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Draisaitls Vertrag wird für Oilers zur Hängepartie

Serie 31 in 31 von NHL.com/de: Die Verlängerung des deutschen Stürmer in Edmonton zieht sich länger hin als gedacht

von Stefan Herget / NHL.com/de Chefautor

Der Startschuss zur NHL-Saison 2017-18 steht zwar noch nicht unmittelbar vor der Türe, doch die Nachwuchs-Camps sind geschafft und die Trainingscamps in Sichtweite. Wir denken, dass es das Beste ist, die Sommerhitze im August mit Analysen Eurer Lieblingsteams zu bekämpfen.

Jeden Tag wird Euch NHL.com/de im Rahmen der 31 in 31 Serie mit fundierten Einschätzungen der Mannschaften versorgen.

Wo wird die Reise für den Liganeuling Vegas Golden Knights hingehen? Können die Pittsburgh Penguins ihre dritte Meisterschaft in Folge feiern? Welche Teams könnten uns alle überraschen?
Alle diese Fragen werden in den täglichen Artikeln beantwortet.

Heute analysieren wir die Edmonton Oilers:

Wer hätte vor ein paar Jahren gedacht, dass ein deutscher Eishockeyspieler irgendwann zu einem der begehrtesten Free Agents der NHL bzw. das Sommerthema in der NHL werden würde? Wohl wenige bis gar niemand. Doch im Jahr 2017 ist es die Realität. Leon Draisaitl von den Edmonton Oilers ist in aller Munde, auch in Nordamerika, wo genau verfolgt wird, wie die Verhandlungen um seinen neuen Vertrag stehen.

Draisaitls Einstiegsvertrag war am 30. Juni ausgelaufen und nun hat der Kölner den Status eines restricted Free Agents, was bedeutet, dass die Oilers weiterhin die Rechte an ihm besitzen und er entweder bei den Kanadier unterschreibt oder von Edmonton abgegeben werden müsste. Letzteres ist genauso unwahrscheinlich wie die Variante, dass er von einem anderen Team ein Angebot erhält, das die Oilers "matchen", also übernehmen könnten. Denn diese Variante ist in der NHL eher ungewöhnlich und war zuletzt im Jahr 2012 bei Verteidiger Shea Weber der Fall.

Video: ANA@EDM, Sp6: Draisaitl komplettiert Hattrick

Die Hängepartie um Draisaitl, der sich nach seinen 77 Scorerpunkten in der regulären Saison 2016/17 und weiteren 16 in den Stanley Cup Playoffs 2017 in einer guten Verhandlungsposition sieht, füllt derzeit die Medien, vor allem in Kanada.
Immer wieder tauchen wilde Spekulationen auf, wie die Gespräche stehen. Bob McKenzie vom kanadischen Sportsender TSN will erfahren haben, dass die Berater des Deutschen ein Jahresgehalt von zehn Millionen fordern. Dies wäre in der kommenden Spielzeit weniger ein Problem, weil die Oilers bis zur Gehaltsobergrenze gute 17 Millionen Spielraum haben und bis auf Draisaitl alle Leistungsträger unter Vertrag haben.

Allerdings soll es für den Stürmer auch ein langfristiges Arbeitspapier werden und Star Connor McDavid spielt nur noch ein Jahr auf seinen Einstiegsvertrag mit weniger als einer Million Anrechnung und hat bereits ab der Saison 2018/19 für jährlich 12,5 Millionen unterschrieben. Somit hätte General Manager Peter Chiarelli ab diesem Zeitpunkt für zwei Spieler bereits über 20 Millionen der derzeit insgesamt 75 Millionen Gehaltsobergrenze vergeben.

Es scheint so, als ob in Edmonton noch ein paar heiße Verhandlungsrunden laufen müssen, um das schwierige Arbeitspapier unter Dach und Fach zu bringen. Da es Spitz auf Knopf steht, ist es gut möglich, dass Draisaitl sogar das Trainingscamp oder Teile davon verpasst.

Mit dem neuen Vertrag unter Dach und Fach, kann der 21-jährige Draisaitl schließlich beweisen, dass er sein Geld wert ist und zusammen mit McDavid wirklich das neue Traum-Duo der NHL werden könnte, wie es kein Geringerer als "The Great One" Wayne Gretzky kürzlich beim Stanley Cup Finale mutmaßte.

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