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Tuukka Rask gehört nun auch zu ihnen

Bostons Torwart reiht sich in die Riege der Schlussleute mit den schönsten und wichtigsten Final-Paraden ein

von Bernd Rösch @NHLde / NHL.com/de Chefautor

Der Jubel lag den knapp 19.000 Besuchern bereits auf den Lippen. Dieser Puck musste doch drin sein. Sie alle sahen doch, dass die Scheibe bereits hinter Tuukka Rask in der Luft auf dem Weg ins Tor war. Das ist doch das 1:1 für die St. Louis Blues. Selbstverständlich wird es gleich laut werden im prall gefüllten Enterprise Center von St. Louis. Wurde es nicht!

In der 30. Spielminute von Spiel 6 des Stanley Cup Finales zwischen den Boston Bruins und St. Louis Blues ereignete sich jene Szene, die den Atem zum Stocken brachte. Bostons finnischer Schlussmann schien bereits geschlagen, nachdem der Puck vom Pfosten kommend, ihn am Rücken traf. Charlie McAvoy stand zur rechten Zeit am richtigen Ort und schlug, einem Baseball-Spieler gleich, das schwarze Hartgummigeschoss erneut an den Rücken seines Tormanns und dieser reagierte instinktiv. Mit der Fanghand zurückgreifend, gelang es ihm die Lage zu entschärfen.

Video: BOS@STL, Sp6: McAvoy unterstützt Rask

Es war eine Rettungstat, die nicht nur den Ausgang dieser Partie entscheidend beeinflusste sondern auch ausschlaggebend für die Finalserie sein könnte.

Im letzten Vierteljahrhundert der über 100-jährigen NHL-Geschichte gab es schon des Öfteren Aktionen von Torhütern, die wesentlich für den Verlauf einer Stanley Cup Endspielserie waren. NHL.com/de blickt auf sie in chronologischer Reihenfolge zurück. 

1993: Patrick Roy, Montreal Canadiens

Die Los Angeles Kings und die Montreal Canadiens trafen im Stanley Cup Finale 1993 aufeinander. Die Kings mit einem Wayne Gretzky im Kader hatten Spiel 1 im Montreal Forum klar mit 4:1 für sich entschieden, mussten sich aber anschließend zweimal in Overtime dem frankokanadischen Rekordmeister geschlagen geben. Auch im vierten Aufeinandertreffen ging es sehr eng zu, so dass die Entscheidung erst in der Verlängerung fiel. In diesem Match lieferten sich Montreals Schlussmann Patrick Roy und Kings-Stürmer Tomas Sandstrom ein persönliches Duell. Sandstrom war ein Aktivposten der Kalifornier, erarbeitete sich Torchance um Torchance und hatte in der Overtime das Siegtor auf der Kelle, doch Roy war auch bei Sandstroms sechsten Torabschluss zur Stelle und hatte sogar die Ruhe, dem der Verzweiflung nahen Finnen zuzuzwinkern. Die Canadiens gewannen die Partie mit 3:2 und holten sich mit einem 4:1-Heimerfolg ihren 24. und bis dato letzten Stanley Cup-Titel.

1994: Mike Richter, New York Rangers

Video: Cup Finale 1994, Sp6: Mike Richter stoppt Bures Schus

Die Vancouver Canucks leisteten den New York Rangers im Finale 1994 mehr Widerstand als den favorisierten Blueshirts recht war. Mit 1:1-Siegen kam die Serie nach Vancouver. Die Rangers gewannen Spiel 3 mit 5:1-Toren, doch in Spiel 4 sahen sie sich einem schnellen 0:2-Rückstand ausgesetzt. Die Westkanadier hatten zahlreiche Möglichkeiten ihren Vorsprung auszubauen und frühzeitig für die Vorentscheidung zu sorgen. Die größte Gelegenheit zum 3:0 hatte Pavel Bure, der bei einem Alleingang von Brian Leetch regelwidrig gelegt wurde und dem daraufhin ein Penalty zugesprochen wurde. 'The Russian Rocket' lief an, versuchte Richter zu täuschen, nahm Maß doch der fuhr seinen rechten Schoner aus und machte den Platz neben dem linken Pfosten dicht. Die Partie endete 4:2 zu Gunsten der Rangers, die sich schließlich mit einem 3:2-Triumph im entscheidenden siebten Spiel vor heimischer Kulisse den Stanley Cup holten.

1995: Martin Brodeur, New Jersey Devils

0:0 stand es in Spiel 3 der Finalserie zwischen den Detroit Red Wings und den New Jersey Devils. Die Devils hatten überraschend die ersten zwei Partien in der altehrwürdigen Joe Louis Arena von Detroit gewonnen und lagen mit 2:0-Siegen vorne. Den hochkarätig besetzten Red Wings gehörten die ersten Minuten der Partie. Das 1:0 der Red Wings hatte Kris Draper auf dem Schläger, doch Devils Torwart Martin Brodeur war mit einem sagenhaften Save zur Stelle. Kris Draper musste die Scheibe nur noch reinschieben, der Ausnahmeschlussmann der Devils kam rechtzeitig rüber, setzte seinen Schläger auf die Torlinie und verhinderte den Rückstand. Die Devils holten sich mit 5:2-Toren ihren dritten Sieg und durften sich per Sweep über ihren ersten Stanley-Cup-Triumph freuen.

2007: Jean-Sebastien Giguere, Anaheim Ducks

Die Anaheim Ducks wurden im Jahre 2007 zum ersten Mal Stanley Cup Champion nachdem sie die Ottawa Senators in fünf Spielen bezwungen hatten. Das erste Aufeinandertreffen in der kanadischen Hauptstadt endete denkbar knapp 1:0 für die Südkalifornier, auch weil sich Jean-Sebastien Giguere als Spielverderber erwies. Die Ducks hatten zwar die größeren Spielanteile, doch mit Dany Heatley hätte ein Deutsch-Kanadier dem Spiel eine andere Wende geben können. Seine Riesenchance aus kurzer Distanz vereitelte 'Jiggy' mit dem Schoner. Auch in Spiel 3 beim Stande von 1:2 im zweiten Drittel war Giguere gegen Heatley zur Stelle. Die Partie endete 3:2 für Anaheim, das die Finalserie mit 4:1 für sich entschied.

2009: Marc-Andre Fleury, Pittsburgh Penguins

Spiel 7 des Stanley Cup Finales zwischen den Pittsburgh Penguins und den Detroit Red Wings. Beide Teams hatten ihre Heimspiele gewonnen. Der siebte Schlagabtausch sollte am 12. Juni in der Joe Louis Arena stattfinden. Die Penguins lagen nach zwei Treffern von Maxime Talbot und einem Gegentor durch Jonathan Ericsson als noch gut acht Minuten auf der Uhr standen mit 2:1 in Front. Die Red Wings waren aber keineswegs gewillt, sich geschlagen zu geben und erhöhten in den Schlussminuten den Druck auf das Gehäuse von Marc-Andre Fleury. Die Zeit lief ihnen davon, doch sieben Sekunden vor Spielende bot sich Nicklas Lidstrom die Riesenchance. Der schwedische Verteidiger zog vom unteren Rand des linken Bullykreises ab, fand in Fleury seinen Meister und die Penguins schnappten sich den Stanley Cup.

2018: Braden Holtby, Washington Capitals

Video: WSH@VGK, Sp2: Holtby mit einem unglaublichen Save

Einen der schönsten Saves der Ligageschichte packte Braden Holtby in Spiel 2 des Stanley Cup Finales 2018 gegen die Vegas Golden Knights aus. Die Washington Capitals hatten ihre erste Heimpartie mit 4:6 verloren und lagen im zweiten Duell mit 3:2 vorne. 119 Sekunden waren noch zu spielen, als Alex Tuch mustergültig bedient wurde und zentral das leere Tor vor sich hatte. Tuch schoss, doch Holtby warf sich nach rechts und verhinderte mit seinem Stock den sicher geglaubten Ausgleich. Sein Teamkapitän Alex Ovechkin hielt sich auf der Spielerbank angesichts dieser Rettungstat von Holtby ungläubig seine Handschuhe vor die Augen. Sagenhaft! Auch die noch folgenden drei Partien gingen an die Capitals, die zu ihrem ersten Stanley Cup-Gewinn kamen. 

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