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Geduld macht sich für die Bruins bezahlt

Die Vertragsverlängerung von David Pastrnak kommt in Boston zum idealen Zeitpunkt und schafft klare Verhältnisse

von Robin Patzwaldt @RobinPatzwaldt / NHL.com/de Autor

Die langfristige Vertragsverlängerung von David Pastrnak bei den Boston Bruins war ohne Zweifel eine der spektakulärsten Nachrichten aus der besten Eishockeyliga der Welt in dieser Woche. Der erst 21-jährige Stürmer verlängerte in der Ostküstenstadt der USA seinen auslaufenden Vertrag gleich um sechs Jahre, kassiert dafür im Gegenzug zukünftig 6,667 Mio. US$ pro Jahr.

Lange wurde intensiv hinter den Kulissen über eine weitere Zusammenarbeit verhandelt, nun kommt die Einigung genau passend zu Beginn des Trainingslagers der Franchise, an dem der Flügelstürmer ab Samstag nun auch direkt teilnehmen wird.

Es war aus ganz unterschiedlichen Gründen eine schwere Geburt. Die vorausgegangene Verlängerung mit Stürmer Brad Marchand war einer davon. Denn im Vergleich zu Marchand kann Pastrnak bisher eigentlich nur auf eine einzige wirklich herausragende Spielzeit in der NHL zurückblicken. Schwierig sich darüber einig zu sein, wie seine Dienste im Vergleich zu denen von Marchand einzuordnen sind. Und vor dem Hintergrund eines zuletzt recht aufgeheizten Marktes in der Liga erst recht.

Zudem erscheint es vielen Beobachtern aktuell zweifelhaft ob Pastrnak seine zuletzt 34 Tore und 70 Punkte in 75 Spielen so wird wiederholen können, nachdem es in seinen ersten beiden Spielzeiten bei den Bruins längst nicht so gut für ihn lief. Insgesamt kam er dabei nur auf 53 Punkte. Kein Vergleich also.

Video: TBL@BOS: Pastrnak bezwingt Vasilevskiy

Doch mindestens ebenso kompliziert gestalteten sich die Verhandlungen aufgrund der vorausgegangenen Verlängerungen von Leon Draisaitl bei den Edmonton Oilers und Ryan Johansen bei den Nashville Predators. Die Messlatte lag für einen Quervergleich also wohl recht hoch aus Sicht der Bruins. Das Pastrnak so zusätzlich mit erheblich weiter gestiegenen Erwartungen in die Verhandlungen mit seinem Team kam erscheint logisch.

Am Ende hat sich die Geduld der Franchise jedoch ausgezahlt. Sechs Jahre Laufzeit mit einem Gesamtvolumen von 40 Mio. US$, das erscheint angemessen.

Die Geduld der Bruins, bis kurz vor dem Saisonstart zu pokern, ist hier eindeutig aufgegangen. Davon dürften zukünftig wohl auch andere Franchises noch profitieren, hat sich der Markt nun doch wieder etwas beruhigt, wie es scheint.
Doch auch Pastrnak und seine Vertreter müssen hier nun nicht gerade geknickt aus den Verhandlungen hervorgehen. Eine erfolgreiche Saison mündet für den Spieler in einem lukrativen Vertrag, welcher ihm zudem die Zukunft absichert. Letztendlich ist das Ganze also nun ein fairer Deal für beide Seiten. Was will man mehr?

Dementsprechend positiv fielen auch die ersten Reaktionen auf die Nachricht aus Boston aus. Mannschaftskapitän Zdeno Chara war jedenfalls direkt beglückt: "Es ist toll, dass wir unser Team nun bereits im Trainingscamp soweit komplett haben. Es ist immer von Vorteil, wenn Mitspieler keine Zeit dabei verlieren, sei es durch Verletzungen oder eben auch durch Verhandlungen mit dem Verein. Nun können wir uns ganz auf das Training konzentrieren und uns darauf einstellen was vor uns liegt."

Video: DET@BOS: Pastrnak zieht zum OT Siegtreffer ab

General Manager Don Sweeny war ebenso stolz. "Ich habe doch immer gesagt, dass wir einen Vertrag hinbekommen würden. Es gab da auch keinen Zeitrahmen. Wir standen immer in Kontakt. Nun hat sich das für beide Seiten ausgezahlt. Und beide Seiten sind auch sehr glücklich darüber, dass es noch rechtzeitig mit dem Trainingscamp geklappt hat. Das lag ja auch im Interesse aller Beteiligten."

Auch Coach Bruce Cassidy war zufrieden. Gegenüber NHL.com ließ er wissen: "Er ist ein sehr guter Stürmer, der sich noch immer tagtäglich verbessert, dem jeweiligen Gegner viel Respekt einflößt. Davon können wir nun auch in Zukunft profitieren."

Nicht nur die Teamverantwortlichen freuen sich übrigens über die Entscheidung vom Donnerstag. Auch die Fans der Franchise aus Boston nahmen die Nachricht verständlicher Weise fast ausnahmslos sehr positiv aus. Nun können sich die Bruins in den nächsten Tagen wieder ganz der Arbeit auf dem Eis widmen.

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