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Toronto steht vor dem Abgrund

Maple Leafs müssen sich in Spiel 5 gewaltig steigern, um dem drohenden Saisonaus zu entfliehen

von Marc Rösch / NHL.com/de Autor

Die Toronto Maple Leafs kassierten am Donnerstag gegen die Boston Bruins ihre dritte Niederlage im vierten Spiel der ersten Runde der Stanley Cup Playoffs und blicken dem Saisonende ins Auge.

In Spiel 5 am Samstag um 8:00 pm ET (2:00 Uhr MESZ; NBC, CBC, SN, TVA Sports) im TD Garden stehen die Maple Leafs mit dem Rücken zur Wand. Eine weitere Niederlage würde für sie das Saisonaus bedeuten.

Anstatt die Erstrunden-Serie auszugleichen, fand Toronto am Donnerstag erneut kein Mittel gegen eine erstklassig eingestellte Bruins-Auswahl. Auch wenn sich die Maple Leafs vor heimischem Publikum im Air Canada Center äußerst engagiert präsentierten und nahezu doppelt so viele Einschusschancen produzierten wie die Bruins (77:40), schlichen sie am Ende als Geschlagene vom Eis. Bostons Schlussmann Tuukka Rask hielt, was zu halten war und die Offensive brillierte mit Kaltschnäuzigkeit. 3:1 hieß es am Ende für die Gäste.

 

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"Das tolle daran, als junger Spieler Playoffs zu spielen ist der Fakt, dass man etliche Lehrstunden erhält", zog Torontos Headcoach Mike Babcock nach der jüngsten Pleite Bilanz. Dabei hoffte das Gros der Anhänger der Maple Leafs, dass Toronto sein Lehrgeld längst bezahlt hatte.

Im Vorjahr katapultierte sich Toronto mit einer Playoff-unerfahrenen Truppe in die Stanley Cup Playoffs und verkaufte sich gegen einen haushohen Favoriten teuer. Die Washington Capitals mussten sich gewaltig anstrengen, um die erste Playoff-Runde gegen den Underdog mit 4:2 Siegen zu überstehen. Drei Mal konnten sie erst in der Overtime gewinnen und Torontos Shootingstar Auston Matthews erzielte vier Tore.

Dass die Grünschnäbel letztendlich früh aus der Postseason ausschieden, lastete ihnen niemand an. Allerdings wurden große Erwartungen für die laufende Saison geschürt. Matthews, der 2017 als Rookie in sechs Playoff-Spielen fünf Punkte (vier Tore, ein Assist) erzielt hatte, hinkt diesen aktuell deutlich hinterher. In der laufenden Serie gegen Boston gelang ihm lediglich eine Torvorlage.

Die Bruins mussten am Donnerstag auf ihren Leader Patrice Bergeron verzichten, weil dieser an einer Verletzung am oberen Körperbereich laborierte, doch Toronto konnte aus diesem Vorteil kein Kapital schlagen.

 

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"Ich bin mir sicher, dass sie ihn lieber dabeigehabt hätten", erzählte Torontos Verteidiger Ron Hainsey. "Wenn er spielt, ist er immer einer der besten Spieler, wenn nicht sogar der beste. Es ist nicht so, dass wir vor Freude Räder geschlagen haben, als wir von seinem Ausfall hörten."

Der Abend stellte sich als alles andere als einfach heraus. Zwar gewann Matthews, der es aufgrund von Bostons Personalsorgen mit Riley Nash zu tun bekam, 11 von 14 Anspielen, davon abgesehen blieb er jedoch ein Schatten seiner selbst.

"Ich kann euch versichern, dass sich Matthews bewusst ist, dass er aus solchen Spielen nur lernen kann", fügte Babcock hinzu. "Ich gehe davon aus, dass er dachte, dass er das Spiel heute dominieren wird. Das dachte ich eigentlich auch von Willie (Nylander). Doch eingetreten ist es nicht. Es hängt auch immer von deinen Gegenspielern ab. Wir spielen hier gegen Profis und die werfen alles in die Waagschale. Auf der einen Seite gibt es den Wettkampf in der regulären Saison, auf der anderen Seite den Wettkampf in der ersten Runde der Stanley Cup Playoffs. Die Frequenz nimmt immer weiter zu. Wenn du ein Spiel so abgibst wie wir heute, dann musst du dich hinterfragen. Ich bin mir sicher, dass meine Jungs ehrlich zu sich sind."

Doch zu lange sollten sich die Maple Leafs nicht zurückblicken. In Spiel 5 geht es für sie sprichwörtlich um die Wurst.

"Wir sind in einer ganz einfachen Situation", erklärte Babcock. "Wenn wir gewinnen, werden wir wieder spielen. Wenn wir nicht gewinnen, spielen wir nicht wieder. Für mich ist es das wert, sich nochmal reinzuhängen."

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So durchwachsen die Stimmung im Lager der Maple Leafs auch ist. Noch haben sie ihre vierte Niederlage nicht kassiert und Hainsey weiß, wie schwer es ist, einen Gegner auszuschalten.

"Die Bruins sind jetzt in der Situation, in der sie sein wollten", erzählte er. "Sie können nach Hause fahren und den Sack dort zumachen. Sie sind sich sicher, dass ihnen das gelingen wird. Jetzt müssen wir Druck auf sie aufbauen. Wenn ich etwas in der vergangenen Saison mit den Pittsburgh Penguins gelernt habe, dann das, wie schwer es ist, eine Mannschaft endgültig aus den Playoffs zu werfen. Ich denke, wir können nach Boston fahren und das Spiel gewinnen. Ich glaube daran."

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