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Verkehrte Welt bei Panthers gegen Islanders

von Axel Jeroma / NHL.com

Verkehrte Welt in Sunrise: In den ersten beiden Duellen der Playoff-Serie zwischen den Florida Panthers und den New York Islanders im BB&T Center stand das jeweils spielbestimmende Team nach 60 Minuten mit leeren Händen da.

Beim Auftakt am Mittwoch (Ortszeit) lautete das Schussverhältnis 46-26 zugunsten der Panthers. Im Endresultat spiegelte sich das deutliche Chancenplus jedoch in keinster Weise wider. Ein 4-5 aus Sicht der Gastgeber trugen die Punktezähler in der entsprechenden Rubrik des Spielberichtsbogens ein.

Im zweiten Match lief es genau umgekehrt. Diesmal zeigten sich die Islanders entschlossener in der Offensive. Aber auch ihnen gelang es nicht, ihren Vorteil an abgegebenen Torschüssen (42-31) in genügend Zählbares umzumünzen. Florida erwies sich dabei als effektiver und durfte sich deshalb nach der Schlusssirene zu Recht über einen 3-1-Erfolg freuen.

Islanders Coach Jack Capuano kann mit dem 1-1 nach zwei Begegnungen jedoch gut leben. Zumindest einmal den Heimvorteil der Panthers zu knacken, lautete seine Vorgabe vor der Dienstreise nach Florida – und die haben seine Schützlinge erfüllt. "Wir haben heute so gespielt, wie es sein muss. Aber leider hat das auch der Panthers-Goalie mit etlichen Glanzparaden als es darauf ankam", sagte der New Yorker Übungsleiter nach der Niederlage am zweiten Playoff-Abend im Sunshine-State.

Die Offensive der Islanders galt über weite Strecken der Hauptrunde als Problemzone. Um seinem Sturm - gerade auch im Hinblick auf die Playoffs - mehr Wirkung zu verleihen, tüftelte Capuano vorigen Monat einen Plan aus. Er stellte seinen bis dato besten defensiven Center Frans Nielsen als Linksaußen in die Reihe von Kapitän und Top-Scorer John Tavares. An dessen rechte Seite beorderte er Kyle Okposo. "Nach einem Durchhänger vor ein paar Wochen haben wir uns auf mein Betreiben hin entschlossen, eine Reihe mit den Stärksten zu bilden", erläuterte Capuano die Maßnahme. Das Manöver hat Wirkung gezeigt, zum Ende der Hauptrunde und nun in den Playoffs. In den beiden Partien der Auftaktrunde gegen die Panthers kam das Trio Nielsen, Tavares, Okposo auf stattliche neun Punkte.

Eine überragende und eine gute Leistung bot Islanders-Goalie Thomas Greiss bei seinen Auftritten. Beim Sieg zum Auftakt musste er zwar viermal hinter sich greifen, glänzte aber dennoch mit 42 abgewehrten Schüssen. Der spektakulärste Save gelang ihm Sekunden vor Schluss gegen Panthers-Superstar Jaromir Jagr. Mit einer akrobatischen Grätsche wehrte er dessen Schuss aus kurzer Distanz ab und rettete den Sieg über die Zeit. "Es hat Spaß gemacht", lautete sein Fazit nach seinem Startdebüt in einem Playoff-Match. In der zweiten Partie am Freitag hielt Greiss 26 Schüsse. An den drei Gegentoren traf ihn keine Schuld.

Während der Angriff der Islanders als wettbewerbstauglich für die Playoffs einzustufen ist, bedarf es im Abwehrverhalten einer deutlichen Leistungssteigerung. Die Islanders ließen in beiden Begegnungen zu viele Chancen der Panthers zu, von denen sieben zu Treffern führten. Nicht jedes Mal wird das Team wie am Mittwoch in der Lage sein, vorne ein Tor mehr zu schießen als man hinten kassiert. Womöglich gelingt Coach Capuano ein weiterer erfolgreicher Griff in die Trickkiste. Nötig wäre er. Denn mit einem Gegentorschnitt von 3,5 pro Spiel wie im Moment dürfte es schwer werden, sich für die nächste Runde zu qualifizieren.

Die Panthers ihrerseits hatten die Auftaktpleite vom Mittwoch gut verdaut. Goalie Roberto Luongo steigerte sich nach seiner mäßigen Darbietung beim 4-5 und überzeugte beim Sieg am Freitag mit 41 Saves. Nur dreieinhalb Minuten fehlten ihm zum Shutout.

Im Angriff sorgte einmal mehr die Reihe mit Reilly Smith, Nick Bjugstad und Jussi Jokinen mächtig für Betrieb vor dem Tor der Islanders. Elf Punkte erzielten sie in den beiden bisherigen Vergleichen. Da nimmt sich die Bilanz der Angriffsformation Jaromir Jagr, Aleksander Barkov und Jonathan Huberdeau mit zwei Punkten geradezu bescheiden aus. Jagr, sonst ein Freund des gepflegten Abschlusses, wartet übrigens schon seit 33 Playoff-Einsätzen auf einen Torerfolg. Die nächste Gelegenheit bietet sich ihm am Sonntag in New York. Dann findet das erste Playoff-Spiel im Barclays Center in Brooklyn statt, das seit dieser Saison die neue Heimstätte der Islanders ist.

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