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Tyler Johnson spielt sich ins Rampenlicht

von Stefan Herget / NHL.com

Da sich das Feld der Mannschaften, die den Stanley Cup gewinnen können, bereits auf vier reduziert haben, laufen schon erste Diskussionen, wer die Conn Smythe Trophy für den wertvollsten Spieler der Playoffs gewinnen könnte.

Auch wenn solche Spekulationen etwas verfrüht sind, fällt auf, dass zwar Namen wie New York Rangers Torhüter Henrik Lundqvist oder Anaheim Ducks Stürmer Corey Perry genannt werden, aber der derzeitige Torschützenkönig der KO-Runde Tyler Johnson bislang außer Acht gelassen wurde.

Dies könnte sich seit vergangener Nacht ändern. Der 24-jährige US-Amerikaner hat nach seinem Hattrick, mit dem er den Grundstein zum 6-2 Auswärtserfolg seiner Lightning und damit den 1-1 Ausgleich in der Serie gegen die Rangers gelegt hatte, sein Torekonto auf Elf ausgebaut. Selbst in der Scorerliste hat er den gehandelten Perry dadurch zunächst einmal überholt und führt diese mit 16 Punkten an.

Seine Tore zum 1-0 in Unterzahl, 2-1 in Überzahl und 3-1 bei numerischer Ausgeglichenheit waren eines der wichtigsten Gesprächsthemen nach dem Spiel 2 der Eastern Conference Finalserie.

Selbst Rangers Trainer Alain Vigneault fand anerkennende Worte, verbunden mit einem Wunsch für seine Mannschaft: „Ohne Zweifel, Johnson hat heute Abend sein Spiel auf ein anderes Level gebracht. Wir brauchen, dass unsere besten Jungs dasselbe tun.“

Sein Trainerkollege Jon Cooper von Tampa Bay äußerte sich zunächst eindrucksvoll über den Unterschied zwischen den Partien an Samstag und Montag: „In Spiel 1 nahmen wir an einem Eishockeyspiel teil und in Spiel 2 sind wir angetreten, ein Eishockeyspiel zu gewinnen. Das war der Unterschied.“

Natürlich war auch für ihn Johnson ein Thema. „Wenn man zu ihm nach Hause kommt und auf den Trophäenschrank schaut, dann weiß man, was er schon alles gewonnen hat“, erzählte Cooper weiter. “Memorial Cup, Calder Cup, Junioren-Weltmeisterschaft … Meisterschaften verfolgen diesen Jungen.“

Aber einen Hattrick zu erzielen in einem wichtigen Playoffspiel ist noch eine ganz andere Hausnummer. „Tyler Johnson ist nicht der Einzige, dem das passiert, aber es zu tun in der großartigsten Liga der Welt auf der besten Bühne, in der berühmtesten Arena der Welt, das ist schon imposant“, schwärmt Cooper. „Es gibt kaum etwas größeres als das.”

Historisch war der Auftritt dazu, denn es war der erste Hattrick eines Lightning in den Playoffs in der Geschichte der Franchise. Aber es ist nicht nur Johnsons Verdienst alleine. Die komplette Reihe mit Ondrej Palat und Nikita Kucherov hat mit seinem Toren den Grundstein gelegt, dass Tampa überhaupt soweit kam und sie sind möglicherweise die Garanten für mehr.

„Johnson im Besonderen, diese Reihe im Besonderen, war überragend für uns das ganze Jahr“, muss selbst Kapitän und Topstar Steven Stamkos anerkennen. „Ich glaube, das ist die beste Reihe, die ich für eine lange Zeit gesehen habe, wo sich alle drei Jungs gleich einbringen und die nötige Chemie untereinander haben. Für gewöhnlich hast du in der NHL viele Paar, wo das so ist. Drei Jungs in einer Reihe zu haben ist etwas besonderes.“

Schon werden erste Parallelen zu der Meistermannschaft der Lightning von 2004 gezogen. Johnson ist genauso groß wie Martin St. Louis, der ihm bei den Rangers gegenübersteht. Beide wurden nie gedraftet. St. Louis war es, der Tampa damals mit 24 Scorerpunkten in 23 Spielen zum Stanley Cup führte, während Vincent Lecavalier die große Führungsperönlichkeit des Teams war, wie sie heute Stamkos ist.

General Manager Steve Yzerman hatte schon im März 2014 den richtigen Riecher, als er nach dem Trade des zu diesem Zeitpunkt 38-jährigen St. Louis zu den Rangers anmerkte, dass mit Johnson schon der nächste Spieler dieser Art parat stehen würde.

Der Tag sollte nicht vor dem Abend gelobt werden, aber Johnsons Auftritte in den diesjährigen Playoffs sind beeindruckend. Sollte Tampa Bay der große Wurf gelingen, dann wird er sicher ein Kandidat für den Gewinn der Conn Smythe Trophy sein. Wer hätte das Mitte April gedacht?

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