Skip to main content

Tyler Johnson will nun richtig durchstarten

Der Tampa Bay Lightning-Stürmer will nach langer Verletzung in die Spur zurückfinden

von Corey Long / NHL.com Korrespondent

TAMPA - Auch wenn Tampa Bay Lightning-Center Tyler Johnson es nicht als Ausrede gelten lassen möchte, so war es doch klar, dass seine Verletzung, welche er sich im Stanley Cup Finale 2015 zuzog, verantwortlich war für die relativ schwachen Leistungen in der Vorsaison.

In der Vorwoche sagte er der Tampa Bay Times, dass er bis zum Januar noch keine Liegestütze machen konnte. Am Donnerstag gab er in einem Mediengespräch weitere Details bekannt. Und es wurde klar, wie sehr ihn die Verletzung sein Spiel beeinflusst hatte.

"Um ehrlich zu sein, ich habe mich erst im Juli dieses Jahres wieder völlig gesund gefühlt" so Johnson. "Mir fehlte noch immer viel im Kraftbereich. Damit kann man erst wieder mehr machen, wenn die Saisonvorbereitung beginnt."

Johnson gab an erst nach der Saison wieder verstärkt im Kraftraum tätig geworden sein zu können. Inzwischen ist das aber Geschichte.

"Ich fühle mich toll, völlig wiederhergestellt und bin bereit loszulegen" sagte Johnson. "Ich denke gar nicht mehr an die Verletzung. Das ist gar kein Thema mehr."

Seine Saison 2015-15 war aus seiner eigenen Sicht eine Spielzeit zum Vergessen. Nach einer herausragenden Saison 2014-15, in der er 29 Tore und 43 Assists in 77 Spielen verbuchte, sank seine Punkteproduktion zuletzt dramatisch ab. In 69 Spielen verzeichnete er nur noch 14 Tore und 24 Assists in 69 Begegnungen.

In den Playoffs näherte er sich dann aber wieder der Form, welche ihn zu einem All Star in der Spielzeit 2015 machte. Immerhin sieben Tore und 10 Assists in 17 Spielen. Sein Anteil war auch dringend nötig um die Lightning in den Playoffs weiter zu helfen, nachdem Kapitän Steven Stamkos nur in einem einzigen Playoff-Spiel mithelfen konnte.

Video: TBL@PIT,Sp5: Johnson zur Serienführung der Lightning

"In den Playoffs habe ich mich durchgebissen. Ich habe alles andere an die Seite geschoben und mein Bestes gegeben. Und obwohl es in den Playoffs besser lief hätte es noch besser sein können."

Nun wird er beweisen können, dass er wieder an seine Bestform anknüpfen kann. Vermutlich wird er zusammen mit Ondrej Palat und dem Restricted Free Agent Nikita Kucherov in einer Reihe spielen.

Johnson selber wird nach dieser Saison zum Restricted Free Agent. Er betonte zuletzt der Misserfolg zuletzt habe ihn wieder top motiviert sein bestes Hockey zu zeigen.

"Ich bin selber mein schärfster Kritiker" betonte er. "Ich weiß, dass ich es besser kann. So eine Saison hatte ich wirklich zuvor noch nie. Verletzungen waren noch nie ein Thema für mich. Jetzt kann ich es aber nicht erwarten, dass es wieder losgeht."

Einen Teil der Motivation könnte auch aus der Tatsache entstammen, dass Johnson nicht für das Team USA für den World Cup of Hockey 2016 berücksichtigt wurde. Er gab an die Spiele gesehen zu haben, was ihm jedoch sehr schwerfiel, da er dem Team so ja nicht helfen konnte. Team USA verlor alle drei Begegnungen des Turniers.

Video: PIT@TBL, Sp3: Johnson verkürzt den Rückstand

"Ich würde lügen, wenn ich behaupten würde das das nicht enttäuschend war" ergänzte er. "Ich hätte gerne dort gespielt. Man hat sich aber gegen mich entschieden. Da kann man nichts machen. Ich versuche nächstes Mal einfach besser zu spielen, so dass sie dann nicht auf mich verzichten können."

Einige Analysten, darunter Anson Carter bei NBC Network, hinterfragten die Nichtnominierung des Team USA in Anbetracht der beim Turnier gezeigten Offensivschwäche.

"Ich habe mich über die Äußerungen von Anson Carter gefreut" sagte Johnson. "Jeder hat seine eigene Meinung. Wir haben so viele gute Spieler zur Wahl gehabt. Es gab etliche Richtungen für dieses Team. Leider war es nicht mein Jahr, aber für die Zukunft hoffe ich auf bessere Zeiten, egal ob bei den nächsten Olympischen Spielen, dem World Cup, oder wo auch immer. Ich bin bereit. Es liegt an mir es so darzustellen, dass sie nicht auf mich verzichten können."

Johnson gab sich auch begeistert über die Vertragsverlängerungen seiner Teamkollegen Stamkos, Victor Hedman und Stürmer Alex Killorn über den Sommer mit den Tampa Bay Lightning. Überrascht habe ihn das jedoch nicht, schließlich habe die Organisation unter der Leitung von Eigentümer Jeff Vinik und General Manager Steve Yzerman eine erstklassige Umgebung für diese Spieler geschaffen.
"Ich hätte darauf gewettet" sagte er. "Ich denke wir sind hier alle glücklich. Wir wollen gewinnen und dies hier zusammen erreichen."

Hinter vorgehaltener Hand gibt es nicht wenige Stimmen, die den Lightning in dieser Saison sogar den Gewinn des Stanley Cups zutrauen.

Mehr anzeigen