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Vorschau auf die erste Playoff-Runde im Westen

Enorme Euphorie bei den Oilers nach elf Jahren Abstinenz - Blackhawks großer Favorit auf Conference-Titel

von Axel Jeroma / NHL.com/de Autor

Die erste Runde der Playoffs in der Western Conference verspricht eine Menge spannender und hochklassiger Begegnungen. Das liegt nicht zuletzt daran, dass es mit den Edmonton Oilers und den Calgary Flames in diesem Jahr zwei kanadischen Teams gelang, die US-amerikanische Dominanz aus dem Vorjahr zu durchbrechen. Besonders im Umfeld der Oilers ist die Vorfreude auf die erste Endrunden-Teilnahme seit elf Jahren riesengroß. Mit Leon Draisaitl (Edmonton), Korbinian Holzer (Anaheim Ducks), Roman Josi, Kevin Fiala, Yannick Weber (alle Nashville Predators), Nino Niederreiter (Minnesota Wild) sowie Timo Meier und Mirco Mueller (beide San Jose Sharks) wollen sich acht Spieler aus Deutschland und der Schweiz besondere Meriten erwerben.

Die Paarungen der ersten Runde im Westen lauten wie folgt:

Chicago Blackhawks - Nashville Predators

Die Blackhawks schafften zum neunten Mal in Folge den Einzug in die Playoffs. Mit drei Punkten Vorsprung vor den Wild sicherten sie sich nicht den Titel in der Central Division, sondern auch den Spitzenplatz in der Western Conference. Die jüngsten Playoff-Serien zwischen den Blackhawks und den Predators in den Jahren 2010 und 2015 endeten jeweils mit 4:2 für Chicago.

Der sechsfache Champion gehört heuer zu den Top-Favoriten für den Gewinn des Stanley Cups. Der Kern der Mannschaft um die Stürmer Jonathan Toews, Patrick Kane und Marian Hossa sowie die Verteidiger Duncan Keith, Brent Seabrook und Niklas Hjalmarsson spielt schon lange zusammen und hat viele erfolgreiche Playoff-Schlachten geschlagen. Hinzu kommt mit Corey Crawford ein Goalie der Extraklasse und mit Artemi Panarin ein Angreifer, der im zweiten Jahr nahtlos an die überragende Leistung aus seiner Rookie-Saison anknüpfte. Wenn die Offensive der Blackhawks ins Rollen kommt, wird es für jeden Gegner schwer.

Die ausgeprägte Spielfreude und der beständige Vorwärtsdrang verleiteten die Schützlinge von Coach Joel Quenneville jedoch ab und an zu leichtsinnigen Aktionen in der Defensive. Auf solche Schnitzer lauern die Predators - vor allem bei den Partien im United Center.

Positiv für Nashville ist zu vermerken, dass die offensivstarken Verteidiger Josi, P.K. Subban und Ryan Ellis ihre Verletzungen vollständig überwunden und zu alter Form zurückgefunden haben. Vor allem im Powerplay und Penalty Killing ist ihr Mitwirken von entscheidender Bedeutung. Das soll auch in den Playoffs zum Tragen kommen.

Prognose: Die Blackhawks werden konzentrierter als in den letzten Partien der Hauptrunde zu Werke gehen und entscheiden die Serie gegen die Predators einmal mehr mit 4:2 für sich.

Video: CHI@NSH: Josi mit Direktabnahme im PP erfolgreich

Minnesota Wild - St. Louis Blues

Noch zum Jahreswechsel sahen die Wild wie der sichere Sieger der Western Conference aus. Doch im weiteren Verlauf der Hauptrunde erlaubten sie sich eine längere Schwächephase und mussten die Tabellenführung an die Blackhawks abgeben. Gegen Ende der Serie kehrte Minnesota in die Erfolgsspur zurück.

Augenfällig war die Ausgeglichenheit der Mannschaft über die gesamte Saison hinweg. Diese zeigte sich unter anderem daran, dass 13 Spieler eine zweistellige Trefferzahl aufwiesen. Darüber hinaus schafften gleich mehrere Akteure persönliche Bestleistungen bei den Scorer-Punkten, darunter Mikael Granlund (69), Nino Niedereiter (57), Charlie Coyle (56) und Jason Zucker (47). Hinzu kamen starke Darbietungen der Routiniers Eric Staal und Mikko Koivu. Mit 266 Toren erzielten die Wild 22 mehr als Conference-Gewinner Chicago. Gegen die imposante Abteilung Attacke der Wild müssen sich die Blues etwas einfallen lassen, wenn sie die erste Runde überstehen wollen.

Blues-Coach Mike Yeo ist es jedoch zuzutrauen, dass er für die Playoff-Serie ein erfolgversprechendes Defensivkonzept austüftelt. Nicht zuletzt durch Umstellungen in der Abwehr berappelte sich die Mannschaft im Laufe der Spielzeit und schob sich noch auf den dritten Platz in der Central Division vor. Im Angriff verfügen die Blues nicht über die Tiefe der Wild. Ihre Hoffnungen ruhen in erster Linie auf Victor Tarasenko. Er knackte die 70-Punkte-Marke zum dritten Mal in Folge. Nicht nur einmal avancierte er in den letzten Jahren gegen die Wild zum Matchwinner.

Prognose: Die Tiefe des Kaders spricht für die Wild. Sie setzen sich mit 4:1 durch und ziehen in die nächste Runde ein.

Video: STL@MIN: Niederreiter trifft, erzielt seinen 3. Punkt

Edmonton Oilers - San Jose Sharks

Durch einen engagierten Schlussspurt mit acht Siegen aus den letzten zehn Spielen sicherten sich die Oilers den zweiten Platz in der Pacific Division und damit das Heimrecht beim Playoff-Auftakt. Zu verdanken haben sie die Platzierung in erster Linie ihrer Offensive um den bärenstarken Connor McDavid. Mit 100 Punkten holte sich der Kapitän die Art Ross Trophy für den besten Scorer der Hauptrunde. Eine überragende Spielzeit legte zudem Leon Draisaitl hin. Seine 77 Punkten bedeuteten einen neuen deutschen Scorer-Rekord in der NHL. Mit den beiden hat Edmonton erstmals seit der Saison 1988-89 wieder zwei Scorer in den Top 10.

Als guter Schachzug hat sich die Verpflichtung von Milan Lucic von den Los Angeles Kings im Sommer erwiesen. Vor allem im Powerplay bewies er seine Qualitäten als Vollstrecker. Und im Tor zeigte sich Cam Talbot in seinem zweiten Jahr als sicherer Rückhalt.

Weniger gut lief es zuletzt für die Sharks. Nach der Finalniederlage 2016 wollte es die Mannschaft mit den charismatischen Bartträgern in diesem Jahr besser machen und den ersten Stanley Cup in der Geschichte der Franchise gewinnen. Doch dafür muss sich das Team deutlich steigern. Sechs der letzten zehn Begegnungen gingen verloren. Mit Joe Thornton und Logan Couture fehlten dem Team zuletzt wichtige Stützen. Die medizinische Abteilung der Sharks verrichtet derzeit Extraschichten, um die beiden Angreifer für die erste Runde der Playoffs fit zu bekommen.

Prognose: Edmonton nutzt das Momentum und schaltet den letztjährigen Finalteilnehmer knapp mit 4:3 aus.

Video: SJS@EDM: Boedker führt Sharks mit Hattrick

Anaheim Ducks - Calgary Flames

Die Ducks haben sich in der Hauptrunde einen Namen als Stehaufmännchen gemacht. Dreimal fielen sie bis auf neun Punkte hinter den jeweiligen Spitzenreiter in der Tabelle zurück. Doch jedes Mal kämpften sie sich zurück. Dank einer beeindruckenden Serie mit 25 Punkten aus den letzten 14 Begegnungen belegte das Team aus Kalifornien am Ende noch den begehrten Platz an der Sonne in der Pacific Division. Zum fünften Mal in Serie übrigens.

Das Honda Center von Anaheim erwies sich für die Flames in den vergangenen Jahren als äußerst schlechtes Pflaster. 25mal hintereinander gingen sie dort als Verlierer vom Eis. 1:4 lautet die Bilanz der fünf Begegnungen, die beide Teams in der laufenden Spielzeit gegeneinander bestritten. Alles keine guten Vorzeichen für die bevorstehende Playoff-Runde. Zumal auch die beiden bisherigen Duelle in den Playoffs an die Ducks gingen - 2006 mit 4:3 sowie 2015 mit 4:1.

In bestechender Verfassung präsentierte sich in der abgelaufenen Hauptrunde Ducks-Angreifer Ryan Getzlaf. Mit 73 Punkten war er zum fünften Mal in Folge der Top-Scorer der Ducks. Vier Spieler hatten 50 Zähler oder mehr auf dem Konto. Neben Getzlaf waren dies Ryan Kesler, Corey Perry und der erfolgreichste Torschütze der Ducks, Rickard Rakell. Jakob Silfverberg blieb mit 49 Punkten knapp unter diesem Wert.

Doch kampflos werden sich die Flames um Kapitän Mark Giordano nicht ergeben. Schließlich ist Calgarys Angriff dem Gegner statistisch gesehen ebenbürtig. Johnny Gaudreau (61 Punkte), Sean Monahan (58), Mikael Backlund (53) und Dougie Hamilton (50) überzeugten ebenso wie Rookie Matthew Tkachuk (48).

Prognose: Die Serie verläuft enger als die fünf Duelle in der Hauptrunde. Doch Anaheim wird seinem Ruf als Geheimfavorit auf den Stanley Cup gerecht und behält mit 4:2 die Oberhand.

Video: ANA@CGY: Flames treffen dreimal in 87 Sekunden

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