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Von Torhütern und Punktesammlern

von Bernd Roesch / NHL.com

Es gibt kaum Zweifel darüber, dass sich in der vergangenen Woche vor allem Torhüter beeindruckend in Szene setzen konnten. Sieben von ihnen durften sich über einen Shutout freuen, Calgary Flames Karri Ramo und Vancouver Canucks Ryan Miller sogar über deren zwei. Dabei wurden auch neue Bestmarken aufgestellt. Doch beginnen wir in chronologischer Folge.

Die aktuellen Erfolge der New York Islanders tragen auch den Namen von Jaroslav Halak. Im Montagsspiel gegen die Philadelphia Flyers konnte der 29-Jährige alle 21 Schüsse, die in den 65 Minuten incl. Overtime auf seinen Kasten kamen, abwehren und damit seinen 33. NHL-Shutout, seinen dritten in der laufenden Saison, feiern. Das Team aus Long Island gewann schließlich 1-0 nach Penaltyschießen, nachdem Halak beide Versuche der Gäste abwehren konnte. Für Halaks Gegenüber im Tor der Flyers, Steve Mason, war dementsprechend die Freude über seine 46 Paraden etwas getrübt. Es war der neunte Sieg der Islanders aus ihren letzten zehn Partien, was ihnen zuletzt vor über 24 Jahren in der Saison 1989/90 zwischen dem 31. Dezember und 19. Januar gelungen war. Damit aber noch nicht genug: 48 Stunden später konnte der slowakische Schlussmann in der Heimpartie gegen die Washington Capitals (3-2 OT) seinen achten Sieg in Folge feiern, was ihm in seiner NHL-Laufbahn erst einmal, als er in der Spielzeit 2011/12 noch in Diensten der St. Louis Blues stand, gelungen war. Sein neunter Triumph folgte schließlich gegen die Lokalrivalen aus New Jersey. Über eine solche Torhüterbilanz konnten sich die Islanders in ihrer gesamten Franchisegeschichte erst einmal freuen, als Anfang der 80er Jahre, zwischen dem 23. Januar und 25. Februar 1982, Billy Smith den noch immer gültigen Franchiserekord von zehn Siegen in Serie aufgestellt hatte.

Nachdem sich die Vancouver Canucks im Sommer dieses Jahres dazu entschieden hatten Ryan Miller zu verpflichten, zeigten sich einige sehr skeptisch. Die rhetorische Frage, ob der 34-Jährige nicht schon seinen Zenit überschritten habe, wurde im Vorfeld des Öfteren gestellt. Die Antwort gibt er durch seine im bisherigen Saisonverlauf gezeigten Leistungen. Sie lautet eindeutig Nein! Das Ganze zum Leidwesen der New Jersey Devils (2-0) und der Columbus Blue Jackets (5-0), die 20 bzw. 31 Mal erfolglos auf das Gehäuse von Miller schossen, der gegen sie zu seinen NHL-Shutouts 31 und 32 kam. Durch den doppelten Punktgewinn in Columbus stellten die Westkanadier mit 16 Siegen und 33 Punkten nach 23 Spielen einen Franchiserekord auf. Ihre Erfolgsserie endete jedoch am Sonntag in der Joe Louis Arena von Detroit, wo sie sich in einer kurzweiligen hochklassigen Partie den Red Wings mit 3-5 geschlagen geben mussten. Für Miller gab es in diesem Spiel ein Aufeinandertreffen mit seinem jüngeren Bruder Drew, der zweimal versuchte ihn zu bezwingen.

Ein paar Hundert Kilometer östlich von Vancouver bringen momentan die Calgary Flames ihre Fans zum Verzücken. Besonders Freude dürfte ihnen die Vorstellungen ihres Schlussmanns Karri Ramo machen. Der Finne ließ zum ersten Mal in seiner Karriere in zwei aufeinanderfolgenden Spielen jeweils keinen Gegentreffer zu. Bei den Auswärtserfolgen in Arizona und in San Jose glänzte er mit insgesamt 58 Paraden. Die Saisonausbeute der eigentlichen Nummer 2 im Tor der Flames kann sich mit 6-2-1 durchaus sehen lassen.

Weitere Torhüter, die ihre Gegner zur Verzweiflung brachten, indem sie 'Zu Null' spielten, waren Los Angeles Martin Jones, Nashvilles Pekka Rinne und Cam Talbot von den NY Rangers.

In den vergangenen sieben Spieltagen wurden aber auch wunderschöne Treffer erzielt und dabei Meilensteine erreicht. Pittsburghs Sidney Crosby übernahm mit sieben Punkten in vier Spielen wieder die Führung in der Scorerwertung vor Flyers Jakub Voracek. Der Assist zum 4-3 Overtimetreffer von Blake Comeau war Crosbys 800. NHL-Scorerpunkt in 571 Partien. In der Geschichte der NHL erreichten nur fünf Spieler diese eindrucksvolle Marke schneller als Crosby (Wayne Gretzky 352, Mario Lemieux 410, Mike Bossy 525, Peter Stastny 351 und Jari Kurri 558).

Sogar seinen 1000. Scorerpunkt durfte Martin St. Louis von den New York Rangers am Freitag, den 28. November feiern. Ein Tor und eine Vorlage steuerte er dem 3-0 Auswärtssieg seiner Rangers gegen die Flyers bei. Unter den noch aktiven Spielern belegt er damit Rang 5. Den unangefochtenen ersten Platz belegt Jaromir Jagr mit 1770 Scorerpunkten. Der tschechische Stürmer erzielte gegen die Red Wings seinen 709. NHL-Treffer, wodurch er Mike Gartner als Sechsten in der ewigen Bestenliste überholen konnte. Jagr fehlen nun nur noch zwei Zähler auf den fünftplatzierten Marcel Dionne.

Und was ist sonst noch geschehen? Martin Brodeur trainiert seit Freitag mit den St. Louis Blues. Die Canadiens gaben bekannt, dass sie den Vertrag mit Stürmer Brendan Gallagher um sechs Jahre verlängert haben und die Wild einigten sich mit Verteidiger Marco Scandella auf eine fünfjährige Vertragsverlängerung. Schließlich gaben die Tampa Bay Lightning noch Verteidiger Eric Brewer an die Anaheim Ducks gegen einen Draft Pick der dritten Runde in 2015 ab.

Erschüttert wurde die Eishockeywelt von der traurigen Nachricht, dass Pat Quinn am 23. November im Alter von 71 Jahren in Vancouver seinem langjährigen Herzleiden erlegen ist. Quinn, dem vergangene Woche in vielen NHL-Arenen mit einer Schweigeminute Ehre erwiesen wurde, begann seine Trainerlaufbahn bei den Philadelphia Flyers (1979-82). Daraufhin folgten Engagements bei den Los Angeles Kings (1984-87), den Vancouver Canucks (1990-96), den Toronto Maple Leafs (1998-2006 mit Unterbrechung) und den Edmonton Oilers (2009-10).

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