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Bruins-Maple Leafs

Toronto will auch in Spiel 4 Kadertiefe ausspielen

Im Angriff sind die Maple Leafs unberechenbar, mussten die Bruins feststellen

von Bernd Rösch @NHLde / NHL.com/de Chefautor

Diversifikation erhöht nicht nur in der Betriebswirtschaft die Erfolgschancen von Unternehmen oder minimiert deren Risiken, auch im Sport lockt jener Mannschaft der Sieg, die Unwägbarkeiten am besten kompensieren kann und die aufgrund ihrer Tiefe im Kader, in der Lage ist, Ausfälle am ehesten zu verkraften.

Mit 1:1-Siegen nach den ersten zwei Partien gegen die Boston Bruins, waren die Toronto Maple Leafs die Heimreise angetreten, um sich Spiel drei der Erstrundenserie in den Stanley Cup Playoffs der Eastern Conference zu sichern. Mit 3:2 gewannen am Montag die kanadische Traditionsfranchise ihren ersten Heimauftritt in den diesjährigen Playoffs und gerne würden sie dem Sieg in Spiel vier noch einen draufsetzen.

 

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Das Geheimnis ihres Erfolgs ist ihre Unberechenbarkeit. Wer hatte schon einen Trevor Moore als Torschützen auf der Rechnung? Er erzielte die so wichtige 1:0-Führung nach 148 Sekunden im Mittelabschnitt. Zusammen mit Frederik Gauthier und Tyler Ennis bildet der 24-jährige Flügelstürmer die vierte Reihe der Maple Leafs. Sein NHL-Debüt hatte er erst am 23. Dezember vergangenen Jahres gegeben, und es danach in 25 regulären Saisonspielen auf zwei Treffer und sechs Assists gebracht.

"Wir haben uns vor der Partie dazu entschieden, dass wir einen einfachen Eishockeystil spielen werden, ins Forechecking gehen, einfach hart arbeiten und Zweikämpfe gewinnen wollen. Ich denke, wir haben das ziemlich gut gemacht", zeigte sich Moore zufrieden mit der eigenen Vorstellung und war hocherfreut über sein Playoff-Premierentor. "Ich meine, es war unglaublich. Es war irgendwie surreal da draußen zu sein und zuzuschauen wie der Puck reingeht. Das Publikum war einfach fantastisch. Wirklich richtig prima das Ganze."

Moore und seine zwei Vorbereiter Ennis und Verteidiger Morgan Rielly sollten aber nicht die Einzigen bleiben, die für Toronto zum ersten Mal in dieser Serie punkteten. Auston Matthews traf nach einer guten halben Stunde aus einem Powerplay heraus auf Vorlage von Andreas Johnsson, und sieben Minuten danach nutzte Johnsson die nächste Überzahlsituation der Maple Leafs zum Game-Winner, wobei Matthews bei dem Treffer ein Assist zugesprochen wurde.

Video: BOS@TOR, Sp3: Matthews' PP-Tor zu Torontos Führung

"Es war Aufregung pur. Natürlich ist es schön, ein Tor zu erzielen. Es ist schon noch mal ein anderer Level, wenn man in den Playoffs punktet, vor allem zu Hause. Es fühlt sich an wie ein Erdbeben unter dir. Die Atmosphäre war unglaublich. Wir wollen nun hier am Mittwoch das fortsetzen, was wir heute Abend aufgebaut haben", freute sich Matthews über sein 2-Punkte-Spiel und den Sieg.

"Wir haben den Puck schnell laufen lassen, geschossen und ihn zurückbekommen. Unsere beiden Tore fielen, als sie es fast geschafft hätten, sich zu befreien, doch wir haben die Scheibe zurückgewonnen, plötzlich stand ein Mann frei und hat eingenetzt", beschrieb Johnsson seine ersten zwei Scorerpunkte in den diesjährigen Playoffs.

Zurückgehend bis Mitte März war Johnsson zwölf Partien in Folge kein Treffer mehr gelungen. Umso mehr gefiel es Coach Mike Babcock, dass bei dem 24-jährigen Schweden nun der Knoten geplatzt ist: "Er war gut. Er hatte in letzter Zeit etwas Probleme, dementsprechend ist es toll, dass er alle Details seines Spiels zeigte. Er ist schnell, er ist klug und er kann wirklich hart spielen. Schön, dass es ihm heute Abend gelang. Offensichtlich wurde er auch hierfür belohnt, was gut für ihn ist."

Video: BOS@TOR, Sp3: Johnsson schießt hoch in Powerplay ein

In den drei Auftritten gegen die Bruins erzielten sieben verschiedene Spieler die acht Tore der Maple Leafs. Durch die Bank lieferten ihre Sturmformationen ab. Ennis war ins Aufgebot gerutscht, da Connor Brown in der Reihe mit Patrick Marleau und William Nylander den Posten für den gesperrten Nazem Kadri übernommen hatte, und die Umstellung zahlte sich aus.

Diese Leistungsdichte im Angriff darf die Maple Leafs zuversichtlich stimmen, dass sie noch einen weiteren Heimerfolg draufsetzen können und dann mit 3:1-Siegen nach Boston zurückkehren.

Spiel 4 der Eastern Conference Erstrundenserie zwischen den Maple Leafs und den Bruins findet am Mittwoch in der Scotiabank Arena von Toronto statt (7:00 p.m. ET; NBCSN, CBC, TVAS, NESN).

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