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Scoring-Last bei Colorado Avalanche gut verteilt

Die Verpflichtungen von Joe Sakic haben voll eingeschlagen und zu einem historischen Start geführt

von Christian Treptow @NHLde / NHL.com/de Freier Autor

Josts erster NHL-Hattrick

COL@TBL: Jost mit seinem ersten Dreierpack in der NHL

Tyson Jost trifft zuerst im 1. Drittel für die Avalanche und markiert dann noch zwei weitere Treffer im 2. Abschnitt für sein Team

  • 02:27 •

Natürlich ist es noch sehr früh in der NHL-Saison. Erst zwei Wochen sind rum. Aber zu diesem frühen Zeitpunkt kann man schon eines sagen: Der Plan von Joe Sakic ist voll aufgegangen. Der General Manager der Colorado Avalanche hatte im Sommer das Vorhaben, die erste Reihe mit Kapitän Gabriel Landeskog, Nathan MacKinnon und Mikko Rantanen zu entlasten. Also wurde er auf dem Free Agent-Markt tätig und ließ auch mit einem Trade aufhorchen. 

Landeskog, MacKinnon und Rantanen waren in der Spielzeit 2018/19 das Trio, das die Hauptlast in Sachen Scoring auf seinen Schultern getragen hat. 22-mal traf ein Akteur der Avalanche in der vergangenen Runde zweimal oder öfter in einer Partie. 13-mal war es einer der ersten Sturmreihe. Natürlich führten die Drei auch die interne Scorerwertung an. Landeskog war hier auf Platz drei und hatte am Ende satte 16 Punkte Vorsprung auf Tyson Barrie auf Platz vier.

Barrie ist nicht mehr in Denver. Sakic schickte den offensivstarken Verteidiger zu den Toronto Maple Leafs im Austausch für Nazem Kadri. Dieser sollte die zweite Sturmreihe der Avalanche anführen und helfen, die erste Reihe zu entlasten. Diesen Auftrag haben auch Joonas Donskoi, Andre Burakovsky und Pierre-Edouard Bellemare erhalten. Donskoi war zuvor bei den San Jose Sharks, Burakovsky bei den Washington Capitals und Bellemare bei den Vegas Golden Knights.

 

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Bislang kann Sakic zufrieden sein mit dem, was die Neuzugänge liefern. Sicher, Landeskog, MacKinnon und Rantanen sind natürlich weiterhin in den Scoringlisten zu finden. MacKinnon (zwölf Scorerpunkte) und Rantanen (elf) führen auch wieder die interne Scorerwertung an. Allerdings haben die bisherigen Spiele gezeigt, dass die Akteure, die nach den ersten Drei kommen, immer wieder für Tore gut sind und somit auch den Druck von der Paradereihe nehmen können.

Das erste Spiel der Saison gab da schon einen Fingerzeig, als Donskoi beim 5:3 gegen die Calgary Flames gleich mal einen Doppelpack hinlegte. Und so ging es weiter. Beim 4:2 gegen die Minnesota Wild trug sich Bellemare, Anführer der vierten Sturmreihe, zum ersten Mal in die Torschützenliste ein. Beim 4:2 gegen die Boston Bruins trafen unter anderem Bellemare und Burakovsky. Beim 3:2 nach Verlängerung gegen die Arizona Coyotes netzte Kadri zum ersten Mal im Colorado-Trikot ein, Burakovsky sorgte in der Overtime für die Entscheidung. Beim 5:4 nach Verlängerung gegen die Florida Panthers waren Burakovsky mit einem Doppelpack und Donskoi zur Stelle. 
Im jüngsten Spiel bei den Tampa Bay Lightning, immerhin einer der Favoriten in der Eastern Conference, war dann auf einmal Tyson Jost zur Stelle. Er markierte seinen ersten NHL-Hattrick. Und trug so entscheidend zum 6:2-Erfolg der Avalanche bei. Die Leistung der Sturmreihe um Jost, J.T. Compher (zwei Vorlagen) und Colin Wilson (drei Assists) führt nahtlos das fort, was die Avalanche seit Spieltag eins zeigen. 

"Wir hatten schon einige großartige Spiele von den Jungs. Die Jost-Reihe war heute außergewöhnlich, speziell in der ersten Hälfte. Die Jungs haben den Unterschied gemacht", lobte Avalanche-Coach Jared Bednar. 

Video: COL@FLA: MacKinnon gewinnt Spiel für Avalanche in OT

"Es fühlt sich super an. Das ist etwas ganz Spezielles. Davon träumt man als Kind, wenn man im Hinterhof spielt. Es ist ein großartiger Moment", meinte Jost zu seinem ersten NHL-Hattrick. Er hat jetzt - wie MacKinnon und Burakovsky - vier Tore auf dem Konto. "Er hat echt super gespielt", meinte Compher zur Leistung seines Sturmpartners. "Unsere Reihe hat gut funktioniert und Chancen herausgespielt. Gut für ihn, dass er alle reingemacht hat." Jost ist damit nun einer von 54 Spielern der Quebec Nordiques/Colorado Avalanche, der in einer Partie auf drei Tore oder mehr kam.

In der vergangenen Saison gingen fast 40 Prozent der Scorerpunkte auf das Konto von Landeskog, MacKinnon und Rantanen. In dieser Spielzeit sind es rund 30 Prozent. Hinter MacKinnon und Rantanen an der Spitze der internen Scorerwertung steht diesmal nicht der Name Landeskog. Burakovsky taucht da mit acht Zählern auf. Donskoi hat schon sechs, Kadri fünf und Bellemare drei. 

Die besser verteilte Scoringlast bedeutet, dass sich die gegnerischen Verteidiger jetzt nicht mehr nur auf die erste Sturmreihe konzentrieren können. Sie müssen nun auch beim Rest der Avalanche Vollgas geben. Und Landeskog, MacKinnon und Rantanen sind dann doch in jedem Spiel für ein Tor oder mehr gut. 35 Treffer haben die Avalanche schon erzielt. Das ist aktuell der beste Wert in der Liga, gemeinsam mit den Toronto Maple Leafs. 

Die Top-Leistungen haben für den besten Start der Avalanche in der Franchise-Geschichte nach acht Spielen geführt. Sieben Siege und erst eine Niederlage nach Verlängerung stehen zu Buche. Das haben nicht mal die Meisterteams der Avalanche mit Sakic, Peter Forsberg und Co. geschafft. Der erste Auftrag des General Managers ist damit also schon erfüllt. "Zuerst müssen wir gut aus Startlöchern kommen, dann in die Playoffs kommen und schließlich so weit wie möglich oben gesetzt sein", meinte Sakic vor der Saison. 

Das mit dem guten Start hat auf jeden Fall schon mal geklappt. Und scoren die Avalanche weiterhin so ausgeglichen durch alle Sturmreihen hinweg, sollte auch die Playoffqualifikation gelingen. Bleibt das Team von Verletzungen verschont, ist ihm in dieser Form auch der ganz große Wurf zuzutrauen. 

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