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Viele Stars pokern um einen neuen Vertrag

von Axel Jeroma / NHL.com

Die Mobiltelefone vieler General Manager, Repräsentanten und Spieler in der NHL laufen in diesen Tagen heiß. Der Grund: Zum 1. Juli werden zahlreiche Puckjäger zum Unrestricted Free Agent und können ohne Einschränkungen wechseln. Manche Klubs versuchen derzeit hinter den Kulissen fieberhaft, auslaufende Verträge zu verlängern oder sich zum genannten Stichtag die Dienste eines nicht mehr gebundenen Akteurs zu sichern.

Nachfolgend präsentieren wir von NHL.com/de unsere Top-Spieler der Unrestricted Free Agents.

Andrew Ladd, Chicago Blackhawks

Der Salary-Cap macht es höchst unwahrscheinlich, dass der zweimalige Stanley-Cup-Gewinner seine Laufbahn bei den Blackhawks fortsetzt. Mit 30 ist Ladd nämlich in einem Alter, in dem er sein Autogramm noch einmal unter einen gut dotierten Vertrag ziehen möchte. Seine mehrfach unter Beweis gestellten Qualitäten rechtfertigen dieses Ansinnen ohne Zweifel. Seit seinem Wechsel nach Chicago am 25. Februar dieses Jahres verbuchte er 12 Punkte in 19 Spielen. Zuvor kam er bei den Winnipeg Jets in 58 Partien auf 34 Punkte. Als neue Klubs in Frage kommen die Boston Bruins, die St. Louis Blues, die New York Islanders, die Tampa Bay Lightning und die Dallas Stars.

David Backes, St. Louis Blues

Der 32-jährige Center legte eine solide Serie hin. Er kam diese Saison auf 21 Tore und 45 Punkte. Damit blieb er zwar zum ersten Mal seit 2009-10 unter der 50-Punkte-Marke. Dennoch ist Backes interessant für Teams, die einen charakterstarken Spieler benötigen. Er hat nach wie vor das Zeug in einer Top-Reihe zu spielen und ist eine Bereicherung für die Special-Teams. Als mögliche neue Vereine gelten die Islanders, Montreal, die Los Angeles Kings und die Columbus Blue Jackets.

Kyle Okposo, New York Islanders

Obwohl der 28-jährige Rechtsaußen gut mit John Tavares harmoniert hat, scheint eine Vertragsverlängerung für die Islanders-Verantwortlichen keine Priorität zu haben. Das mag auch finanziellen Aspekten geschuldet sein. Branchenkenner gehen davon aus, dass Okposo an die sieben Millionen Dollar pro Saison aufrufen könnte. Das ist den Islanders zu viel Geld, zumal sie Zweifel haben, dass er noch einmal eine ähnlich gute Saison an der Seite von Tavares hinlegt.

Milan Lucic, Los Angeles Kings

Der Stanley-Cup-Gewinner von 2011 ist pro Saison immer für 30 Tore gut. Der 28-jährige Linksaußen war in der zu Ende gegangenen Runde der beste Flügelstürmer der King mit 55 Punkten. Der Wechsel von den Bruins nach Kalifornien 2015 hat ihm gut getan. Lucic und die Kings befinden sich derzeit in intensiven Verhandlungen wegen einer Weiterverpflichtung. Sollten sich beide Seiten nicht einigen, könnte er ein Kandidat für die Edmonton Oilers werden.

Matt Cullen, Pittsburgh Penguins

Der 39-jährige Angreifer will auf jeden Fall noch eine Saison dranhängen. Am liebsten bei seinem aktuellen Verein, mit dem er zu Monatsbeginn den Gewinn des Stanley Cups feierte. Daran lässt Cullen selbst keine Zweifel. Und auch General Manager Jim Rutherford weiß, dass der Routinier mit seinen Darbietungen eine dicke Aktie am Titelgewinn hatte. 16 Tore und 16 Vorlagen weisen die Statistiken für ihn in 82 Hauptrunden-Spielen aus. In den 24 Playoff-Begegnungen kamen vier Tore und zwei Assists hinzu. Im Moment deuten alle Zeichen auf einen Verbleib von Cullen hin.

Loui Eriksson, Boston Bruins

Der inzwischen 30-jährige Schwede hat bei Weltmeisterschaften alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt. In der abgelaufenen NHL-Saison fand er im Abschluss zu alter Stärke zurück. 30 Tore und 33 Vorlagen wurden in 82 Hauptrunden-Partien gezählt. Es war das zweite Mal in seiner Karriere, dass er die Marke von 30 Treffern knackte. Die Bruins möchten mit dem Rechtsaußen, der heuer zum Finalisten der Lady Byng Trophy avancierte, gerne verlängern. Allerdings ziehen sich die Gespräche schon seit Januar hin. Eigentlich kein gutes Zeichen. Knackpunkt sind die finanziellen Möglichkeiten des Klubs auf der einen, und die Wünsche des Spielers auf der anderen Seite.

Brian Campbell, Florida Panthers

Der Verteidiger hat den Ruf eines Arbeitstiers. Über 22 Minuten pro Match stand der 37-jährige Verteidiger für die Panthers auf dem Eis. Im Powerplay bildete er ein kongeniales Duo mit Jungstar Aaron Ekblad. In der Offensive wusste Campbell ebenfalls zu überzeugen und steuerte 31 Punkte bei. Falls er und sein Verein sich nicht auf einen neuen Kontrakt verständigen, dürfte sich Campbell aufgrund seines Alters einen Verein suchen, mit dem er noch einmal die Chance auf den Gewinn des Stanley Cups besitzt. Das zumindest ist die gängige Meinung in Insiderkreisen.

Kris Russell, Dallas Stars

Der 29-jährige Verteidiger gilt als einer der besten Schüsse-Blocker weltweit. Darüber hinaus überzeugt er durch seine disziplinierte Spielweise. In der zurückliegenden Saison bekam er nur 10 Strafminuten aufgebrummt, die wenigsten der gesamten Stars-Defensive. Dennoch stehen die Zeichen auf Trennung. Das hängt damit zusammen, dass die Verträge von drei der vier besten Stars-Verteidiger auslaufen. General Manager Jim Nill machte unlängst deutlich, dass der Verein nicht alle drei Akteure halten kann. Russel, so sagte er klipp und klar, komme daher zum 1. Juli auf den Markt.

Eric Staal, New York Rangers

Die Liaison zwischen Staal und den Rangers war nicht von Erfolg gekrönt. Nach seinem Wechsel von den Carolina Hurricanes im Februar nach New York kam er in den verbleibenden 20 Partien nur auf sechs Punkte (drei Tore, drei Vorlagen). Bei seinen fünf Playoff-Einsätzen ging er komplett leer aus. Der 31-jährige Angreifer war nicht die erhoffte Verstärkung für die ambitionierten Rangers. Möglicherweise kehrt Staal zu den Hurricanes zurück. Er könnte aber auch für andere Vereine attraktiv sein, die sich nach einer bezahlbaren Alternative für ihre Sturmreihen umsehen.

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