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Maple Leafs können es auch ohne Matthews

Die Ahornblätter aus Toronto beweisen, dass selbst ohne Superstar Auston Matthews mit ihnen zu rechnen ist

von Robin Patzwaldt @RobinPatzwaldt / NHL.com/de Autor

Nach vier Pleiten in Serie haben die Toronto Maple Leafs jüngst gleich doppelt bewiesen, dass es auch ohne ihren Topstar Auston Matthews zu wichtigen Siegen reichen kann. Einem 5:2-Erfolg über den Titelverteidiger, die Pittsburgh Penguins, am Samstag folgte am Mittwoch im heimischen Air Canada Centre ein schwer erkämpftes 6:5 nach Shootout über die Dallas Stars. 

James van Riemsdyk durfte sich dabei sogar über einen Hattrick vor den eigenen Fans freuen. Zudem kletterten die Leafs nach diesem Heimerfolg näher an die auf Rang zwei vor ihnen rangierenden Boston Bruins heran, die in Tabelle der Atlantic Division mit sieben Punkten vor ihnen lagen. 

Der Vorsprung gegenüber den Florida Panthers auf dem vierten Divisions-Rang vergrößerte sich durch den doppelten Punktgewinn auf recht komfortabel anmutende 14 Zähler. Dementsprechend zufriedene Mienen gab es nach der Begegnung auf Seiten der Gastgeber zu sehen.

"Ich versuche mich bestmöglich freizulaufen und profitiere dann natürlich auch immer wieder davon, dass ich hier mit wirklich guten Mitspielern auf dem Eis stehe", freute sich Dreifachtorschütze van Riemsdyk, der nach der Partie gegen Dallas mit insgesamt 29 Toren bereits einen Treffer mehr vorwies als sein schon länger vermisster Teamkollege Matthews. "Ich habe heute einige wirklich schöne Zuspiele bekommen und hatte diesmal das Glück ein paar Chancen nutzen zu können."

Video: DAL@TOR: van Riemsdyk verbucht 3. Karriere-Hattrick

Auch Nazem Kadri und Tyler Bozak zeigten, dass notfalls selbst ohne Matthews die Offensive recht gut funktioniert. Zudem gelang Routinier Patrick Marleau etwas glücklich der späte Ausgleichstreffer zum 5:5 - 16 Sekunden vor dem Ablauf der regulären 60 Minuten. Der hart erkämpfte Erfolg war bereits der elfte Heimsieg in Folge für das Traditions-Franchise. Noch nie waren es in der langen NHL-Geschichte des Teams mehr. 

Einen kleinen Wermutstropfen gab es gegen die munter mitspielenden Stars, die einen frühen 0:2-Rückstand in ein 4:2 verwandeln konnten, jedoch für die Maple Leafs zu beklagen. Stammtorhüter Frederik Andersen musste, nachdem er von 20 Torschüssen drei passieren ließ, im Mitteldrittel beim Stande von 2:3 vorzeitig verletzt vom Eis. "Über die Verletzung ist aktuell nichts Näheres bekannt. Er hat eine Weile verletzt weitergespielt. Wir müssen also abwarten, ob er für uns länger ausfallen wird", gab sich Coach Mike Babcock nach dem Heimerfolg zunächst unsicher über die Schwere der Verletzung seines Nr.1-Torhüters.

Tröstlich, dass sein Vertreter Curtis McElhinney sich noch weitere 13 Mal auszeichnen konnte und zudem keinen Gegentreffer im abschließenden Shootout kassierte. Auf der Torhüterposition muss den Jungs aus Toronto nicht bange sein, sollte die Erstbesetzung einmal kurzfristig ausfallen.

"McElhinney hat es schon das ganze Jahr über gut gemacht. Gerade im Penaltyschießen ist er wirklich klasse. Er hat uns heute die Chance auf einen Sieg erhalten. Wir wollen in die Playoffs, haben aktuell nichts zu verschenken und durch seine Hilfe einmal mehr gewonnen", lobte Babcock ausdrücklich den überraschend zum Einsatz gekommenen Backup.

Der Angesprochene gab sich recht aufgekratzt nach der Partie: "Mein Herzschlag schnellte schon in die Höhe, als ich plötzlich so unvorbereitet auf das Eis musste. Das Adrenalin schoss ein, doch als die ersten Torschüsse erst einmal abgewehrt waren, beruhigte ich mich rasch wieder."

Das Selbstvertrauen wächst bei dem aufstrebenden Team aus Toronto, das seit inzwischen sieben Spielen auf seinen Starstürmer Matthews verzichten muss. Durch die Erfolge gegen die Top-Teams aus Pittsburgh und Dallas haben die Leafs jedermann augenfällig gezeigt, dass sie ohne ihren Anführer erfolgreich Eishockey auf Weltklasseniveau abliefern können, auch wenn ihre Erfolgschancen mit dem in Kürze zurückerwarteten Jungstar noch einmal deutlich besser stehen dürften.

Gestärkt wird das wachsende Grundvertrauen der Mannschaft in die eigenen Fähigkeiten dadurch, dass sie zunächst eine Zwei-Tore-Führung verspielt, dann einen zwischenzeitlichen Zwei-Tore-Rückstand aufgeholt und letztendlich sogar die Begegnung gewinnen konnten.

Toronto gelang es in dieser Saison bereits zum vierten Mal einen zwischenzeitlichen Zwei-Tore-Rückstand im Schlussdrittel erfolgreich auf Sieg zu drehen. Keinem anderen Team gelang dieses Kunststück in der laufenden Hauptrunde öfters.

Hinzu kommt: All zu lange wird Matthews seine Schulterverletzung nicht mehr außer Gefecht setzen. Babcock stellte bereits nach der Begegnung gegen die Stars in Aussicht, dass dieser den Auswärtstrip nach Buffalo, wo die Ahornblätter am Donnerstag bei den Sabres antreten, mitmachen soll. 

Insgesamt gibt es bei den Maple Leafs einige Gründe optimistisch auf die in Kürze startenden Playoffs zu blicken.

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