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Bei den Canucks stimmt der Unterbau

31 in 31: Vancouver hatte ein Offensivproblem, doch Besserung ist in Sicht

von Bernd Rösch @NHLde / NHL.com/de Chefautor

Die NHL-Saison 2018/19 wirft langsam aber sicher ihre Schatten voraus. Vor dem Start der Trainingslager analysiert NHL.com/de ab dem 5. August die 31 Teams der Liga in 31 Tagen. Zu jeder Mannschaft gibt es in der Serie "31 in 31" zwei Berichte mit interessanten Fakten, Einschätzungen und Einblicken.

In dieser Folge: Vancouver Canucks

Bilanz 2017/18: 31-40-11, 7. in der Pacific Division
Playoffs 2018: Nicht qualifiziert
Trainer: Travis Green, seit 26. April 2017
Zugänge: Tim Schaller (Boston Bruins, Free Agent), Antoine Roussel (Dallas Stars, Free Agent), Jay Beagle (Washington Capitals, Free Agent), Tanner Kero (Chicago Blackhawks, Trade)

Abgänge: Nic Dowd (Washington Capitals, Free Agent), Jussi Jokinen (Free Agent), Jayson Megna (Washington Capitals, Free Agent), Daniel Sedin (Karriereende), Henrik Sedin (Karriereende), Patrick Wiercioch (KHL, Free Agent), Joseph LaBate (AHL Belleville, Free Agent), Cole Cassels (Deutschland, Free Agent), Griffen Molino (AHL Toronto, Free Agent), Michael Chaput (Chicago Blackhawks, Trade)

 

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Mit vor Freude glänzenden Augen erinnern sich die Anhänger der Vancouver Canucks an die Zeiten um die letzte Jahrzentwende zurück. In den Jahren von 2009 bis 2013 schlossen ihre Canucks die Northwest Division fünfmal in Folge als Tabellenerster ab und landeten im Klassement der Western Conference stets unter den ersten Drei.

Euphorisierend war die Stimmung in der kanadischen Metropole vor allem im Anschluss an die reguläre Saison 2010/11, als das Team bis ins Stanley Cup Finale vordrang. Die Endspielniederlage nach sieben Auftritten gegen die Boston Bruins hinterließ Spuren und zwar nicht nur in Vancouvers Granville Street, wo sich Unbelehrbare nach Spiel 7 ihren Unmut durch Randale Luft machten. Noch weitere zwei Mal qualifizierten sich die Canucks als Erster ihrer Division für die Stanley Cup Playoffs, doch jeweils war für sie bereits in der ersten Runde Schluss.

Seit der Ligaumstrukturierung zur Saison 2013/14 blieb Vancouver vier- von fünfmal nur die Zuschauerrolle, sobald sich 16 Teams daran machten, um die begehrte Trophäe zu kämpfen.

Im gleichen Zeitraum erzielten in den 410 Saison-Partien nur die Buffalo Sabres (899), New Jersey Devils (978) und Arizona/Phoenix Coyotes (980) noch weniger Tore als das Franchise von der Pazifikküste (1009). In der vergangenen Spielzeit stellten die Canucks mit 73 Punkten und 218 Toren jeweils das zweitschlechteste Team des Westens und das sechstschlechteste ligaweit.

 

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Im Anschluss dieser enttäuschenden Saison beendeten auch noch mit Daniel und Henrik Sedin zwei schwedische Stürmer, die fast 18 Jahre lang die Speerspitze der Canucks-Offensive waren, ihre Karrieren. Erstgenannter belegte mit 55 Scorerpunkten (23 Tore, 32 Assists) den zweiten Platz im teaminternen Ranking und sein Bruder Henrik mit 50 Scorerpunkten (drei Tore, 47 Assists) lag knapp dahinter auf Rang drei.

Ist es angebracht, sich um die Offensivkraft der Canucks Sorgen zu machen? Auf den ersten Blick ist das sicherlich der Fall, jedoch hat es das Management auch nicht versäumt für Ersatz aus dem eigenen Talente-Pool zu sorgen.

Center Bo Horvat, ihr Draft Pick von 2013 (Nr. 9), stellte mit 22 Toren in seiner vierten NHL-Saison eine persönliche Bestleistung auf, obwohl er verletzungsbedingt nur 64 von 82 Saisonpartien bestreiten konnte. Mit Verletzungssorgen zu kämpfen hatte ebenfalls Linksaußen Brock Broeser. In seiner ersten vollen NHL-Spielzeit gelangen ihm 29 Treffer und 26 Vorlagen in 62 Spielen. Kein anderer Rookie aus der Saison 2017/18, der mehr als vier Partien absolvierte, war im Abschluss pro Match erfolgreicher als Vancouvers Erstrundenpick beim NHL Draft 2015. Boeser erzielte in fast jeder zweiten Partie ein Tor (46,8 Prozent) und mit seiner durchschnittlichen Punktausbeute von 0,89 belegte er den zweiten Platz hinter Rookie Matthew Barzal (1,04) von den New York Islanders.

Video: NYR@VAN: Boeser und Horvat zu einem raffinierten Tor

Große Stücke halten die Canucks von Elias Pettersson. Der 19-jährige Center kann auf eine überaus erfolgreiche Saison 2017/18 in der SHL zurückblicken. In seiner Heimat verhalf er den Växjö Lakers HC zur SHL-Championship und mit der schwedischen Nationalmannschaft holte er Gold bei der IIHF-Weltmeisterschaft 2018. In seinem Empfehlungsschreiben stehen noch die Auszeichnungen zum SHL-Rookie, zum SHL-MVP, zum SHL-Playoffs MVP und zum schwedischen Stürmer des Jahres. Es ist durchaus vorstellbar, dass sich Pettersson auf Anhieb einen Platz in einer der ersten zwei Sturmformationen der Canucks sichert - eventuell auch auf der rechten Außenbahn.

General Manager Jim Benning würde ihn gerne als Center auflaufen sehen: "Wir haben ihn als Center gedraftet und er hat das Können, diese Position auszufüllen, vielleicht sogar auf Anhieb. Beim Training Camp werden wir sehen, wie er sich in der Mitte macht."

Der Kader der Utica Comets, Vancouvers Farmteam in der AHL, ist kommende Saison auf allen Positionen gespickt mit jungen Talenten. Aus Finnland kommen der 19-jährige Verteidiger Olli Juolevi und der zwei Jahre ältere Stürmer Petrus Palmu. Ein Kole Lind oder ein Jonah Gadjovich haben das 20. Lebensjahr noch nicht überschritten. Mit Jonathan Dahlen, 20, bewies ein weiterer Schwede, dass er gewillt ist, den nächsten Schritt in Nordamerika zu wagen.

"Das ist völlig in Ordnung, wenn diese Jungs zunächst in der AHL beginnen, sie werden ihre Chance erhalten oben zu spielen. Ich sehe es lieber, wenn sie im Farmteam wichtige Eiszeit bekommen und sich dort als Spieler entwickeln. Dann sind sie auch bereit, wenn es so weit ist", äußerte sich Benning zuversichtlich.

In Vancouver zeigt man sich geduldig. In der anstehenden Spielzeit wird vom Team nicht erwartet, dass es sich für die Stanley Cup Playoffs qualifiziert, doch in einigen Jahren soll es wieder für Glücksmomente bei seinen Anhängern sorgen, die ihnen die Tränen in die Augen treiben.

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