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USA und Finnland schießen sich ins Halbfinale

von Axel Jeroma / NHL.com

Im Viertelfinale der IIHF-Weltmeisterschaft haben sich Finnland und die USA in ihren Partien durchgesetzt. Die Finnen bezwangen Dänemark, die USA behielten gegen Tschechien die Oberhand.

Finnland – Dänemark 5-1 (1-0, 2-1, 2-0)

Mit einem souveränen 5-1-Sieg gegen Dänemark hat sich Finnland für das Halbfinale der IIHF-Weltmeisterschaft qualifiziert. Für den Geheimfavorit war es der achte Erfolg im achten Spiel dieser WM. In überragender Form präsentierte sich einmal mehr das Sturmduo Mikael Granlund (Minnesota Wild) und Patrik Laine (Tappara Tampere). Beide hatten mit drei Treffern großen Anteil am Erfolg im Viertelfinale gegen den skandinavischen Rivalen. Granlund und Laine haben nun nach acht Spielen jeweils elf Scorerpunkte auf dem Konto.

Die favorisierten Finnen, die in der Gruppenphase Kanada überraschend deutlich besiegt hatten, taten sich in der ersten Viertelstunde gegen die klug verteidigenden Dänen schwer. Diese waren zudem bei dem ein oder anderen Konter gefährlich. Doch dann brach Granlund den Bann für die Finnen und erzielte auf Zuspiel von Mikko Koivu (Minnesota Wild) das 1-0. Mit diesem knappen Resultat ging es in die erste Pause.

Kurz nach Beginn des zweiten Drittels baute Finnland die Führung aus. Jarno Koskiranta (SKA St. Petersburg) traf unter tatkräftiger Mithilfe des dänischen Verteidigers Stefan Lassen (Pelicans Lahti) zum 2-0 (22.). Er lenkte den Puck nach dem Rückhandschuss von Koskiranta ins eigene Netz.

Doch die Dänen gaben sich nicht geschlagen. Im Powerplay verkürzte Lars Eller (Montreal Canadiens) zum 1-2 (32.). Die Vorlage hatte Mads Christensen (Red Bull München) geliefert. Kurzzeitig kam in der Begegnung ein wenig Spannung auf. Doch ernsthaft in Gefahr geriet das von Mikko Koskinen (SKA St. Petersburg) gehütete Tor der Finnen nicht.

63 Sekunden vor dem Ende des zweiten Spielabschnitts stellten sie den alten Abstand wieder her. Auf Zuspiel von Juuso Hietanen (Dynamo Moskau) überwand der 18-jährige Laine Dänemarks Schlussmann Sebastian Dahm (Graz 99ers) per Handgelenkschuss zum 3-1. Es war Laines siebter Treffer im Turnier. Damit ist er momentan Finnlands bester Torschütze.

Im letzten Drittel ließen es die Finnen gemächlicher angehen und verwalteten zunächst den Vorsprung. Wenige Minuten vor dem Ende nahm Dänemarks Coach Jan Karlsson seinen Goalie zugunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis. Doch Finnlands Angreifer Jussi Jokinen (Florida Panthers) setzte sich gegen zwei Dänen durch und schoss ins verwaiste Gehäuse ein. Mit dem 4-1 58.) war Dänemarks Widerstand endgültig gebrochen. Mit seinem zweiten Treffer in dieser Begegnung stellte Granlund nur 21 Sekunden später den 5-1-Endstand her.

Tschechien – USA 1-2 n.P. (0-1, 1-0, 0-0, 0-0, 0-1)

Für Branchenkenner durchaus überraschend setzte sich das junge US-Team gegen Tschechien durch. Immerhin hatten die Tschechen in ihrer Gruppe A vor Gastgeber Russland den ersten Platz belegt. Zum Matchwinner beim 2-1 nach Penaltyschießen für die USA wurde Youngster Auston Matthews (ZSC Lions Zürich). Er besorgte den Ausgleich und verwandelte den entscheidenden Penalty. Nach acht Spielen stehen für den hochtalentierten Stürmer acht Scorerpunkte (fünf Tore, drei Vorlagen) auf der Habenseite.

Großen Anteil am Erfolg der USA hatte zudem Goalie Keith Kinkaid (New Jersey Devils). Er glänzte nicht nur mit 31 Saves, sondern entschärfte in der entscheidenden Phase gleich drei Penaltys der Tschechen. Weder Lukas Kaspar (Slovan Bratislava) noch Petr Koukal (Metallurg Novokuznetsk) und auch nicht Tomas Zahorna (Amur Khabarovsk) brachten den Puck an Kinkaid vorbei.

Das erste Drittel verlief zunächst zäh. Beide Teams waren darauf bedacht, möglichst keinen Fehler zu machen, um nicht in Rückstand zu geraten. Doch nach etwas mehr als einer Viertelstunde klingelte es im Gehäuse der US-Amerikaner. In Unterzahl der Tschechen lief Zahorna auf das Tor der USA zu und konnte von Patrick Maroon (Edmonton Oilers) nur noch regelwidrig gestoppt werden. Ohne Zögern entschied der Referee auf Penalty. Zahorna ließ sich die Chance nicht entgehen und brachte Tschechien mit 1-0 in Front.

Nach 1:27 Minuten im Mitteldrittel hatte Matthews seinen ersten großen Auftritt. In der tschechischen Zone nahm er einen Pass von Frank Vatrano (Boston Bruins) auf. Gekonnt umkurvte er anschließend den tschechischen Verteidiger Radim Simek (Bill Tygri Liberec) und steckte den Puck mit der Rückhand unter Schlussmann Dominik Furch (Avangard Omsk) hindurch zum 1-1 ins Netz.

Im zweiten Drittel hatten die USA mehr vom Spiel, kamen aber nicht mehr erfolgreich zum Abschluss. In den letzten 20 Minuten der regulären Spielzeit gingen beide Teams wie am Anfang des Matches wieder vorsichtiger zu Werke. Folgerichtig gab es zehn Minuten Verlängerung. Um ein Haar hätte Jonathan Schroeder (Minnesota Wild) die USA während dieser Extraschicht zum Sieg geschossen. Doch Furch bewährte seine Mannschaft mit einer Glanzparade zunächst vor dem Aus.

Nachdem weder den USA noch Tschechien der entscheidende Schlag in der Verlängerung gelang, musste die Entscheidung im Penaltyschießen fallen. Bei dieser Lotterie hatten die USA dank Matthews das bessere Ende für sich. Er lief bei seinem Penalty auf der rechten Seite auf Furch zu und überwand ihn mit einem Schuss durch die Schoner. Es folgte grenzenloser Jubel auf Seiten der US-Amerikaner. „Ich wollte unbedingt eine Lücke beim Goalie finden. Zum Glück ist mir das gelungen“, sagte ein freudestrahlender Matthews.

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