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Der Stanley Cup geht im Sommer auf Reisen

Es gehört zu den schönsten Traditionen der Liga, dass die Champions einen Tag mit dem Cup verbringen

von Robin Patzwaldt @RobinPatzwaldt / NHL.com/de

Sie gehört zweifelsfrei zu den schönsten Traditionen im Weltsport: Die Spieler des aktuellen Stanley Cup Champions sowie die Funktionäre, Trainer und Betreuer erhalten über den Sommer die Möglichkeit den begehrten Stanley Cup für einen Tag an Orte zu bringen oder mit ihm Dinge zu tun, die ihnen eine Herzensangelegenheit sind. 

In 100 Tagen zwischen den Spielzeiten darf jeder aus der Meistermannschaft seine persönlichen Wünsche umsetzen. Viele bemerkenswerte Bilder und Geschichten sind im Rahmen dieser seit Mitte der 1990er-Jahre gepflegten Tradition schon entstanden.

Zur Zeit reisen gerade die St. Louis Blues mit dem Cup durch die Lande. Die Kollegen von NHL.com haben errechnet, dass der Pokal dabei sieben verschiedene US-Bundesstaaten, acht kanadische Provinzen, fünf Länder auf drei Kontinenten besucht und insgesamt 28.830 Meilen, also rund 46.400 Kilometer, zurücklegen wird.

Dabei sind noch nicht einmal die Entfernungen berücksichtigt, die der Stanley Cup seit dem Ende der Stanley Cup Playoffs 2019, als die Blues Mitte Juni die Boston Bruins in Spiel sieben des umkämpften Finales besiegten, schon zurückgelegt hat. 

Nach der Rückkehr in St. Louis mit dem siegreichen Team ging es für den Pokal nach Las Vegas zu den NHL Awards 2019. Auch beim NHL-Draft in Vancouver war die Trophäe als besondere Attraktion für die jungen Spielertalente und die Fans vor Ort zugegen. 

Danach war der Cup über einige Tage im Enterprise Center, im Busch Stadium von St. Louis und zudem auf dem Trainingsgelände der Blues ausgestellt.

Seit dem 1. Juli ist der Pokal auf großer Wanderschaft. Trainer Craig Berube war der Erste, der den Cup für einen Tag 'sein Eigen' nennen durfte. Er eröffnete die Tour durch 36 Städte und 45 Stationen quer durch die USA, Kanada, Schweden, Finnland und Russland.

Nach dem Ende dieser gigantischen Rundreise wird der Cup nach Montreal gebracht, wo traditionell die Namen der Champions dieses Jahres feierlich in den Sockel der Trophäe eingraviert werden. Anschließend geht es zurück nach St. Louis, wo das Objekt der Begierde zum Saisonstart 2019/20 bei den Blues zugegen sein wird. 

Anschließend kehrt der Cup in die Hockey Hall of Fame nach Toronto zurück. 

Über den gesamten Sommer hinweg werden Fans die Gelegenheit haben, den Cup an Orten zu sehen, wo er normalerweise nicht zu bestaunen ist. 

Wer mag, kann die Geschehnisse auf der Internetseite der St. Louis Blues im Detail verfolgen. Das Social Media Team des Klubs ist vor Ort mit dabei und postet regelmäßig Updates über das aktuelle Geschehen aus aller Welt. 

Begleitet wird der Pokal auf seinen Reisen ständig von mindestens einem der aktuell fünf 'Hütern des Cups'. 

Tweet from @keeperofthecup: It was the kids turn first with juice, then the adults with...well, let's say miscellaneous #stanleycup @nhl @StLouisBlues @HockeyHallFame pic.twitter.com/Q7aENuTXYm

Im Laufe der Jahre konnten so schon unzählige Geschichten erzählt, Fotos bestaunt werden. Unvergesslich sind sicherlich die historischen Aufnahmen, als der Pokal ein Bad in Mario Lemieux Swimmingpool nahm, oder als die New York Rangers nach ihrem Triumph im Jahre 1994 ein berühmtes Rennpferd aus ihm fressen ließen.

Ebenso bemerkenswert, wenn vielleicht nicht ganz so bizarr, sind die Bilder aus dem Jahre 2010 als Jonathan Toews von den Chicago Blackhawks in einem normalen Linienbus mit dem Cup unterwegs war, oder als Antoine Vermette, der seinerzeit fünf Tage nach der Meisterschaft Vater wurde, sein Neugeborenes in der Schale des Cups bettete und ablichten ließ. 

Im Juli 2015 überraschte Andrew Shaw die Teilnehmer einer Hochzeit in Ontario, als er spontan bei den ihm Unbekannten hielt und ihnen ermöglichte, Fotos mit sich und dem Cup zu machen. Andrew Desjardins, inzwischen in Diensten des DEL-Vereins Adler Mannheim, erfüllte sich im selben Jahr einen etwas schrägen Traum und aß seine Lieblings-Cornflakes freudestrahlend aus dem Stanley Cup.
Weniger ausgefallen, dafür aus hiesiger Sicht aber mindestens ebenso schön und emotional sind die Erinnerungen, die mit den Meisterschaften einiger unserer deutschsprachigen NHL-Spieler der letzten Jahre verbunden sind. 

Tweet from @StanleyCup: Nonna knows best 🍝 pic.twitter.com/wV1vitQajw

Im Rahmen dieser seit 25 Jahren gepflegten Tradition, die übrigens Strip-Klubs und Spielkasinos ausschließt, brachte Tom Kühnhackl den Cup Ende Juli 2017nach Landshut, um dort gemeinsam mit den Fans in der alten Heimat zu feiern. Der Schweizer Mark Streit feierte mit Eishockeyfreunden aus seinem Umfeld Anfang August zuhause in Bern. 

Noch recht frisch in Erinnerung ist vielen der Empfang von Torhüter Philipp Grubauer in Rosenheim im August 2018 nachdem er mit den Washington Capitals den Cup gewonnen hatte

In diesem Jahr können wir in Deutschland, Österreich oder der Schweiz den Cup im Rahmen dieses Brauchs leider nicht vor Ort willkommen heißen, doch die Hoffnung besteht, dass es vielleicht schon im nächsten Sommer wieder der Fall sein wird. 

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