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Fabelhafter Saisonstart

Die Edmonton Oilers legten einen Traumstart in die neue Spielzeit hin und haben bereits sieben Siege auf dem Konto

von Marc Rösch / NHL.com/de Autor

Acht Spiele, sieben Siege, 14 Punkte, eine Tordifferenz von Plus-12, Platz eins in der Pacific Division, Platz eins in der Western Conference, Platz zwei in der NHL. Die Edmonton Oilers legten einen fabelhaften Start hin, den in dieser Form wohl weder die Experten vorhergesehen, noch sich die Verantwortlichen und Fans erträumt hatten. Das Zwischenfazit nach drei absolvierten Wochen in der Spielzeit 2016-17 sieht für das Team aus dem Westen Kanadas äußerst zufriedenstellend aus. 

Die junge Truppe von Headcoach Tod McLellan schwimmt auf einer Erfolgswelle, wie sie schon seit einer gefühlten Ewigkeit nichtmehr durch den norden Albertas geschwappt ist. Die ausgesprochen positiven Resultate werden kaum auf die neue Spielstätte, dem Rogers Place zurückzuführen sein. Doch was sind dann die Faktoren für den unerwarteten Erfolg? Haben die Teamverantwortlichen um General Manager Peter Chiarelli alles richtig gemacht oder hatten sie nur Glück? Sind die in den vergangenen Jahren gesäten Früchte endlich erntereif oder bewies das Management bei den Sommertransfers ein glückliches Händchen? 

Unzweifelhaft muss man feststellen, dass die Oilers in diesem Jahr endlich gute Resultate erzielen mussten. Der Druck auf das Team war enorm. Nach zehn Jahren ohne Playoffteilnahme, sehnte sich eine ganze eishockeyverrückte und aufgrund ihrer Historie erfolgsverwöhnte Stadt nach neuen Erfolgen. Zwar hielten die Fans ihrem Team jahrelang auch in schwierigen Zeiten die Stange und strömten in scharen in den Rexall Place, doch das Dasein im Tabellenkeller der Pacific Division wollte so recht niemanden beglücken. Auch die Eishockeyfachwelt philosophierte, weshalb in Edmonton auch nach mehreren Jahren mit besten Draftpositionen der Erfolg nicht Einzug halten wollte. Immerhin durften sie in den Jahren von 2010 bis 2012 sowie 2015 als erstes und 2014 an dritter Position ziehen. 2010 drafteten sie Center Taylor Hall, 2011 wählten sie Center Ryan Nugent-Hopkins und 2012 entschieden sie sich für Rechtsaußen Nail Yakupov. Im Sommer 2014 folgte dann Center Leon Draisaitl und im Vorjahr hatte dann Center Connor McDavid die Ehre, beim Draft als erster auf die Bühne zu treten.

Video: EUR@CZE: Draisaitl beendet Konter mit dem OT-Siegtor

Bis auf Hall und Yakupov, die die Oilers vor der aktuellen Spielzeit in Richtung New Jersey Devils beziehungsweise St. Louis Blues verließen, sind alle Youngster weiterhin in Edmonton aktiv. Allesamt ließen sie auch in den vergangenen Jahren ihr Talent aufblitzen, doch wirklich zählbares kam zu selten raus.

Schmerzvoll war sicherlich der Abgang von Taylor Hall, der nun nach sieben Auftritten für sein neues Team bereits sieben Punkte (5 Tore, 2 Assists) erzielte, die interne Scorerwertung anführt und so viele Tore wie Connor McDavid schoss. Doch selbst wenn man die hervorragenden Leistungen von Hall bei den Devils berücksichtigt, war es wohl der richtige Schachzug von Chiarelli, dieses Opfer zu bringen. Mit McDavid, Nugent-Hopkins, Draisaitl und Letestu ist sein Team im Zentrum hervorragend besetzt und Adam Larsson war der lange vermisste Baustein in der Oilers-Defensive. Unverzichtbar in den Specialteams und gefährlich als Zweiwegeverteidiger hebt er die Defensive der Oilers auf ein neues Level. 

Video: BUF@EDM: Lucic mit ersten Tor als Oilers

Auf ein Level, dass zu dem passt, dass Jungkapitän McDavid vorlegt. In Edmonton schon vor der vergangenen Spielzeit als Messias gefeiert, bremste ihn eine langwierige Schlüsselbeinfraktur, die er Anfang November 2015 gegen die Philadelphia Flyers erlitt. Doch wiedergenesen beweist er nun, dass er alle Vorschusslorbeeren zurecht erhalten hatte. Neben Neuzugang Milan Lucic, der am 1. Juli als Free Agent zu den Oilers stieß, und sich als erstklassige Verstärkung erweist, erzielte er bereits zwölf Punkte und führt damit die NHL als Topscorer an.

Wegweisend für den weiteren Saisonverlauf wird für die Oilers sein, wie sie sich in der kommenden Sechs-Spiele-Auswärtsreise an die Ostküste schlagen werden. Hochinteressant wird der 8. November werden. Dann wird McDavid das erste Mal in seiner Karriere auf die Pittsburgh Penguins treffen

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