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Auf Randy Carlyle wartet viel Arbeit

Die Anaheim Ducks können mit dem Saisonstart nicht zufrieden, aber zuversichtlich sein

von Bernd Rösch / NHL.com/de Chefautor

In Bezug auf den Eishockeysport sind die Ansprüche in Kalifornien in den letzten 1 1/2 Jahrzehnten enorm gestiegen. Nach zwei Stanley Cup Siegen der Los Angeles Kings in den Jahren 2012 und 2014, zwei Finalteilnahmen der Anaheim Ducks 2003 und 2007, jenes Jahr in dem sie ihren ersten Stanley Cup Triumph feiern konnten, und dem Einzug der San Jose Sharks in die Finalserie der Playoffs 2016 gegen die Pittsburgh Penguins, gibt man sich an der Pazifikküste nicht mehr nur mit einer Playoffteilnahme zufrieden.

Nachdem die Ducks 2015/16 als Divisionserster der Pacific Division abgeschlossen hatten, erhoffte man sich in Orange County einen lange anhaltenden Eishockeyfrühling, doch bereits in der ersten Playoffrunde war nach sieben Spielen gegen die Nashville Predators für die Ducks der Traum vom Gewinn der begehrten Trophäe ausgeträumt. Bruce Boudreau musste seinen Posten als Chefcoach räumen und mit Randy Carlyle setzte das Management die Hoffnung in einen neuen Trainer, der sich aufgrund seines vorherigen Engagements als Übungsleiter von 2005 bis 2012 in der Organisation bestens auskennt.

Wer glaubte, dass aufgrund des Insiderwissens von Carlyle die Mannschaft kaum Anpassungsschwierigkeiten zum Saisonstart haben werde, sieht sich nun getäuscht. Die Ducks sind nach den ersten vier Saisonpartien mit einer Bilanz von 0-3-1 noch immer sieglos. Als einzige Mannschaft in der Western Conference erzielten sie im Schnitt weniger als zwei Tore pro Spiel. Auf Carlyle wartet also noch eine ganze Menge Arbeit.

Der 60-Jährige erfahrene NHL-Trainer sieht die Ursache für die Auftaktpleiten nicht nur in der schwachen Chancenverwertung der Offensivspieler, sondern ist der Meinung, dass Spiele über eine gut stehende Defensive gewonnen werden müssen. Es mangelt den Kaliforniern auch nicht an Puckbesitz - sie gewannen bei ihren bisherigen vier Auftritten 58,5 Prozent der Bullys und liegen damit ligaweit auf dem zweiten Platz hinter den in dieser Runde ebenfalls noch sieglosen Carolina Hurricanes - sondern es mangelt daran, was sie mit der Scheibe anfangen zu wissen. Viel zu oft wurde sie wieder leichtfertig an den Gegner abgegeben. Es gibt noch Probleme im Spielaufbau, woran auch wieder ersichtlich wird, dass auf diesem hohen Niveau selbst langjährige NHL-Profis eine gewisse Zeit brauchen bis sie, einhergehend mit einem Trainerwechsel, ein neues Spielsystem verinnerlicht haben.

Einerseits ist es ist bezeichnend, dass mit Verteidiger Cam Fowler und Linksaußen Andrew Cogliano mit jeweils zwei Treffern, ausgerechnet zwei Spieler, die in der Vergangenheit weniger durch ihre Torgefährlichkeit in Erscheinung getreten sind, über die Hälfte der Ducks-Tore erzielen konnten, andererseits kann es die sportlich Verantwortlichen optimistisch stimmen, dass es die weniger großen Namen sind, die für ihr Team treffen.

Sollten demnächst auch noch Center Ryan Kesler, ihr zweitbester Torschütze in der vergangenen Saison, oder Rechtsaußen Jakob Silfverberg, auch er war unter den Top 5 Torschützen der Ducks im Vorjahr, ihren Torinstinkt wieder ausleben können, dann werden die Kalifornier auch bald wieder von oben auf die Tabelle der Pacific Division blicken können. Mit fünf Auswärtspartien zum Saisonbeginn haben die Ducks nicht gerade ein leichtes Auftaktprogramm, doch bereits am Wochenende geht es wieder in heimische Gefilde und spätestens unter der Sonne Kaliforniens wollen die Ducks zum Höhenflug starten.

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