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Vorschau auf die IIHF Eishockey-WM 2018

Kanada, Russland und Titelverteidiger Schweden reisen als die großen Favoriten zur IIHF-WM nach Dänemark an

von Bernd Rösch @nhlde / NHL.com/de Chefautor

Am Freitag, den 4. Mai lädt der Internationale Eishockeyverband IIHF die 16 stärksten Eishockeynationen zu seiner jährlich stattfindenden Weltmeisterschaft ein. Als Gastgeberland der Eishockey-Weltmeisterschaft der Herren fungiert zum ersten Mal in der 98-jährigen WM-Geschichte Dänemark. Spielorte sind die 12500 Zuschauer fassende Royal Arena in der dänischen Hauptstadt Kopenhagen und die Jyske Bank Boxen von Henning, in der 11000 Zuschauer Platz finden.

Die Einteilung der zwei Vorrundengruppen A und B richtete sich nach der IIHF-Weltrangliste im Anschluss an die Weltmeisterschaft 2017. Erfreulicherweise gelang der österreichischen Auswahl der Aufstieg aus der Division I Gruppe A in die Top-Division, so dass sie nach zweijähriger Abstinenz wieder eine A-WM bestreiten darf und in diesem Jahr Eishockeycracks aus drei deutschsprachigen Nationen (Deutschland, Österreich, Schweiz) teilnehmen.

Österreich und die Schweiz bilden zusammen mit Weißrussland, Tschechien, Frankreich, Russland, der Slowakei und Schweden die Gruppe A. Deutschland trifft in der Gruppe B auf die Auswahlen aus Kanada, Dänemark, Finnland, Lettland, Norwegen, Südkorea und den USA.

 

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Die ersten vier Mannschaften einer jeden Gruppe qualifizieren sich für die Viertelfinalpartien, die im Kreuzvergleich ausgetragen werden. Die Finalrunde beginnt am 17. Mai und endet mit dem Spiel um Gold am 20. Mai. Die zwei Tabellenletzten nach der Vorrunde steigen in die Division I Gruppe A ab.

Die Turnier-Favoriten

Bei den vergangenen sechs Weltmeisterschaften ging je zweimal Gold an die Mannschaften aus Kanada (2015, 2016), Schweden (2013, 2017) und Russland (2012, 2014). Auch in diesem Jahr dürften sie den Kampf um den Titel unter sich ausmachen.

Team Canada tritt mit einem Kader an, der aus 22 NHL-Spielern besteht. Fünf von ihnen verdienen ihr Geld bei den New York Islanders, vier stellen die St. Louis Blues ab und drei gingen in der vergangenen Saison für die Edmonton Oilers an den Start.

Der Star, in der aus lauter begnadeten Eishockeyspielern bestehenden Truppe, ist zweifelsfrei Mannschaftskapitän Connor McDavid. McDavid schloss mit 108 Scorerpunkten (41 Tore, 67 Assists) für die Oilers die vergangene reguläre Saison als punktbester Spieler der NHL ab. Der 21-jährige Center ist einer von acht Spielern im Aufgebot von Cheftrainer Bill Peters, die das 23. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Elf der 13 nominierten Stürmer erzielten in der vergangenen NHL-Saison mindestens 20 Treffer. Im Tor setzt Peters auf Darcy Kuemper, Backup Goalie der Arizona Coyotes und auf Curtis McElhinney von den Toronto Maple Leafs. Letztgenannter ist mit 34 Jahren der älteste Spieler bei Team Canada und der einzige, der das 30. Lebensjahr bereits überschritten hat.

Ihre Mission Titelverteidigung gehen die Schweden mit 16 gestandenen NHL-Cracks im Aufgebot an. Beim amtierenden Weltmeister stehen aber auch drei Nachwuchsspieler im Kader, die ein besonderes Augenmerk verdient haben. Da wäre zum einen Schlussmann Filip Gustavsson, ein Prospect der Ottawa Senators, der in der vergangenen Saison bei Lulea HF in der SHL im Kasten stand und zum anderen die 19-jährigen Stürmer Elias Pettersson und Lias Andersson, die beim NHL Draft 2017 von den Vancouver Canucks an fünfter und den New York Rangers an siebter Stelle in der ersten Runde ausgewählt wurden.

Petterson brachte es für die Växjö Lakers in der SHL auf 24 Tore und 32 Assists in 44 Partien und Andersson ging für das AHL-Farmteam der Rangers, die Hartford Wolf Pack auf Torejagd (14 Punkte in 25 Spielen). Bei seinem Debüt mit den Rangers am 26. März 2018 gelang ihm postwendend ein Treffer, womit er als jüngster Spieler, der bei seinem ersten NHL-Einsatz einen Treffer erzielte, in die ruhmreiche Geschichte des Traditions-Franchise einging.

Zu den Top-Stars der Tre Kronors zählen die Verteidiger Oliver Ekman-Larsson (ARI) und Hampus Lindholm (ANA) sowie dessen Teamkollege Stürmer Rickard Rakell.

Zwei Gold-Medaillen in einem Jahr würde gerne die russische Nationalmannschaft einheimsen. Nach ihrem Finalsieg als Olympische Athleten aus Russland über Deutschland beim olympischen Turnier 2018 zählt die Sbornaja bei der anstehenden WM erneut zu den Titelaspiranten. Kurz vor Turnierbeginn gab Russlands Erfolgscoach Oleg Znarok seinen Posten an Assistenztrainer Ilya Vorobiev ab.

Das Gros des vorläufigen WM-Kaders stellen zwei Blöcke von CSKA Moskau (7 Spieler) und von SKA St. Petersburg (9 Spieler). Der 39-jährige Pavel Datsyuk, der im April seinen Vertrag bei St. Petersburg um ein Jahr verlängert hat, wird ebenso wieder mit von der Partie sein, wie weitere 13 Goldmedaillen-Gewinner von Pyeongchang.

Von den russischen NHL-Spielern stoßen Artem Anisimov (CHI), Evgenii Dadonov (FLO), Nikita Soshnikov (STL), Pavel Buchnevich (NYR) und Verteidiger Nikita Zaitsev (TOR) zum Team.

Im Tor setzt Vorobiev auf die drei Olympiateilnehmer Igor Shestyorkin, Ilya Sorokin und Vasily Koshechkin.

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Erweiterter Medaillenkreis

Für einen Medaillengewinn gut, sind ebenfalls die Mannschaften aus den USA, Tschechien und im Besonderen der Eishockeyweltmeister von 2011 Finnland. Bei den Suomi trägt Mikael Granlund von den Minnesota Wild das 'C' als Kapitän auf der Brust. Er ist einer von acht NHL-Spielern die Trainer Lauri Marjamäki in den Kader berufen hat. Darunter befinden sich auch die zwei jungen NHL-Stars Sebastian Aho von den Carolina Hurricanes und Colorado Avalanche zweitbester Scorer Mikko Rantanen (29 Tore, 55 Assists). Fünf Spieler stellt das finnische KHL-Team Jokerit Helsinki ab.

Mit 22 NHL-Spielern im Kader, angeführt von Chicago Blackhawks Superstar Patrick Kane, rechnet Team USA ebenso fest mit dem Viertelfinaleinzug wie Team Tschechien, das mit Torwart David Rittich (CGY), den Stürmern Tomas Plekanec (TOR), Radek Faksa (DAL) und Filip Chytil (NYR) sowie Verteidiger Radko Gudas (PHI) auf die Dienste von fünf NHL-Akteuren, deren Teams nicht mehr an den Stanley Cup Playoffs teilnehmen oder sich hierfür nicht qualifiziert haben, zurückgreift.

Eine ganz interessante Personalie bei den US-Amerikanern ist der erst 18-jährige Verteidiger Quinn Hughes, der sich zum ersten Mal auf der großen internationalen Bühne zeigen möchte. Hughes steht im Ranking des NHL Central Scouting bei den nordamerikanischen Spielern auf Platz 6 und ist ein Kandidat für einen frühen Zug beim NHL Draft 2018.

Viertelfinal- und Abstiegskandidaten

Die Liste der Mannschaften, die sich hinter den Top-6 Eishockeynationen gerne unter die besten acht des Turniers platzieren möchten, ist angesichts der Leistungsdichte groß. Zu ihnen zählen neben Gastgeber Dänemark, deren skandinavischen Nachbarn aus Norwegen und den ehemaligen Sowjetrepubliken Lettland und Weißrussland auch die Schweizer Nati, für die sich Nino Niederreiter von den Minnesota Wild bereit erklärt hat, aufzulaufen, sowie die DEB-Auswahl (siehe auch Extrabericht über die mitteleuropäischen, deutschsprachigen Teilnehmer an der IIHF-WM).

Das Team aus der Slowakei mit Oilers Verteidiger Andrej Sekera als Kapitän und Blackhawks Tomas Jurco im Sturm dürfte nach seinem enttäuschenden Abschneiden im Vorjahr - sie erreichten nur Platz 14 - auf Wiedergutmachung aus sein. Gespannt darf man darauf sein, ob Frankreich wieder für die eine oder andere Überraschung gut sein wird oder um den Abstieg kämpfen muss. Die beiden Aufsteiger Österreich und Südkorea möchten gerne die Klasse halten. Die österreichische Nationalmannschaft bekommt bei diesem Vorhaben Unterstützung von Philadelphia Flyers Stürmer Michael Raffl.

Drücken wir ihnen die Daumen und freuen wir uns auf 17 Tage unterhaltsames internationales Eishockey.

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