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Und immer wieder ruft einen die NHL

Wenn erfahrene Spieler in den Ruhestand gehen, dann bleibt der innere Drang zurück auf das Eis oft lange bestehen

von Robin Patzwaldt @RobinPatzwaldt / NHL.com/de Autor

Mit dem Karriereende ist das für Profisportler immer so eine Sache. Den idealen Zeitpunkt zu finden, das ist selbstverständlich grundsätzlich das Bestreben von jedem Aktiven - nicht nur im Eishockeysport.

Jüngstes Beispiel: Jarome Iginla. Der beliebte Veteran beendete seine lange und äußerst erfolgreiche Karriere eigentlich im letzten Sommer. Zumindest nahmen das viele bisher an. Nach einer für ihn und sein damaliges Team recht enttäuschenden Runde 2016/17, in der es für die Los Angeles Kings nicht zu einer Playoff-Teilnahme reichte und Iginla selber es nur auf 14 Tore und 27 Punkte in 80 Spielen für die Colorado Avalanche und die Kings brachte, fand der Kanadier bis zum Saisonstart im Herbst keinen neuen Klub in der Liga.

Jetzt ließ er durch eine Nachricht aufhorchen. Er werde bei den Providence Bruins, der AHL-Filliale der Boston Bruins, mittrainieren und dort ernsthaft die Möglichkeit prüfen, seine große Karriere vielleicht in Kürze doch noch fortzusetzen.

Vier Monate nach einer Hüftoperation fühlt sich der 40-Jährige wieder so fit, dass er diese Option in Erwägung zieht. "Ich liebe es immer noch auf dem Eis zu stehen und dieses Spiel zu spielen. Das hier ist ein erster Schritt. Ich will mal sehen wie es da draußen funktioniert, ob ich es immer noch drauf habe. Bisher ist aber nichts endgültig geklärt", erzählte er dem Providence Journal.

Wie die Geschichte auch immer konkret weiter gehen mag, sie erinnert daran, dass NHL-Veteranen schon häufiger von einem bereits verkündeten Karriereende Abschied nahmen und auf das Eis zurückgekommen sind. Es liegt in der Natur der Sache, dass sich das Leben für einen Profisportler von Grund auf ändert, wenn er das, was er intensiv betrieben hat, plötzlich nicht mehr ausübt und seinem Dasein von einem Tag auf den anderen eine neue Ausrichtung geben muss. Nicht jedem gefällt diese Veränderung. Nicht jeder glaubt, nach etwas Bedenkzeit, den richtigen Zeitpunkt tatsächlich erwischt zu haben. Manch einer mag sich doch nicht ganz von dem trennen, was er so sehr liebt.

 

[Ähnliches: Nashville bejubelt das Ende von Fishers Ruhestand]

 

Erst Ende Januar waren von Mike Fisher ähnliche Meldungen zu vernehmen. Fisher erklärte im August 2017 seinen Rücktritt bei den Nashville Predators, jenem Team, mit dem er erst wenige Wochen zuvor überraschend bis in das Stanley Cup-Finale vorgedrungen war, dort jedoch mit 2:4 gegen den Titelverteidiger, die Pittsburgh Penguins, verlor.

Die Entscheidung fiel Fisher nicht leicht. Es sei die schwierigste Entscheidung seiner Karriere gewesen, betonte er damals.

Für die Predators war das Erreichen des Cup-Finales ein riesiger Erfolg gewesen, auch wenn die Enttäuschung nach der Niederlage natürlich zunächst einmal groß war. Es war also kein ungeeigneter Zeitpunkt für einen Rücktritt. Was sollte danach für Fisher noch kommen? Noch eine Finalteilnahme?

Inzwischen sieht der 37-Jährige das Ganze wohl wieder etwas anders. Ende Januar wurde bekannt, dass er auf das Eis zurückkehren möchte und bereits wieder mit seinen alten Kollegen im Trainingsbetrieb steckt, um an die alte Form anzuknüpfen.

Lachend erklärte er: "Ich habe mir am Vormittag ein Video angesehen, jetzt bin ich schon für Morgen wieder einsatzbereit. Um ehrlich zu sein, es gibt keinen wirklichen Zeitplan für mich. Ich werde sehen wie es geht und dann sehen wir weiter." Dass es dafür etwas mehr bedarf, als ein motivierendes Video, sollte jedermann klar sein. Natürlich auch Fisher selbst.

Entscheidungen über die Fortsetzung einer Karriere müssen spätestens bis zum 26. Februar fallen, wenn die Trading Deadline der NHL erreicht wird.

Dass es sich durchaus lohnen kann, nach einem zumindest kurzzeitigen Ruhestand, noch einmal auf das Eis zurückzukehren bewies einer der größten Spieler aller Zeiten eindrucksvoll. Das spektakuläre Comeback von Mario Lemieux am 27. Dezember 2000 wird den Älteren hier sicherlich ganz gut in Erinnerung sein.

Nach bereits 44 Monaten im Ruhestand, während dieser er sogar schon in die Eishockey Hall of Fame in Toronto aufgenommen wurde und zudem Miteigentümer der von ihm so sehr geliebten Penguins geworden war, kehrte Lemieux auf das Eis zurück. In seinem ersten Shift assistierte er beim Treffer von Jaromir Jagr und gewann mit 5:0 gegen die Toronto Maple Leafs. Die Mellon Arena bebte vor Begeisterung. Nur drei Nächte später gelangen dem Superstar ein Treffer und drei Assists gegen die Otttawa Senators. Er beendete die Saison damals mit 76 Punkten (35 Tore und 41 Assists) in nur 43 Spielen.

Eine Rückkehr, die er ganz bestimmt nicht bereut hat.

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