, dann können sie erneut eine gute Rolle spielen.

(2014-15: 43 Siege - 26 Niederlagen - 13 OT/SO Niederlagen, 5. Central)

Nach dem Erreichen der Playoffs erstmalig seit 2007 mit einem Franchiserekord von 99 Punkten sind die Erwartungen in der eishockeyverrückten kanadischen Provinz groß.

Dabei sind Veränderungen spürbar, denn die Stürmer Michael Frolik, Lee Stempniak, Jiri Tlusty und Jim Slater haben das Weite gesucht. Kapitän Andrew Ladd und Verteidiger Dustin Byfuglien befinden sich im letzten Jahr ihrer Verträge.

General Manager Kevin Cheveldayoff setzt auf junge Akteure, welche die entstandenen Lücken adäquat füllen sollen.

Einer davon ist Rechtsaußen Nikolaj Ehlers, der neunte Zug im NHL Draft 2014, der den Sprung in den Kader schaffen soll.

Gut möglich, dass Trainer Paul Maurice seine Erfolgsreihe von Ladd, Bryan Little und Blake Wheeler, die 74, also 33,2 Prozent der Tore erzielt haben, sprengt, um den bisherigen Center Little auf den Flügel und Adam Lowry als Center dieser ersten Reihe einzusetzen. Wheeler würde dann ins zweite Glied rutschen.

Das Top-Verteidigerpaar werden wohl Byfuglien und der 21-jährige Jacob Trouba bilden. Dahinter können sich die Jets weiter auf Torhüter Ondrej Pavelec verlassen, der seine beste NHL-Saison mit einer Fangquote von 92 Prozent gespielt hat.

Für Winnipeg wird es schwer erneut in die Playoffs einzuziehen. Die aufgeheizte Atmosphäre in der heimischen Arena macht es allerdings für jeden Gast schwer, die Punkte zu entführen.

(2014-15: 41 Siege - 31 Niederlagen - 10 OT/SO Niederlagen, 6. Central)

Sieben Punkte fehlten den Dallas Stars am Ende, um in die Playoffs einzuziehen. Ihr Abschneiden war von vielen besser eingeschätzt worden. Doch die Erfahrung nötigte General Manager Jim Nill im Sommer entscheidend nachzubessern.

Drei Stanley Cup Gewinner in Person von Linksaußen Patrick Sharp, Verteidiger Johnny Oduya und Torhüter Antti Niemi wurden verpflichtet.

Der Sturm der Texaner hat nun schon einiges zu bieten:

Art Ross Trophy Gewinner Jamie Benn, Tyler Seguin, Ales Hemsky, Jason Spezza und nicht zu vergessen Jüngling Valeri Nichushkin. Patrick Eaves, der wegen Verletzungen nur auf 47 Spiele kam, ist wieder fit.

Die Defensive blieb bis auf den Weggang von Trevor Daley nach Chicago nahezu komplett und wurde durch Oduya perfekt ergänzt. Ein Torhüterpaar der Extraklasse hat Dallas durch Kari Lehtonen und Neuzugang Niemi.

Auf das Duell der beiden um den Nummer 1 Job dürfen wir besonders gespannt sein.

Mit den Stars wird zu rechnen sein, allerdings ist die Konkurrenz in der Central Division sehr groß.

(2014-15: 39 Siege - 31 Niederlagen - 12 OT/SO Niederlagen, 7. Central)

"Wir sind sehr erfreut über dieses Jahr; ich mag die Veränderungen, die wir getätigt haben", sagte ein optimistischer Trainer Patrick Roy. Bei der Colorado Avalanche wird viel darauf ankommen, dass die Offensive wieder produktiver wird. Nur 209 Treffer, 36 weniger als 2013-14, gelangen ihnen in 2014-15.

Zudem fehlte die Konstanz, auf ein paar Siege folgten sofort ein paar Niederlagen.

Ein wichtiger Baustein wird die Verpflichtung von Carl Soderberg sein, der Center zwischen Gabriel Landeskog und Nathan MacKinnon spielen wird. Schlägt der Schwede ein, dann könnte dies eine sehr produktive Reihe werden.

Die Neuzugänge Blake Comeau und Mikhail Grigorenko geben Colorado mehr Tiefe und Balance.

Der Abwehr mehr Stabilität verleihen sollen Francois Beauchemin, aus Anaheim gekommen, und Nikita Zadorov von Buffalo, die Tyson Barrie und Erik Johnson entlasten sollen. Hinter Semyon Varlamov kämpft der Schweizer Reto Berra mit Calvin Pickard um den Job als Backup.

Das Powerplay wird auf jeden Fall ein Thema in der Vorbereitung sein, weil 15 Prozent Erfolgsquote in Überzahl bedeutete nur den vorletzten Platz in der NHL.

Hier muss eine deutliche Verbesserung eintreten.

Potenzial hat Colorado ohne Zweifel. Die Mischung und der Teamgeist müssen stimmen, um die Division zu rocken. Wahrlich kein leichtes Unterfangen bei der Konkurrenz.

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