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NHL.com/de diskutiert über das NHL All-Star Game

Im Januar 2020 treffen sich die Superstars der Liga in St. Louis. Unsere Autoren haben das im Writer's Room diskutiert.

NHL.com @NHLdotcom

Während der Saison 2019/20 wird das Team von NHL.com/de jeden Samstag in der Rubrik "Writer's Room" wichtige Themen der Liga diskutieren und analysieren. In dieser Ausgabe: Das NHL All-Star Game.

Am 24. und 25. Januar 2020 wird im Enterprise Center in St. Louis das nächste NHL All-Star Game-Wochenende stattfinden. In diesen Tagen wird besonders emotional über die zu erwartenden Teilnehmer diskutiert. Fans dürfen in Onlineabstimmungen darüber mitentscheiden, welchen Spielern die Ehre zuteilwird, sich daran aktiv zu beteiligen. Natürlich ist das auch innerhalb des Redaktionsteams immer wieder ein gern diskutiertes Thema. Wer sind die Favoriten in diesem Jahr? Welche Erlebnisse rund um die Veranstaltung sind uns aus der Vergangenheit noch besonders gut in Erinnerung? Welcher Spieler war vielleicht auch eine Enttäuschung.

Hier sind die aktuellen Aussagen unserer Redakteure: 
    
Stefan Herget: Ich war beim NHL All-Star Game 2004 in Minnesota vor Ort. Das war für mich ein einmaliges Erlebnis, auch wenn der sportliche Wert der Veranstaltung natürlich gegen null geht. Trotzdem wird viel im Umfeld geboten mit Live-Bands und verschiedenen Veranstaltungen. Außerdem ist es schon beeindruckend die besten Spieler der Saison auf dem Eis zu sehen und insbesondere die Skill-Wettbewerbe am Samstag üben ihren ganz besonderen Reiz aus. Zu sehen, wie sich die Stars in den einzelnen Disziplinen schlagen und wie viel Spaß sie bei der Sache haben, ist beeindruckend. Mich freut ganz besonders, dass wir in diesem Jahr fest damit rechnen dürfen, mit Leon Draisaitl erneut einen deutschen Spieler dabei zu haben, falls er sich nicht verletzt. Er wäre der erste Deutsche, der an zwei All-Star Games hintereinander teilnehmen darf. Eventuell kommt mit Torhüter Thomas Greiss noch ein zweiter Deutscher hinzu, wenn er für die New York Islanders weiter so hält. Das wäre wirklich top.

 

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Robin Patzwaldt: Im Gegensatz zu Stefan war ich bisher noch nicht bei einem NHL All-Star Game live vor Ort. Und auf meiner Prioritätenliste steht das, um ehrlich zu sein, auch nicht unbedingt ganz weit oben. Bei diesen Events reicht mir traditionell ein Platz vor dem heimischen TV-Gerät. Wie Stefan schon befand, ist der sportliche Wert dieser Veranstaltungen ja eigentlich nicht vorhanden. Zudem bin ich grundsätzlich eher ein 'Klub'- bzw. 'Vereins'-Fan, kann mich für nur kurzzeitig zusammenkommende Auswahl- und Nationalmannschaften im Vergleich dazu nicht so sehr erwärmen. Daher ziehe ich für meine Nordamerikareisen reguläre NHL-Hauptrundenspiele jedem All-Star-Event vor. Schön ist natürlich, dass bei den All-Star-Veranstaltungen regelmäßig die namhaftesten Akteure einer Liga an einem Ort versammelt sind. Zumindest in der Theorie sollte das so sein, denn in der Praxis gibt es ja immer wieder prominente Absagen. Wollen wir hoffen, dass das im kommenden Januar in St. Louis nicht der Fall sein wird. Das wäre schön. Die grundsätzliche Attraktivität des Wochenendes könnte dieses Mal tatsächlich höher sein als zuletzt, da die Deutschen mit Leon Draisaitl und Thomas Greiss zwei aussichtsreiche Bewerber um einen All-Star-Platz im Rennen haben. Für die Entwicklung des Eishockeys hierzulande wäre es natürlich klasse, wenn die Teilnahme der beiden nationalen Superstars dieser Sportart helfen könnten, die Aufmerksamkeit etwas zu vergrößern.

Christian Rupp: Ich schließe mich meinen beiden Vorrednern an: Das NHL All-Star Game ist eine gute Unterhaltung - allerdings ohne sportliche Bedeutung. Der Stellenwert eines All-Star Games ist in Nordamerika ein deutlich höherer als in Europa. Das sieht man alleine daran, dass nominierte Spieler, die ihre Teilnahme absagen, von der Liga für reguläre Saisonspiele gesperrt werden. So gesehen bei "Rebell" Alex Ovechkin von den Washington Capitals bei der letzten Ausgabe. Die NHL möchte die besten Eishockeyspieler der Welt natürlich ins Schaufenster stellen. Mit der Spannung einer Playoff-Serie ist dies mitnichten zu vergleichen - für mich geht es hierbei mehr um Spaß. Die Skills-Competitions, der Kampf der Maskottchen oder das Drei-gegen-Drei-Format sorgen durchaus für gute Laune. Auch ermöglicht es dem Zuschauer einen anderen Blick auf die Stars, die sich naturgemäß lockerer geben als in einem Pflichtspiel. Ich habe da noch Torwart Mike Smith im Hinterkopf, der mit gewagten Aktionen für Begeisterung sorgte. Oder Schiedsrichter Wes McCauly, der am Mikrofon markige Sprüche abgab und mit den vom Publikum eher ungeliebten Brad Marchand zum Scherzen aufgelegt war. Fazit: Spannung nein, Unterhaltung ja!

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Christian Treptow: All-Star-Spiel 1997: Owen Nolan fährt alleine auf Dominik Hasek zu, zeigt ihm mit der rechten Hand an, in welche Ecke er schießen wird und trifft. Die Kappen fliegen aufs Eis. Es war der Treffer, mit dem Nolan seinen Hattrick komplettierte. Das ist ein Moment beim All-Star-Spiel, den ich nie vergessen werde. Seitdem hat sich die Veranstaltung verändert, aus meiner Sicht nicht zwingend zu seinem Vorteil. Da oute ich mich gerne als Traditionalist: All-Star-Spiel, das bedeutet für mich das Duell der besten Spieler aus den beiden Conferences. Dem neuen Format mit drei Spielern auf dem Eis kann ich nicht so viel abgewinnen. Der sportliche Wert war im Format eines "normalen" Spiels schon sehr überschaubar. Jetzt ist er komplett weg. Der Gänsehautmoment bei jedem All-Star-Spiel: Wenn die Akteure einzeln aufs Eis gerufen werden. Das vermisse ich bei den Partien der regulären Saison. Das ist in Deutschland besser. Eine absolute Bereicherung ist die Skills-Competition. Härtester Schuss, schnellster Skater, präzisester Schuss - das hat was. Das All-Star-Wochenende ist eine nette Abwechslung vom Ligaalltag. Der Unterhaltungsfaktor stimmt. Einen sportlichen Wert sucht man aber vergebens.

Bernd Rösch: Anders als Christian finde ich, dass vor allem das Turnierformat 3-gegen-3 für mehr Spannung sorgt, denn ich hatte den Eindruck, dass sich die für das All-Star Game nominierten Spieler seit der Einführung dieses Formats von vor vier Jahren zur Saison 2015/16 doch etwas mehr reinhängen. Denn gewinnen möchte schließlich jeder. Ich erinnere gerne auch an 2016 als die Pacific Division gegen die Atlantic Division das Finale mit 1:0 gewann. In diesem Jahr freue ich mich besonders auf Leon Draisaitl. Es wäre schön, wenn er als deutscher Eishockeyspieler zum All-Star Wochenende noch als Topscorer der Liga antreten könnte.

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