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29.1. NHL-Spiel-Vorschau: Umgehend in Tritt kommen

Die All-Star Festivitäten sind vorüber und nun heißt es auch für die Coyotes, Kings und Oilers im Liga-Alltag anzukommen.

von Bernd Rösch @NHLde / NHL.com/de Freier Chefautor

Für die Arizona Coyotes zu Gast bei den Anaheim Ducks, für die Los Angeles Kings im Heimspiel gegen die Tampa Bay Lightning und für die Edmonton Oilers als Gastgeber der Calgary Flames endet am Abend die spielfreie Zeit wegen des Honda NHL All-Star Game.  

In den weiteren drei Partien, zwischen den Toronto Maple Leafs und Dallas Stars, den Washington Capitals und Nashville Predators sowie zwischen den Vancouver Canucks und San Jose Sharks haben die Kontrahenten bereits ihre ersten Bewährungsproben nach der Pause mehr oder weniger erfolgreich hinter sich gebracht.

Die Spiele am Mittwoch im Detail:

Torgefahr gegen Bollwerk

Wer wird sich im American Airlines Center von Dallas durchsetzen (Do. 1:30 Uhr MEZ; NHL.tv)? Die pure Angriffslust der Toronto Maple Leafs (26-17-7) oder die eher defensiv ausgerichtete Spielweise der Dallas Stars (28-17-4). In nur zwei ihrer neun Auftritte seit Jahreswechsel (4-3-2) schossen die Maple Leafs weniger als drei Tore. Die Stars ließen hingegen nur in zwei von neun Partien (6-3-0) mehr als zwei Gegentore zu. Am Montag gaben die Texaner vor heimischer Kulisse den Tampa Bay Lightning mit 3:2 nach Verlängerung das Nachsehen und die Maple Leafs entführten, zu Gast bei den Nashville Predators, mit 5:2-Toren beide Punkte.

Video: TOR@NSH: Nylander erzielt das erste Tor im Alleingang

Mit Verteidiger Rasmus Sandin (10 Spiele, ein Tor, 5 Assists) haben die Maple Leafs ihr nächstes schwedisches Juwel ausgegraben. Der 19-jährige Rookie steht seit Mitte Januar wieder im Kader des Traditionsklubs und erzielte gegen die Predators sein erstes NHL-Tor. Einen Lauf hat ebenso William Nylander, der in den vergangenen fünf Partien jeweils für die Maple Leafs punktete (4 Tore, 3 Assists).

Ben Bishop (4-1-0) und Anton Khudobin (2-2-0) teilten sich diesen Monat die Aufgaben im Gehäuse der Stars. Zuletzt durfte Bishop ran und hinterließ einen sichereren Eindruck (92,0 Prozent; 1,94 GAA) gegen Tampa Bay. Dallas' Coach Rick Bowness war von der Defensivvorstellung seines Teams angetan. "Wir haben nicht viel zugelassen", sagte Bowness. "Wir haben passend geantwortet und das zweite Drittel dominiert, und es war ein ausgeglichenes drittes. Der Großteil unserer Offensive kam aus der guten Verteidigung. Wir haben nicht viel zugelassen, aber wir haben viel kreiert", bekundete der Übungsleiter.


Zum Punkten verdammt

Die Aufgaben der auf einem für sie enttäuschenden zwölften Platz in der Western Conference liegenden Nashville Predators (22-19-7) werden nicht leichter. Sie gastieren in der Capital One Arena, wo sie auf die Washington Capitals (34-11-5) treffen (Do. 1:30 Uhr MEZ; NHL.tv). Die Capitals setzten ihre Siegesfahrt nach einer achttägigen Spielpause am Montag fort. Auch ohne ihren Kapitän und Top-Torjäger Alex Ovechkin stürmten sie bei den Montreal Canadiens zu einem 4:2-Erfolg.

 

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Nach vier doppelten Punktgewinnen hintereinander bauten die Capitals ihren Vorsprung als Tabellenerster der Eastern Conference gegenüber den Boston Bruins auf drei Zähler aus. Als Torschützen in die Bresche sprangen Tom Wilson, Travis Boyd, Jakub Vrana und per Empty Netter Nicklas Backstrom. Vranas Punkteserie beläuft sich mittlerweile auf neun Spiele. Seit Jahresbeginn gelangen ihm acht Tore und drei Assists.

"Natürlich fehlte er uns mit seiner Abschlussqualität, doch wir halten als Team zusammen. Wir haben uns auch heute Chancen geschaffen, vor allem die vierte Reihe. Ich hatte das Gefühl, dass sie viele Möglichkeiten hatten, sie haben wirklich gut gespielt, und das war ein großartiger Erfolg des gesamten Teams", hob der 23-jährige Prager die mannschaftliche Geschlossenheit hervor.

Aber die Predators verfügen doch auch über einen Kader, der es mit jedem Team aufnehmen kann? Vom Papier her schon, doch ihr letzter Sieg gegen eine Mannschaft, die im oberen Tabellendrittel zu finden ist, liegt bereits fünfeinhalb Wochen zurück. Am 21. Dezember gewannen sie mit 4:3 nach Verlängerung in Boston.

Bei den Stürmern der Predators herrscht Ladehemmung, mehr als zwei Tore erzielten sie zuletzt vor sechs Spielen beim 5:2-Auswärtstriumph gegen die Chicago Blackhawks, und einen Treffer hiervon markierte Schlussmann Pekka Rinne.

Nashvilles Schweizer Kapitän Roman Josi appellierte nach der jüngsten 2:5-Niederlage gegen Toronto an seine Teamkollegen, es gemeinsam zu richten: "Wir müssen einen Weg finden, das Momentum auf unsere Seite zu bringen, und es ist jederzeit die Reihe gefragt, die als nächstes aufs Eis geschickt wird. Jeder Einzelne von uns muss da rausgehen und versuchen, etwas zu verändern." 


Mal wieder was bieten

Der Haussegen hängt sowohl bei den Arizona Coyotes (26-20-5) wie auch bei den Anaheim Ducks (19-25-5) vor ihrer Begegnung im Honda Center von Anaheim etwas schief (Do. 4:00 Uhr MEZ; NHL.tv). Das Lot anlegen und ihn etwas gerade rücken, würden beide Teams gerne, nachdem sich ihre Erfolge im Januar an einer Hand abzählen lassen.

Sechs von 18 möglichen Punkten (3-6-0) sammelten die Ducks bislang in diesem Monat, und bei den Coyotes waren es immerhin deren neun (4-4-1), wobei sie sieben vor heimischer Kulisse einheimsten. In der Fremde zeigte das Team von Trainer Rick Tocchet mit vier Niederlagen am Stück ein anderes Gesicht.

In ihrem letzten Spiel vor der Pause zum All-Star Game kassierten die Coyotes gar eine deutliche 3:7-Schlappe bei den Edmonton Oilers, haben aber immer noch einen Playoffplatz inne.

Arizonas Kapitän Oliver Ekman-Larsson gab die Marschroute für die restliche Saison vor: "Die letzten 31 Spiele werden eine Menge harte Arbeit erfordern, und das wissen wir. Wir stehen immer noch in einer guten Position. Es geht einzig und allein darum, Eishockeyspiele zu gewinnen und immer besser zu werden. Darauf wollen wir uns konzentrieren, wenn wir nach der Pause zurückkommen."

Anaheims Vorhaben nach dem All-Star Game Schritt für Schritt einen Weg aus dem Tabellenkeller der Conference zu finden, ging zunächst einmal daneben. Sie unterlagen am Montag bei den unmittelbar vor ihnen platzierten San Jose Sharks mit 2:4. "Sie kamen raus und spielten, und wir wollten nur den Zeh ins Wasser halten und testen, wie kalt oder warm es ist", fand Anaheims Trainer Dallas Eakins recht bildliche Worte für das Auftreten seiner Mannschaft.


Südostküste trifft Südwestküste

Die Tampa Bay Lightning (29-15-5) tingeln durch westliche Gefilde und machen als vierte Station bei den Los Angeles Kings (18-27-5) im Staples Center von L.A. halt (Do. 4:00 Uhr MEZ; NHL.tv). Nach zehn Siegen in Folge über den Jahreswechsel, mussten die Lightning in den vergangenen fünf Partien auch Rückschläge hinnehmen (2-2-1). Siege und Niederlagen reichten sich wechselnd die Hand.

Am Montag verlor die Truppe von Coach Jon Cooper bei den Stars nach Verlängerung. Lightning-Kapitän Steven Stamkos war mit der Art und Weise, wie sie zu ihrem Punktgewinn gekommen waren, nicht zufrieden. "Wir ließen zu viele Breakaways zu. Ich weiß nicht, ob wir während der Spielpause Rost angesetzt haben, doch das ist nicht unser Rezept, um erfolgreich zu sein. Und so [schlecht] haben wir schon lange nicht mehr gespielt. Wir nehmen den Punkt mit, doch wir müssen uns steigern", urteilte Stamkos.

Video: TBL@DAL: Stamkos schießt sein zweites Tor des Abends

Nach dem Gesetz der Serie wäre nun wieder ein Zweier dran. Doch Vorsicht ist angesagt: Die Kings belegen zwar nur den letzten Platz in der Western Conference, zeigten aber vor 14 Tagen in Tampa, wo sie sich erst im Penaltyschießen geschlagen geben mussten (4:3 SO), dass sie durchaus mit dem Tabellenfünften der Eastern Conference mithalten können. Es sollte aber auch das letzte Erfolgserlebnis der Kings vor der All-Star Pause gewesen sein, nachdem sie anschließend auswärts den Florida Panthers (3:4) und den Philadelphia Flyers (1:4) unterlagen. Es verblieben den Kings zehn Tage, um aufzustehen und sich die Krone zu richten. 

Kings-Kapitän Anze Kopitar behielt sich seinen Optimismus: "Das ist selbstverständlich frustrierend. Wir spielen, um zu gewinnen, alles andere ist enttäuschend. Andererseits machen wir Schritte in die richtige Richtung. Wir haben auch einiges gut gemacht, doch es war alles andere als zufriedenstellend."


Albertas Nummer 1

Wer stellt das stärkste Team in der kanadischen Provinz Alberta, die Calgary Flames (26-19-6) oder die Edmonton Oilers (26-18-5)? Vor ihrem Aufeinandertreffen im Rogers Place (Do. 4:00 Uhr MEZ; NHL.tv) trennt die Konkurrenten nur ein Zähler in der Tabelle der Pacific Division.

Die Flames liegen dank ihres Punktgewinns gegen die St. Louis Blues (4:5 SO) am Dienstag auf Platz zwei vor den Oilers auf Platz drei, haben jedoch bereits zwei Spiele mehr absolviert als ihr nördlicher Rivale.

Edmonton fuhr in der Woche vor dem All-Star Game zwei Heimsiege hintereinander ein. Angeführt von ihren in Topform befindlichen All-Stars Connor McDavid und Leon Draisaitl (jeweils zwei Tore, drei Assists) rangen sie die Predators (4:2) und die Coyotes (7:3) nieder.

 

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Die Oilers blieben im Jahr 2020 erst in einer Partie punktlos (5-1-1), beim 3:4 in Calgary. Auch das erste Aufeinandertreffen in dieser Saison am 27.12.2019 ging mit 5:1 an die Flames.

Für ausreichend Sprengstoff in der dritten Auflage des 'Battle of Alberta' dürfte gesorgt sein, auch weil Oilers-Stürmer Zack Kassian nach seiner harten Aktion gegen Calgarys Matthew Tkachuk am 11. Januar für zwei Spiele gesperrt wurde.


Davonziehen oder Kontakt halten

Die Vancouver Canucks (28-18-4) haben Geschmack daran gefunden, sich das Klassement der Pacific Division von ganz oben anzusehen. Nach drei Siegen hintereinander und neun Heimerfolgen in Serie, würden sie nun gerne auswärts im SAP Center den San Jose Sharks (22-25-4) die Grenzen aufzeigen (Do. 4:30 Uhr MEZ; NHL.tv). Zuletzt bezwangen die Westkanadier sogar den amtierenden Stanley Cup Champion aus St. Louis mit 3:1. Vancouvers zweifacher Torschütze J.T. Miller verglich das Spiel mit einer Playoffpartie, angesichts des Einsatzes, den jeder im Team gezeigt hat.

 

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Unterschätzen sollten die Canucks ihre kommenden Gastgeber nicht, der sich mit einem Sieg gegen die Ducks von der Pause zurückgemeldet hat. "Den haben wir gebraucht. Wir haben uns körperlich und geistig ein wenig erholt. Das ist die Art und Weise, wie wir spielen müssen, und hoffentlich können wir das jeden Abend wiederholen", wünscht sich Sharks-Torwart Aaron Dell.

Des Weiteren sind die Sharks in diesem Jahr vor heimischer Kulisse ungeschlagen (3-0-0) und haben mit den Canucks noch eine Rechnung aus der 1:4-Niederlage am 18. Januar in Vancouver offen. Zuversichtlich stimmen darf die Sharks, dass Patrick Marleau mit einem Doppelpack gegen die Ducks eine drei Spiele währende Torflaute beendete und Stefan Noesen ebenfalls zweimal traf nach 13 Partien ohne Torerfolg.

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