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Freude und Enttäuschung in unberechenbarem Draft

Einige Spieler sind beim NHL Draft 2018 viel früher als erwartet gewählt worden, andere deutlich später

von Alexander Gammel @nhlde / NHL.com/de Autor

Am Freitag fand in Dallas die erste Runde beim NHL Draft 2018 statt, bei der die 31 Teams der Liga die besten Nachwuchstalente auswählten. Mit Rasmus Dahlin und Andrei Svechnikov gab es zwei klare Picks an der Spitze. Danach kam es jedoch zu Überraschungen. Mancher General Manager machte genau diese Unberechenbarkeit des Drafts dafür verantwortlich, dass der Transfermarkt vor dem diesjährigen Draft ungewöhnlich ruhig war.

Es gab kaum einen Zweifel, wer die Nummer eins sein würde. Der schwedische Verteidiger Dahlin dominierte die Ranglisten der Scouts von Beginn an und ist eine Klasse für sich. Kein Wunder also, dass sich die Buffalo Sabres seine Dienste sicherten. Er ist nach Mats Sundin erst der zweite Schwede, der als erster Stelle gewählt wurde.

 

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"Ich war schon nervös. Es war unglaublich, als ich meinen Namen hörte", sagte der 18-Jährige. "Es ist verrückt. Sundin ist eine Legende in Schweden und der Eishockeywelt."

Auch der zweite Pick der Carolina Hurricanes war absolut vorhersehbar. Svechnikov galt im Sommer als der einzige Spieler, der Dahlins Spitzenposition gefährden könnte. Nun wird er im jungen Angriff der Hurricanes mit Spielern wie Sebastian Aho und Teuvo Teravainen auflaufen.

Nach der Wahl dieser beiden unbestrittenen Stars des Drafts 2018 hörte die Übereinstimmung mit den Einschätzungen der Talentspäher aber größtenteils auf. Jesperi Kotkaniemi, ein Stürmer aus Finnland, der von den Scouts als sechstbester europäischer Center eingeschätzt wurde, ging bereits an dritter Stelle an die Montreal Canadiens.

Video: Canadiens draften F Jesperi Kotkaniemi als Nr. 3

"Ich bin gerade einfach nur glücklich", freute sich der 17-jährige Angreifer. "Es war schon eine kleine Überraschung. Aber ich habe gehört, dass sie Center suchen und gehofft, dass sie mich wählen. Genau das haben sie getan. Das ist ein tolles Gefühl. Und das Beste ist, dass ich bei einem guten Team gelandet bin."

Auch der russische Außenstürmer Vitali Kravtsov, dessen Dienste sich die New York Rangers mit dem neunten Pick sicherten, wurde früher als erwartet gewählt. "Ich bin glücklich und zufrieden", gab Kravtsov zu Protokoll und zeigte sich selbstbewusst. "Ich war nicht wirklich überrascht. Schließlich habe ich hart dafür gearbeitet. Ich bin bereit für die NHL."

Den größten Sprung machte Verteidiger Ryan Merkley, der in der Rangliste des NHL Central Scouting nur auf Rang 45 stand, aber als Pick Nummer 21 bei den San Jose Sharks landete. Merkley spielte diese Saison für Guelph Storm in der Ontario Hockey League, wo er mit 13 Toren und 54 Assists in 63 Spielen der drittbeste Verteidiger der Liga war.

 

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Auch für deutsche Fans gab es einen Grund zur Freude. Stürmer Dominik Bokk wurde in der ersten Runde an 25. Stelle von den St. Louis Blues gewählt und ließ damit die höher eingestuften Schweden Adam Ginning und Jacob Olofsson hinter sich. Allerdings gab es auch Stimmen, die Bokk früher im Draft erwartet hätten.

"Ich habe viele Rankings vor dem Draft gesehen. Dabei stand ich an verschiedenen Stellen", erklärte der 18-jährige Schweinfurter, der bereits einen Profivertrag beim schwedischen Meister Växjö Lakers hat. "Man kann nicht viel machen, letztendlich wurde ich aber doch noch ausgewählt, deswegen ist alles perfekt."

Einige Kandidaten mussten sich länger gedulden, als dies die Experten vorhergesehen hatten. Die wohl größte Überraschung in dieser Hinsicht betraf den Tschechen Filip Zadina. Der Stürmer stand bei den Scouts hoch im Kurs, galt gar als ein Kandidat für den dritten Platz hinter Svechnikov. Am Ende musste er sich allerdings mit Rang sechs begnügen und geht an die Detroit Red Wings.

"Ich würde nicht sagen, dass ich auf den sechsten Platz abgefallen bin", stellte Zadina klar. "Es ist ein Draft und ich bin in Detroit, da ist mir egal, der wievielte Spieler ich war. Ich will Detroit beweisen, dass sie eine gute Entscheidung getroffen haben."

Dass einige Spieler später als erwartet oder sogar überhaupt nicht in der ersten Runde zum Zug kamen, lässt sich teilweise damit erklären, nach welcher Art Spieler die Teams suchten. Es wurden diesmal ungewöhnlich viele Verteidiger gewählt. Sage und schreibe 14 Abwehrspieler durften in der ersten Runde jubeln. Mehr Defensivspieler wurden nie zuvor in der ersten Runde eines Drafts gezogen, was natürlich auf Kosten von Stürmern wie Akil Thomas geht, der am Freitag vergeblich darauf wartete, seinen Namen im American Airlines Center zu hören und nun mit Spannung auf die zweite Runde wartet, die am Samstag über die Bühne geht.

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