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Minnesota hofft auf die Wende zu Hause

Nach zwei Niederlagen in Winnipeg wollen die Wild vor den eigenen Fans die Wende der Serie einläuten

von Alexander Gammel @NHLde / NHL.com/de Autor

Die zweite Partie im Duell der Winnipeg Jets gegen die Minnesota Wild ist vorbei und langsam wird die Luft dünn für die Wild. Das drittbeste Team der Central Division verlor zwei Mal im Bell MTS Place der Kanadier, zuerst am Mittwoch mit einem knappen und spannenden 3:2 für die Jets, nun am Freitag mit einem deutlicheren 4:1. Damit dürfen die Wild nur noch eins der nächsten fünf Spiele abgeben, wenn sie die zweite Runde der Stanley Cup Playoffs erreichen wollen. Die Jets zeigen hingegen schon vorsichtigen Optimismus.

"Das erste Spiel war unglaublich, eine coole Erfahrung", sagte Jets Stürmer Nikolaj Ehlers nach der zweiten Partie. "Wir haben passabel gespielt, aber heute haben wir einen riesigen Schritt gemacht. Jetzt wollen wir mehr."

 

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Die Wild sind mittlerweile ein fester Bestandteil der Playoffs, sie erreichten die Runde der besten 16 nun bereits zum sechsten Mal in Folge. Allerdings kamen sie in den letzten fünf Jahren nie über die zweite Runde hinaus, 2013 und in den vergangenen beiden Spielzeiten scheiterten sie bereits am ersten Gegner. Für die Jets ist das Erreichen der Playoffs hingegen ein ungewohnter Erfolg. Seit das Team 2011 aus Atlanta nach Kanada zog, kamen sie vor dieser Saison lediglich einmal 2015 in die Playoffs, wo sie aber keinen einzigen Sieg einfahren konnten. Auch als das Team noch als Atlanta Thrashers bekannt war, gab es nur eine Playoff-Teilnahme, ebenfalls ohne einen Erfolg.

Diesen Playoff-Fluch schüttelte die junge, offensivstarke Mannschaft nun ab. Wirklich überraschend ist das nicht, sie gingen als Favorit in die Serie und bewiesen bisher in der eigenen Arena auch warum. Bereits vor dem ersten Spiel war aber auch klar, dass der Heimvorteil der Jets sich als entscheidend erweisen könnte.

Video: MIN@WPG, Sp2: Laine bezwingt Dubnyk aus der Ferne

In der regulären Saison verloren sie auf eigenem Eis nur neun von 41 Spielen (32-7-2), Doch auch die Wild können auf ihre Heimstatistik von 27-6-8 stolz sein. Genau diese Heimstärke ist es auch, die Minnesota darauf hoffen lässt, die Serie auszugleichen, immerhin empfangen sie den Kontrahenten am Sonntag und am Dienstag vor eigenem Publikum.

"Wir sind ein gutes Team", ist sich Torwart Devan Dubnyk sicher. "Ich habe vollstes Vertrauen, wir werden uns zuhause wieder in die Serie kämpfen."

Doch selbst wenn die Wild die beiden Heimsiege holen, ist die Serie noch lange nicht gedreht, sollte es über die volle Distanz von sieben Spielen gehen, haben die Jets den Vorteil des letzten Heimspiels. Auch die Historie der Liga spricht nicht für den "State of Hockey". Bisher gewann ein Team, das die ersten beiden Spiele für sich entscheidet, in 312 von 361 Fällen, eine Quote von 86,4%, die Serie. Handelt es sich dabei um zwei Heimsiege, steigt die Quote sogar noch auf 236 von 266 Serien, also 88,7%.

"Leider habe ich das Gefühl, dass wir immer einem 2:0-Rückstand nachlaufen", gab Parise zu. "Das wird langsam zur schlechten Gewohnheit. Wir wollen einen guten Start in Spiel drei. Wir wissen, auf unser Publikum ist Verlass, aber wir müssen ihnen auch einen Grund zum Jubel geben."

"Wir werden nach Hause gehen und wir wissen, wir sind ein wirklich gutes Heimteam, jetzt müssen wir den ersten Sieg holen", verdeutlichte Dubnyk. "Wir hatten in beiden Spielen gute Chancen, aber das dritte Drittel ist nicht gut genug."

Der Schlussmann der Wild war in den ersten beiden Partien wohl der beste Spieler der Mannschaft. Die Jets deckten ihn insgesamt mit 84 Schüssen ein, von denen er jedoch 77 stoppen konnte. Die Qualität im Tor stimmt also, allerdings lassen die Wild zu viele Schüsse zu und beschäftigen Jets Torwart Connor Hellebuyck mit 37 Schüssen in zwei Partien nicht genug.

Video: MIN@WPG, Sp2: Copp verwertet ein Zuspiel von Little

"Er hat großartig gespielt. Man gewinnt nicht viele Spiele, wenn man 14, 15, oder 20 Schüsse auf das gegnerische Tor bringt. Da darf man keine Fehler machen", lobt auch Wild Stürmer Zach Parise seinen Torhüter. "Dubnyk spielt großartig, er gibt uns eine Chance. Wir arbeiten vor ihm nicht genug für diese Chance."

In der eigenen Arena muss sich das ändern, sonst können sich die Wild erneut früh aus dem Kampf um den Stanley Cup verabschieden und stattdessen die Reise nach Dänemark zur Weltmeisterschaft planen. Für die Offensive ist Parise einer der entscheidenden Faktoren. Er erzielte zwei der drei Tore der Wild und stellte mit insgesamt 13 Playoff-Treffern einen neuen Franchise-Rekord auf.

"Es war immer klar, dass wir unsere Hausaufgaben machen müssen und ein Spiel hier holen müssen", sagte auch Wild Trainer Bruce Boudreau trotzig. "Nachdem es jetzt nicht geklappt hat, ist es egal, ob wir Spiel 5 oder 7 hier noch gewinnen, aber in unseren Heimspielen müssen wir siegen."

 

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Die Jets hingegen werden alles daran setzen, auch in St. Paul wieder so dominant aufzutreten wie bisher. Gerade die jungen Spieler der Jets, allen voran Patrik Laine, übertreffen noch die hohen Erwartungen, die nach einer starken Saison in sie gesetzt werden. Ein Sieg auf fremdem Eis wäre ein wichtiger Schritt in Richtung der zweiten Runde, eine mögliche Vorentscheidung der Serie und ein deutliches Zeichen, dass die Mannschaft bereit für höhere Ziele ist. Doch mit dem fanatischen Publikum der Wild spielen sie nun vor einer ganz anderen Kulisse.

"Wir erwarten ein sehr hartes Spiel in Minnesota", ist sich Jets Kapitän Blake Wheeler bewusst. "Jetzt müssen wir uns sammeln, den Sieg genießen und wieder ins Spiel kommen."

"Sie sind das nächstbeste Heimteam der Liga, da werden sie zuhause gut in Form sein", weiß auch Jets Trainer Paul Maurice. "Unser Spiel wird sich aber nicht ändern, unsere Ziele werden sich nicht ändern, aber das Gefühl auf der Bank wird ein anderes sein... Das wird ein Lernprozess für die jungen Spieler und unsere Veteranen, die das schon erlebt haben, können da wirklich helfen."

Eine schwierige und hart umkämpfte Partie wird es sicherlich von beiden Seiten. Beide Teams sind sich der Bedeutung der Partie bewusst, denn ein Rückstand von drei Spielen ist in den Playoffs beinahe unmöglich aufzuholen, wie die Vergangenheit beweist. Damit sind harte Checks und ein enges packendes Spiel garantiert, wenn am Sonntag (7 p.m. ET; USA, SN, TVAS, FS-N+) im Xcel Energy Center erstmals der Schlachtruf ertönt: "Let's go Wild!"

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