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Vanek mit einem Galaauftritt

Der Österreicher stellte mit vier Assists in einem Spiel eine persönliche Bestmarke auf.

von Bernd Rösch / NHL.com/de Chefautor

"Er ist großartig seit er zu uns kam. Heute Abend hat er gezeigt, wie gut er tatsächlich ist. Er war fantastisch." Center Jonathan Marchessault war am Dienstagabend beim 7-2 Kantersieg der Florida Panthers im heimischen BB&T Center gegen die Toronto Maple Leafs sehr angetan von der Vorstellung seines neuen Sturmkollegen Thomas Vanek. Dem Schützenfest in Sunrise steuerte der österreichische Flügelstürmer gleich vier Assists bei. An den beiden Treffern von Marchessault war Vanek mit einer Vorlage beteiligt gewesen.

Am 1. März, zum Ende der NHL-Wechselfrist, kam Vanek von den Detroit Red Wings nach Sunrise. Seine Eingewöhnungsphase war nur von kurzer Dauer. Panthers General Manager und Interimstrainer Tom Rowe muss gar nicht erst lange an einer idealen Sturmformation für seinen Neuzugang basteln. Unabhängig davon mit wem der 33-Jährige stürmt, er macht seine Mitspieler besser. Beim ersten Tor von Marchessault stand Nick Bjugstad mit auf dem Eis, das 4-1 leitete Vanek mit einem genialen Pass auf Aleksander Barkov ein, der anstatt zu schießen sich dazu entschied die Scheibe an Marchessault quer zu spielen, und beim 6-2 Powerplaytreffer des Finnen Jussi Jokinen agierte Vanek zusammen mit Vincent Trochek und Reilly Smith, wie auch beim Tor von Verteidiger Keith Yandle zum 7-2 Endstand.

Video: TOR@FLA: Jokinen vollendet im PP aus spitzem Winkel

Heraus sprang nicht nur Floridas höchster Saisonsieg, sondern auch eine persönliche Bestmarke des Österreichers. Zum ersten Mal in seiner mittlerweile zwölfjährigen NHL-Karriere, die in der Spielzeit 2005/06 bei den Buffalo Sabres begann, brachte es der Mann mit der Nummer 26 auf dem Rücken auf vier Assists in einem Spiel. Der in Wien geborene Linksaußen entwickelt sich immer mehr vom Torjäger zum Torvorbereiter. Seine ersten drei Vorlagen in einem Spiel erzielte Vanek am 3. Dezember 2009 gegen die Montreal Canadiens. Weitere vier Mal konnte er in den Folgejahren dieses Kunststück wiederholen, zuletzt am 17. Oktober 2016 in der Heimpartie gegen die Ottawa Senators. Man könnte fast den Eindruck gewinnen, dass sich der Linksaußen in Spielen gegen Franchises die in Kanada beheimatet sind, besonders wohl als Vorlagengeber fühlt.

Über Statistiken dieser Art macht sich der beste Eishockeyspieler aller Zeiten, den die Alpenrepublik jemals hervorgebracht hat, keinerlei Gedanken. Er denkt eher an den Mannschaftserfolg: "Es war einer dieser Abende an dem alles geklappt hat, unsere Chancen gingen rein", sagte Vanek den Reportern. In der kurzen Zeit in der ich hier bin, haben wir nicht gewonnen, doch mit Ausnahme des Rangers Spiels [Florida verlor trotz eines Tores von Vanek mit 2-5] hatten wir immer das Gefühl, dass wir mehr verdient gehabt hätten."

Nach der Niederlagenserie von fünf Spielen hat Vanek seinen Teamkollegen den Rat gegeben, sich keine Gedanken über das große Ziel [das Erreichen der Stanley Cup Playoffs], sondern sich lieber Sorgen über die kommende Partie zu machen. Aus diesen Worten sprach die Erfahrung des Ausnahmestürmers.

Obwohl die Panthers gestern Abend zwei Punkte gegen einen direkten Konkurrenten um den zweiten Wildcardplatz einfahren konnten, liegt noch ein weiter Weg vor ihnen, um das Unmöglich erscheinende Unterfangen doch noch möglich zu machen. Bei 14 ausstehenden Spielen beträgt der Rückstand der Panthers auf einen Playoffplatz sechs Punkte. Die New York Islanders, die Tampa Bay Lightning und ihr gestriger Gegner aus Toronto sind noch vor ihnen platziert.

"Die Realität sieht jetzt so aus, dass wir jedes Team schlagen müssen", gab Vanek den Kurs vor.

Auf die Panthers warten in den kommenden fünf Tagen drei schwere Auswärtsaufgaben gegen die Columbus Blue Jackets, New York Rangers und Pittsburgh Penguins. Ihre Gegner dürften gewarnt sein.

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