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Verpasste und mögliche Playoff-Aufeinandertreffen

Kings gegen Habs war Neuauflage des Finales 1993, in dem viele gerne Gretzky gegen Lemieux gesehen hätten

von Stefan Herget / NHL.com/de Chefautor

Die Begegnung der Los Angeles Kings gegen die Montreal Canadiens am Donnerstag war eine Wiederholung des Stanley Cup Finales des Jahres 1993, als sich das letzte Mal ein kanadisches Team die begehrte Trophäe des Eishockeysports sichern konnte.

Just in diesem Jahr war kein Geringerer als "The Great One" Wayne Gretzky bei den Kings tätig und die Pittsburgh Penguins mit Superstar Mario Lemieux waren die Titelverteidiger, nachdem sie in den vorherigen Jahren 1991 und 1992 den Cup geholt hatten.

Leider schieden die Penguins aber in der zweiten Playoff-Runde der Prince of Wales Conference völlig überraschend nach sieben Spielen gegen die New York Islanders aus, so dass es im Finale nicht zum Aufeinandertreffen der beiden Superstars kam. Das wird noch heute in vielen Erzählungen über damals zutiefst bedauert.

Viele hatten gerade davon geträumt, ein direktes Duell von Lemieux und Gretzky in einem Stanley Cup Finale zu erleben, denn was hätte es besseres geben können? Beide haben jetzt schon lange ihre Karrieren beendet und zu einem direkten Duell in den Playoffs kam es dabei nie.

In der NHL-Geschichte der Stanley Cup Playoffs gab es etliche großartige Aufeinandertreffen, welche die Massen bewegten und für Furore sorgten. Joe Sakic von den Colorado Avalanche gegen Steve Yzerman von den Detroit Red Wings war so eines oder Sidney Crosby von den Penguins gegen Alex Ovechkin von den Washington Capitals ist bis in diesen Tagen ein fokussierender Zweikampf, auch wenn eine ganze Mannschaft dahintersteht.

In der Zukunft warten die Fans sehnsüchtig auf Playoff-Duelle zwischen Auston Matthews von den Toronto Maple Leafs gegen Connor McDavid von den Edmonton Oilers, wenn es denn jemals zustande kommt. Aber ebenso wären Begegnungen von Pittsburgh mit "Altmeister" Crosby gegen Matthews` Maple Leafs oder McDavids Oilers von riesigem Interesse.

Wenn wir das ganze Thema einmal aus deutscher Sicht betrachten, dann war das Jahr 2011, als Dennis Seidenberg mit den Boston Bruins im Stanley Cup Finale gegen die Vancouver Canucks mit Christian Ehrhoff in ihren Reihen antrat und letztendlich gewann, eines der Highlights der NHL-Geschichte.

Ähnlich war es für die Schweizer in diesem Jahr, als Roman Josi und Yannick Weber mit den Nashville Predators im ultimativen Akt auf Pittsburgh mit Mark Streit trafen. Doch zwei Dinge hemmten die Freude darüber. Bei Nashville war Kevin Fiala als dritter Eidgenosse verletzt und Streit kam im Finale als überzähliger Verteidiger nicht zum Einsatz.

In Österreich warten sie bis heute auf die Teilnahme eines ihrer Cracks an einem Stanley Cup Finale. Thomas Vanek schaffte es mit den Buffalo Sabres immerhin zwei Mal in das Conference Finale und versucht dieses Jahr sein Glück in Vancouver, die noch nie gewinnen konnten, aber bereits drei Mal im Finale scheiterten. Michael Grabner (New York Rangers) und Michael Raffl (Philadelphia Flyers) kamen noch nicht einmal so weit.

Während die Fans in Übersee also von großen Duellen der Superstars in der Zukunft in den Playoffs träumen, hoffen wir in Deutschland, Österreich und der Schweiz, dass es weitere Erfolge unserer Spieler zu verzeichnen gibt.

Stürmer Leon Draisaitl mit den Oilers gegen Verteidiger Dennis Seidenberg und Torhüter Thomas Greiss im Stanley Cup Finale 2018 wäre so eine tolle Geschichte, oder Vaneks Canucks gegen Grabners Rangers in der Neuauflage von 1994. Die Predators mit Josi, Weber und Fiala gegen Nico Hischier von den New Jersey Devils. Ein bisschen Träumen wird ja noch erlaubt sein!

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