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Grundsatzentscheidungen müssen getroffen werden

Wenn Ende Februar die 'Trading Deadline' ins Haus steht, dann müssen komplexe Fragestellungen bedacht werden

von Robin Patzwaldt @RobinPatzwaldt / NHL.com/de Autor

In der deutschen Fußball-Bundesliga war es in der Vorwoche soweit. Der sogenannte 'Deadline Day', also der letzte Tag des aktuellen Transferfensters, ging vielbeachtet über die mediale Bühne. Doch während es im europäischen Sport-Business häufig eher eine recht müde Veranstaltung ist. Wechsel von Top-Spielern, wie der des Weltklassestürmers Pierre-Emerick Aubameyang von Borussia Dortmund zu Arsenal London, sind eher die Ausnahme als die Regel. In der NHL sind spektakuläre Tauschgeschäfte zum Ende der Wechselfrist keine Seltenheit.

Insgesamt stellt sich die 'Trade Deadline' in der NHL wesentlich komplexer dar. Und das nicht nur, weil kein Geld als Kompensationsleistung fließt, sondern auch weil das System in Nordamerika mit seinen Franchise-Organisationen und dem in sich geschlossenen Ligasystem grundsätzlich anders aufgebaut ist als in Europa.

In der NHL haben die verantwortlichen General Manager häufig wesentlich weitreichendere Entscheidungen zu treffen, sobald sich das Transferfenster zu schließen beginnt, was in diesem Jahr am 26. Februar der Fall sein wird.

Es müssen in den kommenden knapp drei Wochen Grundsatzentscheidungen getroffen werden, die sich unter Umständen auf die weitreichende Zukunft des jeweiligen Franchises entscheidend auswirken können.
Wird der Klub nun zum 'Käufer' oder zum 'Verkäufer', wenn der Wechselschluss naht? Diese Entscheidung zu treffen, fällt in Zeiten, in denen die Liga erfreulicherweise immer ausgeglichener wird, in denen sich eine Mannschaft innerhalb weniger Monate von einem Spitzenkandidaten zum Kellerkind wandelt und umgekehrt, immer schwerer.

 

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Lässt man den Kader der Mannschaft vielleicht möglichst unverändert und vermeidet damit zunächst jedes unnötige Risiko oder beginnt man am besten sofort mit einer radikalen Verjüngungskur, schickt also erfahrene Spieler schweren Herzens in die Ferne und setzt ab sofort ganz konsequent auf die Karte Jugendspieler und Nachwuchs, weil die besten Tage des Kaders vielleicht doch schon hinter ihm liegen?

Hat eine Organisation eine bisher vielversprechende Hauptrunde gespielt, dann stellt sich ebenfalls die Frage einer grundsätzlichen Risikobereitschaft. Soll man volles Risiko gehen und voll auf die Karte Stanley Cup-Titel in diesem Jahr setzen? Am Ende kann es doch wieder nur einer schaffen. Für wie wahrscheinlich hält ein General Manager die Möglichkeit den Weg bis zum heißersehnten Titel erfolgreich bis zum Ende zu gehen?

Solche Abwägungen sind immer eine immens komplexe Aufgabenstellung und selbstverständlich am Ende auch stets eine Frage von Glück oder Pech.

Erschwert werden diese umfangreichen Denkprozesse der NHL-Kaderplaner durch plötzliche, nicht vorhersehbare Erfolgs- oder Negativserien. Wie lange kann das eigene Team auf einer Erfolgswelle reiten? Ist der Aufwärtstrend von Dauer oder handelt es sich um ein Strohfeuer? Zu welchem Zeitpunkt treffe ich eine definitive Entscheidung?

Verletzungen spielen ebenfalls eine mitentscheidende Rolle und können sogar in Zukunftsfragen zu einem wichtigen Faktor werden. Ein erfolgsversprechender Titelanlauf könnte durch einen langfristigen Ausfall eines Leistungsträgers rascher als gedacht zunichte gemacht werden. Ohne den Stammtorhüter oder Toptorschützen in die Playoffs? Das wäre womöglich schon das vorzeitige Ende aller Träume.

Andererseits gilt es auch die entsprechenden Aktionen der Konkurrenz auf dem Spielermarkt genau zu beäugen. Was macht der vermeintlich ärgste Rivale? Wie kann das eigene Team reagieren bzw. womöglich passend kontern?

Antworten auf diese Fragen werden von allen Teams im Hintergrund des täglichen Spielgeschehens längst auf Hochtouren gesucht.

Nur wenige Mannschaften dürften sich bisher schon entschieden haben. Durch die extreme Leistungsdichte ist Anfang Februar noch zu viel möglich, um die Saison, durch einen kompletten Neuaufbau vorzeitig herzuschenken.

Einiges deutet darauf hin, dass es sich erst in den letzten Tagen oder sogar Stunden vor der Trading Deadline entscheiden wird, in welche Richtung es viele der begehrten Spieler ziehen wird.
Völlig unabhängig von konkreten Namen, es bleibt auch diesbezüglich in der NHL spannend bis zum 26. Februar!

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