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Vorschau auf das Halbfinale bei der IIHF WM 2019

Favoritenschreck Finnland trifft auf Russland, Kanada muss sich gegen Tschechien behaupten

von Axel Jeroma @NHLde / NHL.com/de Autor

Bei der IIHF Weltmeisterschaft 2019 in der Slowakei geht am Samstag das Halbfinale über die Bühne. Dabei stehen sich Russland und Finnland sowie Kanada und Tschechien gegenüber. Beide Partien werden in der Ondrej Nepela Arena von Bratislava ausgetragen.

Hier ist die Vorschau von NHL.com/de:

Russland vs. Finnland (15:15 Uhr MESZ)

Das Team aus Russland ist seiner Favoritenrolle bei der WM bisher gerecht geworden. Die Mannen um NHL-Topscorer Nikita Kucherov gewannen alle acht Spiele und beeindruckten vor allem in der Offensive. Kucherov rangiert im Moment in der Scorerwertung mit 16 Punkten (6 Tore, 10 Vorlagen) auf dem zweiten Platz. Allerdings hat er gute Chancen, den führenden Schweden William Nylander (18 Zähler) in den zwei ausstehenden Begegnungen noch von der Spitze zu verdrängen. 

Erfolgreichster Torschütze bei den Russen ist Evgenii Dadonov, dem sieben Treffer gelangen. In der Torjägerliste steht er hinter dem Kanadier Anthony Mantha auf Position zwei.

Sollte Russland die Partie gegen Finnland gewinnen, hätten sie die fünfte WM-Medaille in den vergangenen sechs Jahren sicher. Ein Selbstläufer wird das Duell gegen die starken Finnen aber nicht. Gerade gegen diesen Kontrahenten aus Skandinavien hatten die Russen in der Vergangenheit häufiger ihre liebe Mühe und Not. So auch beim bislang letzten Aufeinandertreffen beider Teams bei der WM 2016. Dabei setzten sich die Finnen ebenfalls im Halbfinale mit 3:1 durch.

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Wenn man nach Schwächen im Team der Russen sucht, wird man am ehesten in der Defensive fündig. Die mit den NHL-Bluelinern Dmitri Orlov, Nikita Zadorov, Vladislav Gavrikov, Nikita Zaitsev und Mikhail Sergachev besetzte Abwehr wirkte gerade in den vergangenen beiden Partien nicht immer sattelfest. Gegen Schweden im letzten Gruppenspiel und die USA im Viertelfinale kassierte Russland insgesamt sieben Gegentore.

Auf solche Nachlässigkeiten im Abwehrverbund ihres Gegners werden die Finnen spekulieren. Die junge Auswahl mit ihren beiden Topstürmern Sakari Manninen (10 Punkte - 2 Tore/8 Assists) und Kaapo Kakko (7 - 6/1) erbrachte beim 5:4 n. V. im Viertelfinale gegen Schweden eindrucksvoll den Nachweis, dass sie an guten Tagen jeden Gegner schlagen kann. Russland muss daher auf der Hut sein, um nicht wieder eine böse Überraschung zu erleben.

Kanada vs. Tschechien (19:15 Uhr MESZ)

Nach dem verpatzten Turnierauftakt mit der 1:3-Niederlage gegen Finnland setzten die Kanadier zu einer Siegesserie von sieben Spielen an. Gegen die Schweiz im Viertelfinale spannten sie ihren Anhang allerdings gewaltig auf die Folter. Erst 0,4 Sekunden vor Schluss gelang Damon Severson der Ausgleich zum 2:2, dem Mark Stone in der Verlängerung den vielumjubelten Siegtreffer zum 3:2 folgen ließ. Zusammen mit seinem Teamkollegen Mantha führt Stone die teaminterne Scorerwertung bei Kanada an. Beide Angreifer haben jeweils zwölf Punkte auf ihrem Konto.

Als Trumpfkarte bei den Kanadiern hat sich bei dieser WM das Powerplay erwiesen. Sie erzielten zehn Tore in Überzahl, was einer Erfolgsquote von 50 Prozent entspricht. Keine andere Vertretung reicht auch nur annähernd an diesen Wert heran.

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Für die Tschechen bedeutet dies, dass sie sich im Halbfinale gegen Kanada tunlichst von der Strafbank fernhalten sollten. 

In Sachen Disziplin hatten sie bei ihren acht Vorstellungen im Turnier jedoch gewaltige Probleme. Allein 43 Zweiminutenstrafen wurden gegen sie verhängt. Hinzu kam eine Zehnminutenstrafe. Lediglich die Spieler von Absteiger Österreich verbrachten noch mehr Zeit in der Box (99 Minuten). Zum Glück konnten sich die Tschechen auf ihr Penalty-Killing verlassen. 84,38 Prozent aller Unterzahlsituationen überstanden sie schadlos. Eine bessere Bilanz haben nur Russland (90,48) und Schweden (90,0) vorzuweisen.

Einen beeindruckenden Leistungsnachweis lieferte die tschechische Offensive ab. 44 Mal traf die Mannschaft um ihren Topscorer Jakub Voracek (16 Punkte) ins Schwarze. Das bedeutet momentan Platz zwei hinter Schweden, die einen Treffer mehr erzielten. Beim 5:1 im Viertelfinale gegen Deutschland stellten die Tschechen die Weichen mit vier Toren binnen 16 Minuten auf Sieg. Dank ihrer Abteilung Attacke hat Tschechien zweifellos die Chance, auch die Kanadier auszuknocken und sich die erste WM-Medaille seit 2012 zu sichern.

Die letzte Auseinandersetzung zwischen beiden Nationen bei einem offiziellen Turnier gab es bei den Olympischen Spielen 2018 in Südkorea. Seinerzeit setzten sich die Kanadier im Spiel um Platz 3 mit 6:4 durch.

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