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Verwirrung um Diaz und Jubel um Raffl

von Stefan Herget / NHL.com

Verwirrung um Raphael Diaz herrschte zu Beginn dieser Woche. Der bei den New York Rangers für ein Jahr unter Vertrag stehende 29-jährige Schweizer Verteidiger hatte im Kampf um den siebten Verteidiger gegen den 23-jährigen Dylan McIlrath verloren und war vom Management der Blueshirts auf die Waiver-Liste gesetzt worden, um ihn in die AHL zum Farmteam Hartford Wolf Pack zu schicken.

Andere NHL-Mannschaften hatten die Möglichkeit den mit 700.000 US-Dollar dotierten Vertrag und damit die Dienste des Spielers zu übernehmen, doch niemand nutzte die Gelegenheit. Somit muss Diaz in die Minorliga.

Dieser zeigte sich davon wenig begeistert. Wohl nicht ganz unberechtigt, denn die Entscheidung der Rangers ist nicht unbedingt nachvollziehbar. Diaz hatte in vier Vorbereitungsspielen mit zwei Toren und drei Assists nicht gerade enttäuscht und kann immerhin eine Erfahrung von 213 NHL-Spielen vorweisen, während McIlrath zwar beim NHL Draft 2010 von den New Yorkern an 10. Stelle ausgewählt wurde, aber seitdem erst drei Einsätze hatte.

In der Heimat beim EV Zug rieben sie sich schon die Hände und hofften auf eine Rückkehr des verlorenen Sohnes, denn Diaz ließ zunächst gekränkt verlauten, dass er nicht in der AHL spielen würde. Trotz der Tatsache, dass er sich bisher bei seinen Stationen in der besten Eishockey-Liga der Welt noch nirgends fest etablieren konnte, musste der Allrounder noch nie in der unterklassigen Liga auflaufen.

Damit kommt es zu einem unerfreulichen Debüt, denn nur zwei Tage nach der Degradierung kam die Kehrtwende. Diaz wird nun für Hartford antreten, gibt sich aber nur einen Monat Zeit, um in die NHL zurückzukehren. Im anderen Fall will er mit den Rangers über die Genehmigung sprechen, um seine Karriere in Europa fortzusetzen. Ausgang also offen.

Anders sieht die Sache bei Thomas Raffl aus. Der Bruder von Michael Raffl (Philadelphia Flyers) hat im Trainingscamp und den Vorbereitungsspielen der Winnipeg Jets derart überzeugt, dass er am Dienstag einen Vertrag über ein Jahr unterzeichnen durfte. Der bereits 29-jährige Österreicher könnte damit schon bald sein Debüt in der NHL feiern und der achte Spieler aus der Alpenrepublik in der Historie der nordamerikanischen Liga werden.

Sein bisheriger Verein EC Red Bull Salzburg hat sein Einverständnis erklärt, den laufenden Vertrag mit Raffl auszusetzen. Sein neuer Kontrakt beläuft sich auf 575.000,- US-Dollar. Er wird allerdings die Saison zunächst im Farmteam bei den Manitoba Moose in der AHL beginnen. Nachdem es sich um ein Ein-Wege-Arbeitspapier handelt, hat Raffl aber Anrecht auf sein volles Gehalt.

Es dürfte eine Frage der Zeit sein, dass Raffl für die Jets selbst auflaufen darf. In diesem Moment würde ein Märchen wahr werden, denn es ist äußerst selten, dass ein Spieler in seinem Alter diese Chance in der NHL bekommt, wo viele junge Talente neben den Etablierten um die Plätze buhlen. Es würden nicht die Jüngsten, sondern die Besten spielen, hatte er bereits während des Camps selbstbewusst gesagt.

Sieht so aus, als wenn neben Thomas Vanek von den Minnesota Wild, Michael Grabner von den Toronto Maple Leafs und seinem jüngeren Bruder Michael ein vierter Österreicher in der NHL in Zukunft unterwegs sein wird und in die Fußstapfen von Reinhard Divis, Christoph Brandner, Thomas Pöck und Andreas Nödl tritt.

Mit Grabner und den beiden Raffls sind außerdem gleich drei Spieler aus Villach vertreten, während Vanek weitgehend in der Steiermark aufwuchs.

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