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Tarasenko trifft bei Sieg der Blues doppelt

Vladimir Tarasenko schoss die Blues mit zwei Treffern, darunter der Gamewinner, zum Sieg gegen die Predators

von Alexander Gammel / NHL.com/de Autor

Das war es mit der weißen Weste für die Nashville Predators, sie unterlagen am Freitag den St. Louis Blues 3-2 und kassierten damit ihre erste Niederlage der diesjährigen Playoffs. In der ersten Runde hatten sie die Chicago Blackhawks mit einem Sweep in vier Spielen vom Eis gefegt, in Runde zwei gewannen sie am Mittwoch das erste Spiel gegen die Blues und gingen in der Serie damit 1-0 in Führung, bevor die Blues nun ausgleichen konnten. Das haben sie vor allem ihrem Superstar Vladimir Tarasenko zu verdanken.

Dabei haben die Preds eine Schwäche gezeigt, die im letzten Spiel noch tödlich für die Blues war. Im ersten Spiel war St. Louis drei Mal in Unterzahl und kassierte dabei zwei Tore. In der zweiten Partie landeten Nashvilles Spieler ganze fünf Mal auf der Strafbank und können sich noch glücklich schätzen, dass die Blues dabei nur einen Treffer erzielen konnten. Den machten sie 20 Sekunden vor Ende des ersten Drittels, während eines fünfminütigen Powerplays.

Vernon Fiddler, der im ersten Spiel der Serie mit dem Siegtreffer noch der Held des Abends war, verpasste Colton Parayko hinter dem Tor einen Kniecheck und kassierte daher fünf Minuten plus Spieldauer. Parayko blieb verletzt liegen, konnte das Eis aber aus eigener Kraft verlassen und kehrte später ins Spiel zurück.

Video: NSH@STL, Sp2: Tarasenko erzielt späte Führung

"Ich sah ihn, sobald ich um das Tor herum kam", erinnert sich Parayko. "Dann wollte ich den Puck spielen und er versprang mir. Ich weiß nicht, ob er seinen Kurs änderte, oder ich, es passiert einfach so schnell. Das ist einfach so eine Sache. Ich glaube nicht, dass er das wollte. Das ist Eishockey, das Spiel ist einfach so schnell."

Nach etwas mehr als 70 Sekunden im Powerplay, war es dann ein Spieler der Blues, von dem man sich längst mehr Tore erwartet hatte, der die Chance nutzte. Vladimir Tarasenko konnte am Freitag endlich den Beitrag liefern, den die Fans von ihm erwarten. Der 25-jährige Russe ist seit Jahren DER Torschütze in den Reihen der Blues und war im Team auch diese Saison mit 39 Treffern wieder auf Platz eins. Über die letzten drei Saisons hinweg, machte er 116 Tore, nur Alex Ovechkin (136) konnte in dieser Zeit öfter jubeln. In den diesjährigen Playoffs hatte er bisher Ladehemmungen und erzielte in den ersten fünf Spielen nur ein Tor. Nun machte er nicht nur den ersten Treffer seines Teams, sondern auch noch das Siegtor im dritten Drittel.

"Wieder einer meiner Treffer, der ein wichtiges Tor für uns war", sagte Tarasenko. "Nach dem ersten Spiel durften wir heute nicht verlieren, jetzt ist es eine ausgeglichene Serie und wir spielen am Sonntag in Nashville, haben Zeit uns auszuruhen und unser Bestes zu geben."

Auch Tarasenkos erstes Tor war wichtig. Er bekam den Puck am linken Bullykreis von Alex Pietrangelo, verzögerte kurz, während Paul Stastny Torwart Pekka Rinne die Sich verstellte und jagte die Scheibe vom Bullypunkt aus ins lange Kreuzeck. Rinne hatte dank des hervorragenden Blocks von Stastny keine Sicht und damit auch keine Chance. Stastny wusste genau was zu tun war, denn er kennt die Stärke seines Kollegen und vertraut darauf.

"Wenn er Zeit hat, geht es nur darum, meine Position einzunehmen und ihn um mich herum schießen zu lassen und das hat er auch getan"; erklärte Stastny. "Großartiger Schuss."

Das Tor weckte wohl auch Tararsenkos Hunger auf mehr. Beim Spielentscheidenden 3-2 forderte er die Scheibe und wollte den Schlusspunkt unbedingt selbst setzen.

"Das war ein genialer Spielzug von Schwartz und dann habe ich Edmundson zugerufen, mir den Puck zu überlassen und er reagierte perfekt", sagte der Torjäger.

Auch Joel Edmundson, der eine der großen positiven Überraschungen der Playoffs ist und mit fünf Punkten hinter Jaden Schwartz der zweitbeste Scorer des Teams ist, hat Respekt vor dem Torinstinkt Tarasenkos.

Video: NSH@STL, Sp2: Lehtera schießt rollenden Puck heim

"Ich habe gehofft, dass Schwartz mir die Scheibe für einen Direktschuss zuspielt, aber wenn man den Puck dem Torjäger auflegen kann, warum nicht?"

Schwartz brachte den Puck ins Drittel der Preds, spielte einen Querpass auf Edmundson und der leitete mit dem Schlittschuh weiter zu Tarasenko, der sich die Chance nicht nehmen ließ. Der Russe erzielte seine Playofftore 21 und 22, alle in Diensten der Blues. Damit ist er der dritterfolgreichste Torjäger in der Geschichte des Teams, nur Bernie Federko (35) und der große Brett Hull (67) stehen noch vor ihm.

Es bleibt mit Spannung zu erwarten, ob mit diesen beiden Treffern bei Tarasenko der große Torreigen losgeht. Die Predators werden wohl beten, dass dem nicht so ist, oder sollten es zumindest, denn ein Vladimir Tarasenko in Höchstform kann ein Team auch im Alleingang aus den Playoffs schießen und ist der Alptraum eines jeden Torhüters.

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