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Von wegen Grünschnabel

Matthews, Marner und Nylander halten dem Druck stand und schalten im Playoffrennen in den nächsten Gang

von Marc Rösch / NHL.com/de Autor

Die jungen Wilden der Toronto Maple Leafs bewiesen auch am Samstag in der Joe Louis Arena, dass sich Headcoach Mike Babcock auf sie verlassen kann. Beim 5-4 Sieg der Maple Leafs gegen die Detroit Red Wings waren es erneut seine Youngster, die die Kohlen aus dem Feuer holten.

In der letzten Partie der Maple Leafs in der altehrwürdigen Heimspielstätte der Red Wings, in der in wenigen Tagen das Licht für alle Zeit ausgeschaltet wird, trafen Mitchell Marner, William Nylander und selbstverständlich auch Auston Matthews für Toronto.

Matthews und seine blutjungen Nebenleute stellten erneut unter Beweis, dass sie mit allen Wassern gewaschen sind und auch dem zum Saisonende immer stärker werdenden Druck standhalten.

"Diese drei machen schon ihr ganzes Leben lang den Unterschied. Sie können gar nicht anders", stellte Babcock klar.

Dank des jüngsten Sieges in der Joe Louis Arena am Samstag, kletterten die Maple Leafs auf den zweiten Rang in der Atlantic Division. Zwar ist die Playoffteilnahme von Toronto rechnerisch noch nicht ganz in trockenen Tüchern, doch die Leistungen von Matthews lassen keinen berechtigten Zweifel daran aufkommen, dass diese nur noch eine Frage der Zeit ist.

Video: TOR@DET: Matthews zeigt tolle Technik beim PPG

Der Nummer 1 Draftpick von 2016 stellte mit seinen zwei Toren gegen die Red Wings den Torrekord für US-Rookies ein. 38 Tore in einer Saison gelangen laut Elias Sports Bureau zuvor nur Neal Broten in der Spielzeit 1981-82.

Matthews Darbietungen sollten eigentlich niemanden mehr überraschen. Fans, Trainer, Verantwortliche, Gegner und Nebenleute sind sich den Qualitäten des Shootingstars bewusst. Doch Red Wings Keeper Jimmy Howard dachte in der 23. Spielminute trotzdem, dass er im falschen Film war.

Matthews legte ihm die Scheibe so frech in das kurze Eck, dass dieser kurzzeitig dachte, Opfer eines Aprilscherzes zu sein.

"Ich dachte nicht, dass er da irgendwas hatte, worauf er schießen konnte", gestand Howard nach dem Spiel ein.

Matthews leitete selbst den Spielaufbau in Überzahl ein, indem er mit Schwung aus der Defensivzone anfuhr. Kurz vor der gegnerischen Blauen Linie legte er butterweich mit der Rückhand zu Leo Komarov. Dieser machte ein paar Schritte ins Angriffsdrittel und suchte dann wieder seinen Torjäger. Am linken Bullykreis kam dieser wieder an den Puck, den er dann in einer für Außenstehende nicht zu erkennenden Lücke des Red Wings Tores zum zwischenzeitlichen 1-1 jagte.

Video: TOR@DET: Matthews trifft erneut, feiert Meilenstein

Eine Minute und neun Sekunden vor dem Spielende lies Auston Matthews dann den Rekord für Tore eines US-Rookies purzeln. Matthews rangiert in der ligaweiten Statistik sowohl nach Toren (38) als auch nach spielentscheidenden Treffern (8) auf dem dritten Rang. Nur zwei Rookies kamen laut dem Elias Sports Bureau in der Geschichte der NHL auf mehr: Steve Larmer und Marek Svatos schossen in den Spielzeiten 1982-83 und 2005-06 jeweils neun spielentscheidende Tore.
 
Matthews, der in 77 Spielen bislang 66 Punkte erzielte, liegt in der Rookiewertung vier Punkte vor Patrik Laine (62 Punkte). Pünktlich zum Ende der NHL-Hauptrunde nimmt Matthews Fahrt auf und schraubt seine Ausbeute nach oben.
In vier Spielen in Folge traf er das Tor. In den letzten acht Spielen ergatterte er jeweils mindestens einen Punkt (7 Tore, vier Assists), womit er den Playoffendspurt der Maple Leafs maßgeblich gestaltete.

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