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U20 WM: Die vier Halbfinalisten stehen fest

von Bernd Roesch / NHL.com

Relegation

Schweiz - Weißrussland 5-1 (1-1/2-0/2-0)

Für die Schweizer Juniorenauswahl verlief die Weltmeisterschaft bisher nicht so wie erwartet. Mit nur einem Punkt belegten sie in der Vorrunde den letzten Tabellenplatz in ihrer Gruppe und müssen nun in der Relegation um den Klassenverbleib eine Best-of-three Serie gegen Weißrussland austragen.

Einen ersten Schritt in Richtung Klassenerhalt haben die Schweizer am Samstagmittag mit einem hochverdienten 5-1 Sieg in der Helsinki Ice Hall gemacht. Dabei hatte das Spiel gar nicht gut für das Team von Cheftrainer John Fust begonnen. Bereits nach 30 Sekunden musste Jonas Siegenthaler wegen eines Stockschlags auf der Strafbank Platz nehmen und Dmitri Buibitski nutzte das anschließende Powerplay zur 1-0 Führung Weißrusslands. Die Eidgenossen zeigten sich hiervon kaum geschockt: Schon 4 1/2 Minuten später gelang Noa Rod mit einem Rückhandschuss der Ausgleich. Bis zur ersten Drittelpause taten sich die Schweizer gegen den kompakt stehenden Gegner schwer weitere Offensivakzente zu setzen. Besserung versprachen die noch folgenden zwei Spielabschnitte in der die Schweizer Nati völlig die Kontrolle über das Spiel übernahm, nachdem sich die Weißrussen zu viele Nicklichkeiten leisteten, mit der Folge, dass sie häufig mit einem Mann weniger auf dem Eis standen. Die Kräfte bei den Osteuropäern schwanden und nun klappte es auch bei den Schweizer Junioren im Abschluss. Vor allem die Sturmreihe um Kapitän Timo Meier und Denis Malgin strahlte immer wieder Torgefährlichkeit aus. Noch vor der zweiten Pause schossen Malgin und Damien Riat einen beruhigenden 3-1 Vorsprung heraus, den Julien Privet in der 52. Spielminute und Meier, bei nummerischer Überlegenheit in der vorletzten Spielminute, zum 5-1 Endstand erhöhten. Mit der gezeigten Leistung können die Schweizer Junioren dem morgigen zweiten Aufeinandertreffen mit den Weißrussen positiv entgegensehen.

Viertelfinale

Russland - Dänemark 4-3 OT (1-0/0-2/2-1/1-0)

Als ungeschlagener Tabellenerster in der Gruppe B trat heute Nachmittag das russische Juniorenteam gegen Dänemark, dem Überraschungsvierten aus der Gruppe A, an. Auf dem Papier war es ein Spiel wie David gegen Goliath und auch auf dem Eis hatten die Russen deutlich mehr Spielanteile wurden aber von den Skandinaviern an den Rande einer Niederlage gebracht.

Dabei hatte alles nach Plan für den Favoriten begonnen: In der 3. Spielminute sorgte Yegor Korshkov für die frühe 1-0 Führung. Russland versäumte es jedoch nachzulegen und die Dänen rochen Lunte. Sie ließen vor der ersten Pause kein weiteres Gegentor mehr zu und konnten selbst immer wieder Nadelstiche setzen.

Im Mittelabschnitt wurden die Dänen, die eine klasse Mannschaftsleistung zeigten, noch frecher, nahmen es zeitweise sogar spielerisch mit ihrem übermächtigen Gegner auf und wurden durch Treffer von Markus Jensen in der 23. und Thomas Olsen in der 30. Spielminute belohnt. Die Russen fanden dagegen kein Konzept den herausragenden Schlussmann Thomas Lillie bis zur zweiten Pause noch einmal zu bezwingen.

Mit dem Rücken zur Wand stehend legte Russland im Schlussdrittel noch einmal einen Gang zu und nahm Lillie unter Dauerbeschuss. Als noch 7 1/2 Minuten auf der Uhr standen gelang Artur Lauta der erlösende Ausgleich. Die Freude hierüber währte aber nur 125 Sekunden bevor Emil Christensen erneut den Außenseiter in Front schoss. Der Silbermedaillengewinner von 2015 warf nun alles nach vorne, nahm 89 Sekunden vor Spielende seinen Torwart Alexander Georgiev zugunsten eines weiteren Feldspielers vom Eis und hatte mit dieser Maßnahme Erfolg. In der Schlussminute der regulären Spielzeit rettete Vladislav Kamenev sein Team in die Verlängerung, in der er mit dem Ertönen der Schlusssirene das Siegtor markieren konnte und damit zum Matchwinner avancierte.

Schweden - Slowakei 6-0 (2-0/1-0/3-0)

Als einzige Mannschaft dieses Turniers, die noch keinen Punktverlust zu verzeichnen hatte, zog die schwedische Auswahl in das Viertelfinale ein. Als Gegner warteten auf sie dort die slowakischen Junioren als Vierter der Gruppe B. Mit einer beeindruckenden Vorstellung wurden die Skandinavier ihrer Favoritenrolle gerecht. Sie ließen ihrem Gegner nicht den Hauch einer Chance. Nach den 60 Spielminuten lautete das Torschussverhältnis 55-17 zugunsten der Schweden, die von der ersten Spielminute an klarmachten wer hier auf dem Eis der Helsinki Ice Hall das Sagen hat. Nach fünf Minuten war es Joel Eriksson der das 1-0 besorgte, nach zwölf erhöhte Oskar Lindblom beim ersten Powerplay auf 2-0. Das 3-0 besorgte Christofer Ehn im Mitteldrittel und im Schlussabschnitt trafen auch noch Adrian Kempe, Jens Looke bei Unterzahl und Alexander Nylander ins Schwarze. Die Skandinavier, bei denen Schlussmann Linus Soderstrom gegen harmlose Slowaken relativ wenig Mühe hatte sich einen Shutout zu verdienen, konnten vor allem durch ihre geschlossene Mannschaftsleistung überzeugen.

Finnland - Kanada 6-5 (1-2/3-1/2-2)

Der amtierende Junioren-Weltmeister Kanada ist raus aus dem Rennen um den Titelgewinn. Am Spätnachmittag unterlag das Team von Headcoach Dave Lowry den Finnen in einer kurzweiligen, spannenden Partie mit 6-5 Toren. Das Siegtor der finnischen Auswahl schoss Patrik Laine in der 55. Spielminute als mit Jake Virtanen (2+2) und Joe Hicketts gleich zwei Kanadier auf der Strafbank saßen. Der Titelverteidiger hatte zuvor eine frühe 2-0 Führung durch Tore von Travis Konecny (6.) und Dylan Strome (11.) verspielt. Die Junioren der Suomi zeigten sich von dieser unbeeindruckt, lieferten sich einen Schlagabtausch auf Augenhöhe und kamen zu einem psychologisch wichtigem Zeitpunkt, elf Sekunden vor dem ersten Drittelende, durch Laine zum Anschlusstor.

Im zweiten Speilabschnitt nahm die Partie an Fahrt zu und wurde auch etwas ruppiger geführt, wovon als erste die Finnen profitieren konnten. Nach dem Ausgleichstreffer von Antti Kalapudas (27.) sorgte postwendend Lawson Crouse (28.) für die erneute Führung der Nordamerikaner. Bei Überzahl konnte Aleksi Saarela (36.pp) wieder für die Finnen ausgleichen, die 93 Sekunden danach durch Julius Nattinen (38.) erstmals in Front gingen. Diesen Vorsprung konnten sie sich in die zweite Pause retten.

Turbulent ging es auch im Schlussabschnitt weiter, in dem Mitch Marner (44.pp/46.pp) zweimal aus einer Überzahlsituation der Kanadier Kapital schlagen konnte und die Partie zum 4-4 und 5-5 ausglich. Zwischenzeitlich hatte Sebastian Aho (45.) für Finnland getroffen, das in den letzten Minuten des Spiels dem Angriffswirbel der Kanadier standhalten konnte.

USA – Tschechien 7-0 (2-0/3-0/2-0)

Ob bei Überzahl, bei Unterzahl oder bei 5-gegen-5 die us-amerikanische Juniorenauswahl war am Samstagabend im vierten Viertelfinalspiel des Weltmeisterschaftsturniers den Tschechen überlegen. Die Zeichen auf Sieg der US-Boys setzten bereits im ersten Spielabschnitt Nick Schmaltz (6.) und Christian Dvorak (16.). Die Tschechen versteckten sich keineswegs, zeigten aber vor dem gegnerischen Gehäuse zu wenig Durchschlagskraft. Auch im zweiten Durchgang kamen die tschechischen Junioren zu eigenen Torchancen scheiterten aber immer wieder an Alex Nedeljkovic im Tor der Amerikaner. Deutlich abgeklärter im Abschluss präsentierten sich die US-Junioren, die mit laufender Spieldauer auch immer besser in die Partie fanden. Zweimal Auston Matthews (25./30.pp) und bei Unterzahl Scott Eansor (39.sh) sorgten mit ihren Treffern zur 5-0 Führung für die Vorentscheidung nach 40 Minuten.

Mit einem Mann mehr auf dem Eis starteten die US-Amerikaner in die letzten 20 Minuten, in denen es nur 24 Sekunden dauerte bis Matthews (41.pp), der zweifellos beste Mann des Spiels, seinen Hattrick komplettieren konnte. Schließlich durfte auch noch Alex Debrincat (52.) mit dem Treffer zum 7-0 Endstand als Torschütze auszeichnen. Nedeljkovic hielt seinen Kasten mit insgesamt 28 Paraden sauber.

Halbfinale

Russland – USA

Schweden – Finnland

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