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Vorschau 2. Runde in der Western Conference

von Axel Jeroma / NHL.com

Dallas Stars vs. St. Louis Blues

Ein vorweggenommenes Conference-Finale erwartet die Fans bei diesem Duell der zweiten Playoff-Runde im Westen. Denn mit den Dallas Stars und den St. Louis Blues treffen der Erst- und Zweitplatzierte der Western Conference nach der Hauptrunde aufeinander. Die Stars sammelten 109 Punkte und kamen so mit zwei Zählern Vorsprung vor den Blues in der Endabrechnung durchs Ziel. Dallas hatte sich in der ersten Runde nach sechs Partien gegen die Minnesota Wild durchgesetzt. St. Louis ging über die volle Distanz von sieben Begegnungen und schaltete mit den Chicago Blackhawks den Titelverteidiger aus.

In der Hauptrunde standen sich die beiden Kontrahenten fünfmal gegenüber. Dabei ging es ausgeglichener zu, als es die Statistik auf den ersten Blick vermuten lässt. Viermal siegten die Blues, jedoch zweimal erst in der Verlängerung. Man muss also kein Prophet sein, um ab Freitag eine enge Serie zu prognostizieren. Ganz anders als jene beim letzten Aufeinandertreffen der beiden Teams in den Stanley Cup Playoffs. 2001 setzten sich die Blues in der zweiten Runde klar mit 4-0 durch.

Gegen Minnesota überzeugten die Stars vor allem im Spiel nach vorne. In den sechs Partien erzielten sie 21 Tore – obwohl mit Center Tyler Seguin ihr zweitbester Hauptrunden-Scorer nur einmal mitwirken konnte. Seguin hat nach wie vor mit den Nachwirkungen eines Teilabrisses der Achillessehne im linken Fuß zu kämpfen. Sein Einsatz gegen die Blues ist daher fraglich.

Da jedoch Jamie Benn und Jason Spezza nahtlos an ihre gute Form der Hauptrunde anknüpften, fiel das Fehlen von Seguin nicht ins Gewicht. Benn verbuchte in der Serie gegen die Wild zehn Punkte (4 Tore/6 Vorlagen), Spezza neun (4/5). Ihrer Offensiv-Qualität kommt auch gegen die Blues entscheidende Bedeutung zu.

In der Verteidigung baut Coach Lindy Ruff weitgehend auf seine Stamm-Sechs, bestehend aus Jason Demers, Alex Goligoski, Stephen Johns, John Klingberg, Johnny Oduya und Kris Russel. Im Falle einer Verletzung oder Formschwäche stünde mit Jordie Benn, Patrik Nemeth und James Oleksiak adäquater Ersatz bereit.

Unklar ist, welchem Goalie der Trainer das Vertrauen zu Beginn der Serie schenkt. Kari Lehtonen bestritt vier, sein finnischer Landsmann Antti Niemi zwei Spiele gegen die Wild. Aufgrund der dabei gezeigten Leistungen müsste Lehtonen die Nase vorne haben.

Großen Anteil am Sieg in der ersten Runde gegen die Blackhawks hatte Blues-Schlussmann Brian Elliott. Er parierte 236 der 254 Schüsse, die in den sieben Begegnungen auf sein Gehäuse abgegeben wurden. Seine Fangquote betrug stattliche 92,9 Prozent. Wenn sie sich in der bevorstehenden Serie gegen die Stars in ähnlichen Kategorien bewegt, wäre das ein Grundstein für den Einzug ins Conference-Finale.

Die Blues versuchen ihren Gegner mit aggressivem Forechecking und schnellen Gegenstößen in Verlegenheit zu bringen. Gegen Chicago setzten dabei Defensive und Offensive gleichermaßen Achtungszeichen. So liegt mit Alex Pietrangelo ein Verteidiger mit sechs Punkten (1/5) auf Rang zwei der mannschaftsinternen Scorerwertung und damit gleichauf mit Rechtsaußen Vladimir Tarasenko (4/2). Spitzenreiter ist Linksaußen Jaden Schwartz mit sieben Punkten (3/4). Insgesamt trugen sich zwölf Spieler der Blues gegen Chicago in die Torschützenliste ein. Ein Beweis für die Ausgeglichenheit und das Potenzial des Blues-Kaders. Die Stars sollten daher gewarnt sein.

Mein Tipp: 4-3. Beide Teams sind absolut gleichwertig und hätten den Einzug ins Conference-Finale verdient. Der Erfolg gegen Chicago dürften bei den Blues weitere Kräftefreisetzen, weshalb sie sich am Ende knapp durchsetzen.

San Jose Sharks vs. Nashville Predators

In dieser Partie stehen sich ebenfalls zwei unmittelbare Tabellennachbarn gegenüber. Die San Jose Sharks beendeten die Hauptrunde mit 98 Punkten als Tabellensechster der Western Conference. Die Nashville Predators folgten zwei Zähler dahinter auf Platz sieben. Beide qualifizierten sich damit klar für die Playoffs und schalteten in der ersten Runde hochgehandelte Gegner aus. Die Sharks bezwangen die Los Angeles Kings mit 4-1, die Predators triumphierten 4-3 über die Anaheim Ducks.

Ein Pluspunkt für die Sharks in dieser Saison ist zweifellos die Tiefe des Kaders. Coach Peter DeBoer lässt durchgängig mit vier Reihen agieren. Dadurch können die Schlüsselspieler Kräfte sparen. „Diese Tiefe hat uns auch geholfen, die Kings zu bezwingen. Damit will ich die Leistung unserer Top-Leute keineswegs schmälern. Aber ich denke, sie würden die gleiche Meinung vertreten“, sagt DeBoer.

Zu den herausragenden Akteuren der Sharks gehört Joe Pavelski. Er traf in der Serie gegen die Kings fünfmal. In der Hauptrunde kam er auf 78 Punkte. Übertroffen wurde er dabei nur von Namensvetter Joe Thornton, der zwei Punkte mehr verbuchte. „Joe Pavelski ist das gesamte Jahr schon gut drauf. Er sticht heraus, deswegen ist er unser Kapitän“, lobt DeBoer den Mannschaftskapitän. In der am Freitag beginnenden Zweitrunden-Serie gegen die Predators hofft der Trainer deshalb wieder auf die eine oder andere geniale Aktion des Centers.

Darüber hinaus wünscht sich DeBoer, dass sein Team in den bevorstehenden Auseinandersetzungen die engagierte Defensivleistung aus der ersten Runde wiederholt. 115 Schüsse blockten die Spieler in den fünf Begegnungen gegen die Kings ab. Und sollten die Feldspieler einen Angriff einmal nicht stoppen können, steht mit Martin Jones ein sicherer Schlussmann zwischen den Pfosten. Er behielt gegen die Kings jederzeit einen kühlen Kopf und verlieh seinen Vorderleuten damit zusätzliche Sicherheit.

In Acht nehmen müssen sich die Sharks vor der Auswärtsstärke des kommenden Gegners. Die Predators behielten gegen die favorisierten Ducks dreimal in der Fremde die Oberhand. Dabei überzeugten sie jeweils mit einer starken Abwehrleistung und ließen bei ihren drei Erfolgen im Honda Center insgesamt nur fünf Gegentore zu.

Zu verdanken ist diese Bilanz nicht zuletzt einer deutlich erkennbaren Leistungssteigerung von Goalie Pekka Rinne in den letzten beiden Spielen. Am Mittwoch wehrte er beim 2-1-Sieg 36 Schüsse ab. In diesem entscheidenden siebten Match merkte man Rinne seine ganze Erfahrung aus weit über 400 NHL-Partien an.

Ein Schlüssel zum Einzug in die nächste Runde war zudem das starke Penalty-Killing der Predators. 21 von 25 Überzahlspielen der Ducks überstanden sie in der ersten Runde unbeschadet. Verbesserungswürdig ist auf der anderen Seite das eigene Powerplay. Lediglich ein Treffer bei 26 Gelegenheiten betrug die Ausbeute gegen Anaheim. Da muss in den Vergleichen mit den Sharks deutlich mehr kommen.

Positiv auf sich aufmerksam machte zuletzt Stürmer Colin Wilson. Er hat nach der ersten Runde bereits fünf Punkte (2/3) auf dem Konto. Sollte sein Aufwärtstrend anhalten, könnte er sogar seine Trefferzahl aus der gesamten Hauptrunde übertreffen. In 64 Hauptrundeneinsätzen war er lediglich sechsmal erfolgreich.

Eine solide Leistung in den Playoffs bot bislang der Schweizer Verteidiger Roman Josi - in der Hauptrunde mit 61 Punkten zweitbester Scoerer der Predators. Nach der ersten Runde stehen bei ihm drei Zähler zu Buche.

Mein Tipp: 4-2. Die Serie gegen die Ducks hat die Predators viel Power gekostet. Die Sharks sind zudem in der Offensive stärker einzuschätzen.

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